Uni-Alltag mit Handicap

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Gebrochenes Bein oder Sehbehinderung: Studierende der Hochschule Rosenheim testeten im Selbstversuch, wo Barrieren im Alltag bestehen. Mit Vakuumschienen, Augenbinden und Spezialbrillen wurden Handicaps simuliert.

Rosenheim - Viele Treppen hat das Hauptgebäude der Hochschule Rosenheim. Was für die jungen Studierenden sonst kein Problem ist, wurde bei einem Selbstversuch plötzlich zur Hürde:

15 Studenten nutzten vor Kurzem die Gelegenheit, Blindheit, Sehstörungen oder ein gebrochenes Bein zu simulieren. Dazu hatte die OPED GmbH aus Valley bei Holzkirchen VACOped-Schienen zur Verfügung gestellt. Diese ersetzen heute mehr und mehr den Gips.

Die Hochschule Rosenheim bot mit dem Wahlfach „Barrierefreie Lebensraum­gestaltung“ bereits zum zweiten Mal die Möglichkeit, Handicaps am eigenen Körper zu erfahren. Besonders Studierende der Fächer Innenarchitektur und Innenausbau konnten so lernen, worauf man schon bei der Planung achten kann. Das ist nicht nur Grundlage dafür, dass Menschen mit Behinderung am Alltag teilhaben können. Schon ein gebrochenes Bein oder eine gerissene Sehne lässt Schwellen, Treppen oder enge Räume zu einem schwer überwindbaren Hindernis werden.

Schon eine Verletzung bringt den Alltag durcheinander

Dabei ist es durch die modernen Schienen heute ohnehin schon leichter, mit dem „Handicap auf Zeit“ nach einer Verletzung zurecht zu kommen. Früher wurden Brüche meist mit einem Gipsverband für längere Zeit ruhig gestellt. Heute erhält der Patient eine leichte Vakuumschiene. „Das Anlegen von VACOped dauert nur wenige Minuten“, erklärt Michael Silbernagl vom Hersteller OPED. Daher war die Schiene auch gut geeignet für den Selbstversuch der Studentengruppe. Noch lieber aber war den jungen Leuten das Abnehmen der Beinschienen und Augenbinden: „Nach einem lehrreichen Tag waren alle erleichtert, als sie ihr Handicap wieder ablegen konnten“, berichtet Student Thomas Götz.

Pressemitteilung FH Rosenheim

Quelle: rosenheim24.de

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