Versuchter Totschlag: Brutale Schläger schweigen vor Gericht

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Die Angeklagten Eric H. (l) und Eugen S. am Mittwoch im Landgericht.

Regensburg - Feige verstecken sie ihre Gesichter hinter den erhobenen Händen, dann blicken sie starr nach unten: Die brutalen Schläger von Regensburg, am Mittwoch standen sie erstmals vor Gericht.

Am zweiten Weihnachtsfeiertag 2009 waren die drei Burschen vor einem McDonald’s in Regensburg plötzlich auf den 36-jährigen Alex S. losgegangen, hatten so brutal auf ihn eingeschlagen und eingetreten, dass der arme Kerl mit schwersten Verletzungen ins Koma fiel. Vor Gericht zeigten sich die Brutalos nun wenig mutig: Sie schwiegen zu der Tat.

Zwei der Schläger stehen wegen versuchten Totschlags vor dem Regensburger Landgericht. Der dritte Beschuldigte ist wegen gefährlicher Körperverletzung angeklagt. Zu Beginn des Prozesses erklärten die Verteidiger, dass die drei Angeklagten erst später in dem auf sechs Tage angesetzten Prozess zu den Vorwürfen aussagen wollen. Die Tat – sie schockte ganz Bayern: Laut Anklage waren die 22 und 23 Jahre alten Beschuldigten am zweiten Weihnachtsfeiertag 2009 frühmorgens mit zwei anderen Besuchern des Restaurants wegen eines umgefallenen Getränkebechers in Streit geraten. Die beiden Hauptangeklagten fügten schließlich Alex S. auf dem Parkplatz des Restaurants mehrere Schädelbrüche zu. Unglaublich: Ein Angeklagter hielt das liegende Opfer fest, während sein Freund mehrfach mit voller Wucht ins Gesicht des Mannes trat. Der dritte Beschuldigte attackierte den Begleiter des 36-Jährigen. Eine Videokamera hielt die Tat der Männer, die alle drei aus der ehemaligen Sowjetunion stammen, fest.

Um die Kamera ging es am Mittwoch auch im Prozess: Ein Anwalt warf den Ermittlern vor, die Aufnahmen nicht ausreichend ausgewertet zu haben. Die Verteidiger haben deshalb selbst Experten beauftragt, die Fotos aufzubereiten. Damit wollen die Rechtsanwälte belegen, dass das Opfer zu Beginn der Gewalttätigkeiten eine wesentliche Rolle spielte. Allerdings geht schon aus der Anklage hervor, dass der 36-Jährige zunächst die Beschuldigten selbst massiv angegangen ist und die ursprüngliche Rauferei mit ausgelöst hat.

Die drei Täter waren Anfang 2010 nach einer mehrwöchigen, großen Fahndung gefasst worden. Das Urteil in dem Prozess ist für den 22. Februar vorgesehen.

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