Verkehrszählung an Bahnübergängen

+
In diesem Sommer geht es eher ruhig zu an den Happinger Bahnübergangen, hier in der Seestraße. Das schlechte Wetter lockt die Erholungssuchenden nicht zu den dahinter liegenden Seen.

Rosenheim - Derzeit werden alle Fußgänger- und Fahrzeugbewegungen an den Bahnübergängen in der Seestraße und der Innaustraße gemessen. Hintergrund: Die Bundesbahn plant, die Übergänge zu schließen.

Seit mehr als zehn Jahren plant die Bundesbahn, die Happinger Bahnübergänge zu schließen. Nur bei einem, dem in der Waldstraße, ist dies bisher gelungen.

Derzeit erarbeitet die Bahn Details für die erneute Vorlage beim Eisenbahnbundesamt (EBA). Das EBA hatte die letzten Planungen als nicht ausreichend begründet zurückgewiesen.

Die Bahn hatte als Ersatz für die Seestraße eine Unterführung auch für den motorisierten Verkehr vorgeschlagen, für die Innaustraße eine Unterführung nur für Radfahrer und Fußgänger. Im Juli 2010 hatte das Eisenbahnbundesamt (EBA) München in Absprache mit der Regierung von Oberbayern angemerkt, das Happinger Vorhaben gehe über die einfache Beseitigung eines Bahnübergangs hinaus. Die Projekte der Bahn seien nur im Zusammenhang mit einer fundierten Straßenverkehrsplanung machbar. So seien die Verkehrsströme in der Innaustraße und der Seestraße zu erfassen und zu bewerten. Nur so sei nachvollziehbar, an welcher Stelle die einzige verbleibende Über- oder Unterführung zu bauen ist, die auch von Kraftfahrzeugen benutzt werden kann.

Elektronische Geräte zählen die Fahrzeuge

Da in Happing wegen des dahinter liegenden Naherholungsgebietes der Wochenend- und Freizeitverkehr dominiert, laufen seit Anfang Juni Zählungen der Fahrzeuge zu verschiedenen Zeiten und Wochentagen. Sie werden im September abgeschlossen. Die Frage ist, ob in diesem verregneten Sommer verwertbare Ergebnisse zustande kommen oder ob diese nicht im wahrsten Sinn des Wortes verwässert werden. Der Andrang der Erholungssuchenden ist in normalen, also heißeren Sommern, wesentlich größer.

Gezählt werden alle Fußgänger- und Fahrzeugbewegungen an den Übergängen in der Seestraße und der Innaustraße. Dafür stellt die Bahn bis September immer wieder elektronische Geräte an den Schranken auf, die jeweils 24 Stunden lang alle Bewegungen registrieren, unter der Woche und auch am Wochenende. Die Geräte sind in der Lage, sowohl die Zahl als auch Größe der Fahrzeuge und die Richtung zu erfassen, in die sie unterwegs sind.

Die geforderte fundierte Straßenverkehrsplanung soll nach Auskunft einer Bahnsprecherin zum Jahresende fertig sein. Anfang nächsten Jahres will die Bahn die aktualisierten Unterlagen beim Eisenbahnbundesamt vorlegen.

Die ganz am Anfang der ursprünglichen Planungen von der Bahn vorgeschlagenen gigantischen Überführungsbauwerke stießen in Happing auf heftige Ablehnung. Deshalb verfolgte die Bahn diese Überlegungen nicht weiter.

Die Unfallzahlen auf den Bahnübergängen in Deutschland sind seit Jahren rückläufig: Verzeichnete die Statistik 1994 noch 628 Unfälle, waren es 2009 noch 203. Im selben Zeitraum hat die Bahn den Bestand an höhengleichen Bahnübergängen ständig verringert, von 28682 auf 19846.

Technisch gesicherte Übergänge wie die in Happing unterliegen zweimal jährlich einer strengen Inspektion. Die Bahn investiert jährlich rund 170 Millionen Euro in die Sicherung und Beseitigung von Übergängen. Hinzu kommen weitere 340 Millionen Euro vom Bund und den Straßenbaulastträgern.

re/Oberbayerisches Volksblatt

Quelle: rosenheim24.de

Zurück zur Übersicht: Bayern

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Live: Top-Artikel unserer Leser