"Erinnerung wach halten"

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Volkstrauertag mit Gedenken am Soldatenfriedhof. In der Mitte Landrat Josef Neiderhell.

Rosenheim - Nach einem Schweigemarsch zum Volkstrauertag bis zum Soldatenfriedhof sprachen OB Gabriele Bauer und Kaplan Jorge Gonzales-Carril über die Bedeutung, Erinnerung zu bewahren.

An die Opfer von Krieg und Gewalt erinnerte der Volkstrauertag am Sonntag. "Das Geheimnis der Versöhnung ist Erinnerung", sagte einst der ehemalige Bundespräsident Richard von Weizsäcker. Oberbürgermeisterin Gabriele Bauer nahm seine Worte in ihre Rede am Soldatenriedhof auf. "Der Volkstrauertag gibt uns allen die Gelegenheit, über Vergangenes nachzudenken und sich zu erinnern. Gleichzeitig öffnet er den Blick für die Gegenwart und die Zukunft", sagte sie und unterstrich die Notwendigkeit dieses staatlichen Gedenktages auch noch 65 Jahre nach Ende des Zweiten Weltkrieges.

Im wahrsten Sinne lebenswichtig sei es, auch der jungen Generation, die selbst keinen Krieg mehr erlebt habe, die Wichtigkeit des Volkstrauertages klar zu machen: "Nur wenn der Schrecken und die Verwüstungen eines Krieges dauerhaft auf der ,Festplatte der kollektiven Erinnerung einer Nation eingebrannt sind, wird sich eine solche Nation ebenso dauerhaft nach Frieden und Freiheit sehnen."

Oberbürgermeisterin Gabriele Bauer bei der Kranzniederlegung zum Gedenken der Gefallenen und Toten.

Eine Kollektivschuld dürfe es aber nicht geben. "Die junge Generation von heute ist nicht verantwortlich für das, was damals geschehen ist. Aber sie ist in der Generationenabfolge heute und morgen selbstverständlich verantwortlich für das, was in der Geschichte daraus wird", so Bauer.

Auch Kaplan Jorge Gonzales-Carril stellte die Erinnerung in den Mittelpunkt seiner Rede. "Es ist unglaublich, wie schnell das Vergessen einsetzt und wie schnell Menschen wieder bereit sind, mit dem Feuer zu spielen", meinte er.

In jüngster Zeit würden die Kriege im Irak und in Afghanistan wieder für Bedrücken sorgen. Am meisten bewegen ihn in diesem Zusammenhang Schüler, die in aller Öffentlichkeit ihre Sehnsucht nach Frieden und Freiheit kundtun und die Alten, bei denen durch diese Kriege die eigene Vergangenheit wieder erwacht: "Bei ihnen entstand eine tiefe Sorge".

Krieg sei eben niemals eine Lösung und bringe immer nur Leid, das dürfe man auch 65 Jahre nach dem Zweiten Weltkrieg nicht vergessen.

Der Kaplan rief beim Abschluss zum Beten für den Frieden auf: "Wer seine Hände zum Gebet faltet, kann sie nicht gegen seine Mitmenschen erheben."

Die feierliche Gedenkstunde am Vormittag endete mit Kranzniederlegungen vor den Soldatengräbern, Gewehr-Salven der Gebirgsschützenkompanie und dem Singen der Bayern- sowie der Nationalhymne. Für die musikalische Umrahmung sorgte die Rosenheimer Stadtkapelle.

wu/Oberbayerisches Volksblatt

Quelle: rosenheim24.de

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