Feuerwehreinsätze in Asylbewerberunterkunft

Dicke Rechnung für Fehlalarme

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Innerhalb von rund fünf Monaten rückte die Waldkraiburger Feuerwehr dreizehnmal aufgrund eines Fehlalarms am Asylbewerberheim an. (Das Foto stammt von einem anderen Einsatz, nach einer korrekten Alarmierung.)
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Waldkraiburg - Dreizehnmal musste die Feuerwehr zu einem Einsatz im Asylbewerberheim anrücken - jedes Mal war es falscher Alarm. Die Stadt möchte dies so nicht hinnehmen.

Bürgermeister Robert Pötzsch informierte den Waldkraiburger Stadtrat in seiner letzten Sitzung am Dienstagabend über den Umgang mit den vielen Feuerwehreinsätzen in der Waldkraiburger Asylbewerberunterkunft. Demnach versucht die Stadt, einige Einsätze der Regierung von Oberbayern in Rechnung zu stellen.

Melder gezielt mit Kerze ausgelöst

Von April bis Anfang September dieses Jahres wurde die Waldkraiburger Feuerwehr dreizehnmal zur Asylbewerberunterkunft gerufen. Jedes einzelne Mal brannte es aber gar nicht. Einmal spielten vermutlich Kinder mit Feuerwerkskörpern, ein anderes Mal löste verbranntes Essen den Rauchmelder aus. Einmal soll der Alarm gar gezielt mit einem Feuerzeug oder einer Kerze ausgelöst worden sein. Wie Pötzsch bekanntgab, sollen sieben der 13 Einsätze nun der Regierung von Oberbayern in Rechnung gestellt werden.

Grundlage für dieses Vorgehen ist Artikel 28 Absatz 2 des Bayerischen Feuerwehrgesetzes, wonach bei grob fahrlässiger oder vorsätzlicher Falschalarmierung der Feuerwehr Kostenersatz in Höhe von pauschal 100 Euro verlangt werden kann. Ob die Stadt von der Regierung von Oberbayern tatsächlich insgesamt 700 Euro für die Einsätze bekommt, ist aber noch offen. Nach Angaben der Stadt läuft derzeit das Anhörungsverfahren. Die Reaktion auf die finanziellen Forderungen sei abzuwarten.

Kommandant fürchtet sinkende Einsatzbereitschaft

Ärgerlich für die Feuerwehr sind aber auch die sechs Fehlalarme, für die keine Kostenerstattung möglich ist. In diesen Fällen war vermutlich ein Organisationsmangel schuld am Fehlalarm. Alleine Küchendämpfe lösten viermal den Melder aus, zweimal war verbranntes Essen die Ursache des Alarms. Bereits Anfang Juli hatte Bürgermeister Pötzsch die Regierung von Oberbayern schriftlich auf die Organisationsmängel hingewiesen. Bislang gab es auf das Schreiben keine Reaktion.

Nicht nur für die Stadt, sondern auch für die Einsatzkräfte sind die Fehlalarme ein großes Ärgernis. Nach Angaben der Stadt befürchtet Kommandant Bernhard Vietze, dass die Bereitschaft der ehrenamtlichen Helfer zum Einsatz bei häufiger Fehlalarmierung im selben Objekt abnehmen könnte.

Quelle: innsalzach24.de

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