Schlamperei mit Waffe

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Rosenheim - Ein hiesiger Einzelhandelskaufmann stand jetzt wegen unerlaubtem Waffenbesitzes vor dem Amtsrichter. Er hatte eine automatische Pistole samt Munition in einer Tüte im Garten liegen gelassen.

Ein Discjockey hatte ihm, so erzählte der 42-Jährige, vor über 20 Jahren in einer Rosenheimer Diskothek die Waffe überlassen. Jugendliche Unbekümmertheit hätte ihn damals dazu bewogen die Beretta, Kaliber 9 mm, anzunehmen.

Niemals habe er die Waffe benutzt. Er habe sie in einem Karton im Keller deponiert und schließlich völlig vergessen. Bei einem Umzug sei ihm das Schießgerät nun wieder in die Hände geraten. Eigentlich habe er das Ding bei der Polizei abgeben wollen, weil er gehört hatte, das sei straffrei möglich. Allerdings wäre er auf dem Weg dorthin von einer Nachbarin aufgehalten worden. Deshalb habe er die Tüte im Garten deponiert, um sie zu einem späteren Zeitpunkt abzuliefern.

Dazu sei es dann doch nicht gekommen, und bevor er das habe erledigen können war die Tüte dem Hausmeister aufgefallen; dieser nahm Tüte samt Waffe an sich. Weil der Schwiegersohn des Finders Kripo-Beamter ist, fand die Pistole auch ohne das Zutun des Angeklagten den Weg zur Polizei. Neben Pistole und Munition befand sich in der Tüte unter anderem auch noch ein Kontoauszug des Angeklagten, sodass dieser unschwer festzustellen war.

Der Vorsitzende Richter Axel Jacobi wies auf die Gefahr hin, dass genau so gut spielende Kinder die Waffe hätten finden können. Zwar sei das Grundstück von einem Zaun umgeben, dennoch handle es sich um eine "unverantwortliche Schlamperei", vom unerlaubten Besitz ganz abgesehen.

Staatsanwalt Stefan Tillmann stellte fest, dass es sich bei dem Angeklagten sicherlich nicht um einen Kriminellen handle. Allerdings sei dieser mit "unglaublicher Schlamperei" vorgegangen.

Das Gesetz sieht für unerlaubten Waffenbesitz eine Mindeststrafe von sechs Monaten Gefängnis vor. Sein Antrag blieb mit sieben Monaten Haft nahe an der Untergrenze. Weil der Rosenheimer auch ohne jede Vorstrafe sei, könne die Strafe ohne Weiteres zur Bewährung ausgesetzt werden. Der Angeklagte selbst wollte keinen Antrag stellen. Er sagte: "So viel Dummheit muss bestraft werden."

Richter Jacobi sprach mit sechs Monaten Haft die Untergrenze des geforderten Strafmaßes aus. Die Bewährungsauflage lautete auf eine Geldbuße von 1200 Euro als Denkzettel.

au/Oberbayerisches Volksblatt

Quelle: rosenheim24.de

Rubriklistenbild: © pa

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