Ein Vierteljahrhundert "Mini-Rosenheim"

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Von links: die stellv. Landrätin Marianne Loferer, Rosenheims zweiten Bürgermeister Anton Heindl und Mini-Ro-Bürgermeister Andreas Pfaffinger beim Pressegespräch

Rosenheim - Zum 25. Jubiläum der Kinderspielstadt "Mini-Rosenheim" hat der Kinderbürgermeister der Stadt, Andreas Pfaffinger, am Donnerstag zu Empfang und Stadtrundgang eingeladen.

Auf mehr als 39.000 Einwohner hat es Mini-Rosenheim im vergangenen Vierteljahrhundert geschafft. Die Idee, Kinder in einer eigenen Stadt schalten und walten zu lassen, der Spielstadt immer wieder eine neue Identität zu verleihen ist längst eine Erfolgsgeschichte geworden. Zum 25-jährigen Jubiläum lud Mini-Rosenheim-Bürgermeister Andreas Pfaffinger am Donnerstag zum Empfang sowie zum Stadtrundgang.

Die Schreinerei der Kinderstadt

Der 12-jährige begrüßte besonders seine Ehrengäste, die stellvertretende Landrätin Marianne Loferer und Rosenheims zweiten Bürgermeister Anton Heindl. Beide lobten Mini-Rosenheim und bedankten sich bei Initiatoren und Betreuern. Bürgermeister Heindl sagte, er habe seine drei Kinder gerne hierher geschickt, sie schwärmten in höchsten Tönen von dieser Zeit. Das besondere an Mini-Rosenheim sei unter anderem, dass jedes Kind lernen könne, dass es eine Persönlichkeit sei. Es gebe kein besseres Qualitätssiegel, fuhr Heindl fort, als dass ehemalige Spielstadtkinder ihre eigenen Kinder nach Mini-Rosenheim schickten.

Tatsächlich sind viele der Spielstadtkinder dieser, aus Sicht der hauptamtlich Verantwortlichen, „einzigartigen Schule des Lebens“ treu geblieben. Auch als Betreuerinnen und Betreuer begleiten sie die nachrückenden Generationen der 8- bis 14-jährigen bei ihrem Aufenthalt.

Mini-Rosenheim war und ist ein Spiegelbild der Welt der Erwachsenen. Ihr Erfolg beruht auf der Vorliebe der Kinder, diese nachzuahmen, zum Teil in einer überspitzten Form. Auf die Frage nach seinen Aufgaben, antwortete heute der 12-jährige Bürgermeister Andreas Pfaffinger, er habe mit den Betreuern über Lohnerhöhungen verhandelt und er müsse schauen, dass alles viel sozialer werde. Eine Anekdote aus der Vergangenheit passierte Isabelle Schweier, sie ist heute für Mini-Rosenheim am Happingerausee mitverantwortlich. Eines Tages war sie zahlungsunfähig. Schreinermeister Schorsch (Fritsch) beschlagnahmte daraufhin ihr Pferd und kündigte an, es grillen zu wollen. Um dies zu verhindern, organisierten die Kinder eine Spendenaktion, das Pferd „Bosna“ konnte freigekauft werden. Ein anderes Beispiel ist „Onkel Toms Hütte“. So nannte ein Betreuer 1992 seine „bessere Bank“. Weil er 200 Prozent Zinsen versprach, zahlten die Kinder fleißig ein. Übernacht verschwanden Betreuer und Bank. Die Kinder waren ärmer an Geld und um eine Erfahrung reicher. Als 1997 Börsenspekulanten ein Atomkraftwerk errichten wollten, kam es zur größten Demo in der Geschichte Mini-Rosenheims. Der Euro wurde 2002 eingeführt, er heißt dort „Mini-Euro“ und die Praxisgebühr wird seit 2004 verlangt.

Ab 1994 war die Spielstadt auch am Happingerausee zu Hause. Ein Jahr später kam ein Kind erstmals auf die Idee, sich mit einer Werkstatt selbständig zu machen. Für Florian Glas musste der Weg zum See dringend ausgebessert werden. Deshalb gründete er das Straßenbauamt.

Die heutigen Leiter von Stadt- und Kreisjugendamt, Gerd Rose und Johannes Fischer, dürfen sich mit dem Titel „Urväter“ von Mini-Rosenheim schmücken. 1986 fuhren die beiden mit einem Bus voller Kinder nach Mini-München. Sowohl die Kinder als auch Rose und Fischer waren derart begeistert, dass sie schon auf der Rückfahrt nach Rosenheim erste Pläne schmiedeten.

Ein Jahr später, im August 1987 eröffnete Mini-Rosenheim auf dem landkreiseigenen Jugendzeltlager Kohlstatt bei Söllhuben. Die Zelte für die Werkstätten wurden über die Pfarrei Wiederkunft Christi in Kolbermoor zur Verfügung gestellt und die materielle Ausstattung an Spielgeräten und Werkzeugen steuerte der Stadtjugendring Rosenheim bei. Aufgrund des großen Andrangs gab es 2006 erstmals zwei Mini-Rosenheims, eines in Kohlstatt, das zweite am Happingerausee. Als dritter Standort konnte 2010 in Rosenheim der Aktivspielplatz Hüttenstadt als Mini-Rosenheim Nord erschlossen werden. Insgesamt können so täglich bis zu 500 Kinder Spielstadtflair genießen.

Mini-Rosenheim wird weiterhin jedes Jahr aufs Neue als 47. Landkreisgemeinde begeistern. Mehr als 39.000 Kinder können nicht irren.

Pressemeldung Landratsamt Rosenheim

Quelle: rosenheim24.de

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