A94-Ausbau

Minister Hermann verteidigt das ÖPP-Modell

Dorfen - Bei einem Ortsbesuch äußerte sich Bayerns Verkehrsminister Joachim Hermann zu den großen südostbayerischen Verkehrsprojekten A94 und B15neu.

Bayerns Verkehrsminister Joachim Herrmann hat an der Lappachtalbrücke bei Dorfen die A94 und die B15neu als die wichtigsten Straßenneubauprojekte für Südostbayern bezeichnet. "Bei der A94 liegen wir derzeit voll im Zeitplan". Der Abschnitt zwischen Pastetten und Heldenstein soll im Rahmen eines ÖPP-Modells bis 2018 fertiggestellt sein. Bis zu diesem Zeitpunkt soll auch der Lückenschluss zwischen der B15neu und der A92 kurz vor der Vollendung stehen."

Der Verkehrsminister versprach, auch  bei der Weiterführung der B15neu bis zur A8 weiter am Ball zu bleiben. Dieser Streckenabschnitt wurde für die Bewertung zur Fortschreibung des Bundesverkehrswegeplans angemeldet.

"Die A94 wird nach ihrer Fertigstellung zwischen München und Pocking die wichtigste Ost-West-Erschließungs- und Entwicklungsachse für Südostbayern sein", erläuterte Herrmann. In Oberbayern sind die Abschnitte zwischen Forstinning und Pastetten sowie zwischen Heldenstein und Ampfing bereits fertiggestellt. Für den Bau des Abschnitts von Pastetten bis Heldenstein im Rahmen eines ÖPP-Projektes läuft das Vergabeverfahren.

Nach Abschluss des Teilnahmewettbewerbs werden noch im laufenden Jahr die Angebote eingeholt. Im ersten Halbjahr 2015 erfolgen die Verhandlungen mit den Bietern. In der zweiten Jahreshälfte 2015 wird dann der Zuschlag erteilt. Der Beginn der Vertragslaufzeit ist für Anfang 2016 vorgesehen. Dann starten auch die Hauptbauarbeiten mit Fertigstellungsziel 2018. "Das ÖPP-Modell ist die wirtschaftlichste Beschaffungsvariante, die gleichzeitig den frühestmöglichen Fertigstellungstermin der A94 ermöglicht", betonte der Verkehrsminister.

Minister sieht nur Vorteile im ÖPP-Modells

Beim ÖPP-Modell dauere zwar der Vergabeprozess ein wenig länger, dafür sei aber auch nur ein einziger Vertragsschluss erforderlich. Dieser regele nicht nur alle erforderlichen Baumaßnahmen, sondern auch Betrieb und Erhalt für die kommenden 30 Jahre. Ein weiterer Vorteil des ÖPP–Modells sei, dass der Abschnitt zwischen Pastetten und Heldenstein ohne Lücke in einem Stück hergestellt wird.

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"ÖPP-Modell ist eine Gratwanderung"

Gerüchten, alleine die Baukosten seien durch die Umsetzung als ÖPP-Modells von etwa 350 Millionen auf über eine Milliarde Euro gestiegen, erteilte Herrmann eine klare Absage. "Das ist natürlich falsch, denn hier werden Äpfel mit Birnen verglichen." Das eine seien reine Baukosten für die Erstellung des 33 Kilometer langen Autobahnteilstücks, das andere sind Kosten für den Betreiber, der das Autobahnstück baut und sich in den kommenden 30 Jahren umfassend um die 77 Kilometer lange Strecke zwischen Forstinning und Marktl am Inn kümmern muss. Der Betreiber ist zuständig für Winterdienst, Grünpflege, Straßen- und Bauwerkserhaltung einschließlich notwendiger Erneuerungen sowie Beseitigungen von Unfallschäden und muss insbesondere diese Leistungen finanzieren.

Dafür erhält der Betreiber eine Vergütung vom Staat, die, anders als bei den Betreibermodellen auf der A8 zwischen München und Ulm, nicht mehr vom Lkw-Aufkommen und der Lkw-Maut abhängt. Der Auftragnehmer erhält vielmehr eine Anschubfinanzierung während der Bauzeit nach Baufortschritt. Zusätzlich erhält er über 30 Jahre eine monatliche Zahlung, die von der Verfügbarkeit der Strecke und der Qualität seiner Leistungen abhängt. Herrmann: " Damit wird ein starker Anreiz für eine hochwertige Bauweise und möglichst wenig Verkehrsbeeinträchtigung gesetzt." Die Höhe des monatlichen Verfügbarkeitsentgelts unterliegt dem Vergabewettbewerb.

 

Quelle: Pressemitteilung Joachim Herrmann

Quelle: rosenheim24.de

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