Gezerre um Wasserkraft aus der Salzach

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Fotomontage eines angedachten Wasserkraftwerks an der Unteren Salzach
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Landkreis - Obwohl man in Salzburg längst andere Pläne verfolgt, streiten Politiker im Berchtesgadener Land munter weiter: Wasserkraft aus der Salzach wird derweil immer unwahrscheinlicher.

Lange war davon die Rede: Ein Wasserkraftwerk an der Unteren Salzach im Freilassinger Becken. Im Oktober 2012 wurden Pläne vorgestellt, in den Monaten darauf die Bürger befragt. Mit der Salzburger Landtagswahl im Juni 2013 sollte sich aber manches entschieden ändern: Landeshauptmann Wilfried Haslauer nahm die Grünen mit in die neue Regierung, seine erste Stellvertreterin ist seitdem Astrid Rössler. Doch die hat für den Grenzfluss zwischen Österreich und Bayern andere Vorstellungen.

Salzburger Pläne vom "Projekt Salzachauen"

Kurz nach der Wahl wurden erstmals die Salzburger Pläne für einen Naturpark um die Salzach bekannt. Am 29. Oktober stellte die Grünen-Politikerin Rössler das "Projekt Salzachauen" vor: "In den Salzachauen kann durch Aufweitungsmaßnahmen eine naturnahe Flusslandschaft samt neun Quadratkilometer großem Naturpark entstehen. Das ist ein riesiges Potenzial um eine Kathedrale für die Zukunft zu bauen." Da sich die Salzach immer tiefer in sein Bett grabe, sei eine "Anhebung der Flusssohle und dynamische Verzahnung mit dem Auwald für den Hochwasserschutz und aus ökologischer Hinsicht dringend erforderlich". Ein bis zu 400 Meter breiter Naturpark könne so entstehen.

Damit sei das Wasserkraftprojekt vom Tisch - könnte man zumindest meinen. "Aber offensichtlich interessiert jetzt die Salzburger Landesregierung nicht mehr, was die Bürger wollen", so Landrat Georg Grabner kürzlich. Grabner will an einer ökologischen Wasserkraftnutzung festhalten. Auch die Landtagsabgeordnete Michaela Kaniber (CSU) aus Bayerisch Gmain sprang dem Landrat zur Seite und ließ verlauten, dass ein Wasserkraftwerk keineswegs vom Tisch sei.

Wasserkraftwerk sei "gestorben" und "mausetot"

Wie sich die Bayerische Staatsregierung zu den Salzburger Plänen steht, wird sich noch zeigen. Der für Wasserwirtschaft zuständige Salzburger Landesrat Schwaiger sieht "an diesem Standort" das Kraftwerk jedenfalls als "gestorben", außerdem sei es wirtschaftlich nicht machbar. Auch Bernhard Zimmer, Sprecher der Grünen im Berchtesgadener Land, stößt ins selbe Horn: "Das Projekt ist nicht wirtschaftlich, sonst wäre da schon längst Gas gegeben worden", so Zimmer im Gespräch mit BGLand24.de. - "das Wasserkraftwerk an der Salzach ist mausetot, davon gehe ich aus".

Erst Ende August ließ Bayerns Umweltminister Marcel Huber noch verlauten: "Die Verwirklichung einer energetischen Nutzung geht nur in Zusammenarbeit mit Österreich" - dass sich die Salzburger inzwischen sperren, sollte aber klar geworden sein.

xe

Quelle: BGland24.de

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