Schneefall: Mindestens 137 Unfälle

Landkreis - Schneefall und Wind sorgten am Mittwoch für schlechte Straßenverhältnisse. Insgesamt 137 Verkehrsunfälle gab es im Dienstbereich des Polizeipräsidiums.

Service:

Kaum ist die frostige Kälte einigermaßen überstanden, hat der deutsche Wetterdienst eine Unwetterwarnung für die Landkreise Rosenheim, Traunstein und Berchtesgaden herausgegeben und warnt dabei vor starkem Schneefall und Schneeverwehungen.

Viele Verkehrsunfälle wegen Schneeverwehungen

Insgesamt 137 Verkehrsunfälle ereigneten sich in den neun vom Polizeipräsidium Oberbayern Süd zu betreuenden Landkreisen und der Stadt Rosenheim in der Zeit zwischen 5 und 16.30 Uhr. Bei 22 Unfällen waren Personenschäden zu beklagen, wobei es sich meist um leichtere Verletzungen handelte. Die Zahl der in diesem Zeitraum entstandenen Verkehrsbehinderungen ist mit 83 ebenfalls beachtlich.

Besonders der Wind türmte an vielen Stellen hohe Schneehindernisse auf. So bildeten sich beispielsweise auf der Strecke Wessobrunn - Rott fast meterhohe Schneeverwehungen, die den Verkehr total zum Erliegen brachten. Eine Lawine rollte am Vormittag über die Spitzingseestraße und begrub sie unter einer vier Meter hohen Schneeschicht. Verletzt wurde dabei niemand. Auch kleinere Steigungen waren für Lkw teils unüberwindliche Hindernisse. Stand erst einmal das erste Fahrzeug im Anstieg, gab es meist auch kein Durchkommen mehr für nachfolgende. Hatten die Räumdienste es am Vormittag noch geschafft die Autobahnen einigermaßen von Schnee freizuhalten, geriet der Verkehr am Nachmittag auf der A 8 im Berchtesgadener Land ins Stocken und teilweise zum erliegen. In den Steigungen blieben Lkw hängen, zudem hielten sich Lkw-Fahrer nicht an die Weisung die linke Spur freizuhalten. So war es auch für die Winterdienste nicht mehr möglich an die Problemzonen zu gelangen.

Leider war es auch am Mittwoch so, dass sich viele Unfälle wegen der bei diesen Witterungsverhältnissen nicht angepassten Geschwindigkeit der Autofahrer ereigneten. Räumdienste konnten nicht überall gleichzeitig sein und bei starkem Schneefall waren die Straßen auch nach Durchfahrt des Schneepfluges schnell wieder rutschig. Vermeintlich freigeräumte Straßen wiesen windbedingt immer wieder Schneefelder auf und waren durchaus tückisch.

Die meisten Verkehrsteilnehmer waren aber schlicht und einfach zu schnell unterwegs!   

Florian Seebacher von der Lawinenkommission Oberaudorf zur aktuellen Lawinengefahr im Radio Charivari-Interview:

O-Ton

Lothar Schüsselbauer von der Straßenmeisterei zum derzeitigen Schneefall

O-Ton

Im Gemeindebereich Schliersee, auf der Spitzingseestraße, ist gegen 9.00 Uhr eine Lawine abgegangen. Personen kamen nicht zu Schaden. Die Sperrung wird voraussichtlich noch Stunden bestehen bleiben. 

Bilder vom Wetterchaos in Bayern:

Bilder: Vom Schnee verweht - Verkehrschaos in Bayern

Verspätungen im Bahn-Verkehr:

Bei der Deutschen Bahn gibt es vor allem im Bahnhofsbereich von München Hbf einige Probleme. Die Räumdienste sind ununterbrochen im Einsatz, um die Weichenstraßen für den Zugverkehr freizuhalten. Da dies aber einige Zeit in Anspruch nimmt, kommt es bei Zügen, die in München Hbf abfahren, derzeit zu Verspätungen. Laut eines Bahnsprechers sollen sich die Störungen aber demnächst minimieren.

Lesen Sie auch:

Schneeräumen: Wer muss wann zur Schaufel greifen?

Ansonsten gibt es in unserem Verbreitungsgebiet nur kleinere Probleme. Im Bereich von Markt Schwaben existiert momentan auf der Strecke München - Mühldorf eine Weichenstörung, die zu Verzögerungen im Betriebsablauf führt. Auf der Strecke Salzburg - Rosenheim - München läuft der Zugverkehr hingegen größtenteils normal.

Lediglich auf der S-Bahn-Linie 3 (Richtung Holzkirchen) gibt es laut Bahn größere Probleme. Wegen eines Weichendefekts fährt diese Linie momentan nur bis Deisenhofen.

"Die Bahnkunden sollen sich auf Verspätungen einstellen, aber grundsätzlich läuft der Zugverkehr auf allen Strecken noch", erklärte ein Bahn-Sprecher auf Anfrage von rosenheim24.

Der Deutsche Wetterdienst gibt am Mittwochabend eine neue Unwetterwarnung heraus:

Die Warnung gilt von Mittwoch, 15. Februar, 21.38 Uhr bis Donnerstag, 16. Februar, 10 Uhr.

Weiterhin zeitweiliger, in Staulagen auch anhaltender Schneefall. Bis Donnerstagvormittag fallen zusätzlich zu den bereits gefallenen Mengen noch einmal 5 bis 10 cm, in Staulagen bis über 20 cm Neuschnee. Verbreitet gibt es Glätte durch Schnee und Eis, in freien Lagen muss auch noch mit Schneeverwehungen gerechnet werden.

Hinweis auf mögliche Gefahren: Straßen und Schienenwege können unpassierbar sein. Bäume können unter der großen Schneelast zusammenbrechen. Vermeiden Sie Autofahrten!

Was die Experten von wetter.net vorhersagen:

Tief Nicole sorgt aktuell in Süddeutschland für starke Schneefälle und entsprechende Behinderungen auf den Straßen und Gehwegen. Selbst der öffentliche Nahverkehr ist in Bayern stellenweise zum Erliegen gekommen. Am Flughafen München gab es bereits einige Flugausfälle. Verbreitet sind 5 bis 15, teilweise auch 20 cm Neuschnee gefallen. Dazu bläst ein frischer Wind, der für Schneeverwehungen sorgt.

„Bayern und Teile von Baden-Württemberg wurde wie angekündigt von einer Schneewalze erfasst. Noch bis zum Abend gelten entsprechende Unwetterwarnungen“ erklärt Wetterexperte Dominik Jung vom Wetterportal WETTER.NET (www.wetter.net). Auch in Sachen schneit es derzeit zumindest in Lagen oberhalb 300 bis 400 Meter recht ergiebig.

Die Wetter-Aussichten:

Unsinniger Donnerstag: Der Tag startet mit Werten zwischen minus 9 und 0 Grad vielfach frostig. Vor allem im Osten und Süden fällt noch etwas Schnee. Sonst ist es wechselnd bewölkt und trocken. Später ziehen im Westen Wolken auf. Diese bringen stellenweise etwas Sprühregen. Die Temperaturen erreichen minus 2 Grad in Sachsen und plus 7 Grad im Nordwesten.

Rußiger Freitag: Am Freitag werden 0 bis 7 Grad erwartet. Dabei gibt es viele Wolken und immer wieder fällt etwas Regen oder Schnee.

Faschingssamstag: Im Tagesverlauf wird es vorübergehend richtig mild, denn die Temperaturen erreichen 1 bis 11 Grad. Dabei ist es am Niederrhein am mildesten. In Bayern bleibt es vielfach trocken, sonst fällt aus dichten Wolken immer wieder Regen oder Sprühregen.

Faschingssonntag: Die Temperaturen sacken schon wieder deutlich ab. Maximal werden noch 0 bis 6 Grad erwartet. Im Tagesverlauf fällt besonders in Bayern immer wieder Schnee, sonst gibt es einzelne Schneeschauer.

Rosenmontag: Mit minus 10 bis minus 2 Grad beginnt der Tag überall frostig. Stellenweise fällt noch etwas Schnee, später kommt die Sonne zum Vorschein und es ist trocken. Bei minus 3 bis plus 5 Grad sind wärmende Kostüme gefragt.

Faschingsdienstag: Auch der Dienstag bleibt mit minus 3 bis plus 4 Grad spätwinterlich kalt. Dafür scheint aber meist die Sonne und es bleibt trocken.

Pressemitteilung wetter.net / Pressemitteilung DWD / Polizeipräsidium Oberbayern Süd/ Polizeiinspektion Palling / Radio Charivari / mw

Quelle: rosenheim24.de

Rubriklistenbild: © dpa

Zurück zur Übersicht: Bayern

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Live: Top-Artikel unserer Leser