Telefon-Abzocke immer häufiger

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Rosenheim - Die Beratungsstelle der Verbraucherzentrale Bayern hat am Dienstag Bilanz über das vergangene Jahr gezogen. Besonders hinterhältig gehen Telefon-Betrüger vor.

Besonders viele Verbraucher benötigten Hilfe wegen Abzocke per Internet und Telefon. Sehr massiv waren auch die Beschwerden über die Anbieter von Telekommunikationsdienstleistungen. Darüber hinaus zählten Versicherungs- und Finanzthemen sowie steigende Energiepreise zu den Schwerpunkten der Beratung. Das berichtet Simone Oberholz von der Rosenheimer Beratungsstelle der Verbraucherzentrale Bayern bei der Vorstellung des Geschäftsberichtes. Mehr als 5.721 Kontakte verzeichnete die Einrichtung in der Münchener Straße für das vergangene Jahr.

Der Ärger mit Telekommunikationsanbietern war für Verbraucherberaterin Oberholz in 2010 ein Dauerthema. Vielfach ging es um Schwierigkeiten bei einem Anbieterwechsel sowie um fehlerhafte oder gar fehlende Leistungen oder um Fragen zur Rechnungshöhe. Viele Verbraucher hatten große Probleme, angesichts der schwierigen Kommunikation mit Call-Centern und einer dreisten Hinhaltetaktik ihre Rechte eigenständig durchzusetzen.

Als völlig ungebremst beschreibt Oberholz die Probleme mit unerlaubten Telefonanrufen und untergeschobenen Verträgen. Trotz des bereits 2009 in Kraft getretenen Gesetzes zur Bekämpfung unlauterer Telefonwerbung hat die Belästigung der Verbraucher kaum nachgelassen. Die Verbraucherzentralen fordern daher, dass Verträge schriftlich bestätigt werden müssen und die Sanktionen gegen unseriöse Unternehmen konsequenter angewandt werden. Eine Bestätigungslösung scheint auch angesichts der Flut an Beschwerden zum Thema Internetabzocke nötig. Die Masche bleibe immer die gleiche, so Oberholz. Vermeintlich kostenlose Angebote werden durch versteckte Preishinweise zu kostenpflichtigen Abonnements. „Hier wird sich erst etwas bessern, wenn unsere Forderung endlich umgesetzt ist, dass Internetnutzer kostenpflichtige Angebote extra bestätigen müssen“, betont die Verbraucherschützerin. Das Bundeskabinett hat kürzlich einer nationalen „Button-Lösung“ zugestimmt, nun wird im parlamentarischen Verfahren darüber beraten.

Kernpunkt der umfangreichen Beratungsgespräche zur privaten Altersvorsorge waren vor allem die Frage nach der richtigen Höhe der Vorsorge und die Sicherheit der Ansparprodukte. Das Thema Versicherungen bereitete in 2010 ebenfalls vielen Verbrauchern Kopfzerbrechen. Die Absicherung existentieller Risiken wie Haftpflicht und Berufsunfähigkeit standen dabei im Mittelpunkt.

Einmal mehr brannten Ratsuchenden die steigenden Energiepreise auf den Nägeln. Doch nicht nur Fragen zum Anbieterwechsel oder zur Rechtmäßigkeit von Preiserhöhungen waren von Interesse, sondern auch das Thema Energiesparen. Hier ging es unter anderem um Maßnahmen zur Wärmedämmung und energieeffizientes Heizen.

„Mit unseren Beratungsangeboten wirken wir der zunehmenden Verunsicherung und Überforderung der Verbraucher entgegen“, fasst Simone Oberholz die Aktivitäten zusammen. Sie ist auch überzeugt, dass die Verbraucherzentrale als örtliche Anlaufstelle einen wichtigen Beitrag leistet, dass sich die Bürgerinnen und Bürger mit ihren Verbraucheranliegen nicht allein gelassen fühlen.

Weitere Informationen finden Sie auf www.verbraucherzentrale-bayern.de

Pressemitteilung Verbraucherzentrale Bayern, Beratungsstelle Rosenheim/red

 

Quelle: rosenheim24.de

Rubriklistenbild: © dpa/tj

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