Paul Adlmaier: "Umsätze auf Vorjahresniveau"

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Rosenheim - Während viele Menschen derzeit schon an Ostern denken, beschäftigt sich die BBE-Handelsberatung noch einmal mit der Weihnachtszeit.

Das deutschlandweit agierende Unternehmen startete eine repräsentative Umfrage in Bayern, in der rund 10.000 Einzelhandelsbetriebe nach ihrer Zufriedenheit mit dem Weihnachtsgeschäft gefragt wurden.

Der Umsatz ist demzufolge deutlich schlechter ausgefallen als ursprünglich angenommen. Rosenheim stellt dabei wohl eine Ausnahme dar, denn hier können die Vertreter des Einzelhandels dieses Ergebnis nicht nachvollziehen.

Das BBE-Umfrage-Ergebnis spiegelt nicht wieder, was überregional in der Weihnachtszeit immer wieder gemeldet wurde. Zu hören war da von "Konsumrausch" und "rasanten Aufschwung". Die jetzt von dem Unternehmen ermittelten Zahlen sprechen aber eine ganz andere Sprache: 80 Prozent der befragten Einzelhändler in Bayern sind demnach mit dem Verlauf des Weihnachtsgeschäfts nicht zufrieden. Besonders die Bereiche Textil-, Schuh- und Unterhaltungselektronik meldeten Umsatzrückgänge.

BBE-Geschäftsführer Joachim Stumpf dazu: "Die Erwartungen des Handels haben sich nicht erfüllt." Er führt dies hauptsächlich auf den frühen Wintereinbruch zurück. "Schnee und Eis haben viele Kunden von einem Einkaufsbummel abgehalten", mutmaßt Stumpf. Außerdem sieht er im Online-Einkauf eine immer stärker werdende Konkurrenz zum Stadtbummel.

Vertreter des Rosenheimer Einzelhandels können diese Aussagen nicht nachvollziehen. "Ich habe von den Einzelhändlern nichts Negatives gehört", sagt Günter Boncelet, Geschäftsführer des Rosenheimer City-Management-Vereins. Das bestätigt auch Paul Adlmaier, Inhaber des gleichnamigen Herrenbekleidungshauses und Vorstand des City-Managements. Er hält von derartigen Umfragen nicht viel: "Solche Pauschalaussagen bringen nichts." Allerdings hätten sich die Einzelhändler in der Vorweihnachtszeit schon über die vielen euphorischen Meldungen gewundert: "Davon war in den meisten Geschäften nie etwas zu spüren. Der Einzelhandel war zufrieden, bewegte sich aber im Grunde mit seinen Umsätzen auf Vorjahresniveau."

Dem stimmt auch Gerhard Buluschek, Vorsitzender des Rosenheimer Einzelhandelsverbandes, zu. "Bei mir sind keine negativen Stimmen angekommen. In Rosenheim war man mit dem Weihnachtsgeschäft zufrieden", sagt er. Überregionale Meldungen in der Weihnachtszeit von einem "privaten Konsum als Konjunkturmotor" hält auch er für "völlig überzogen". "Die Menschen haben nicht plötzlich mehr Geld in der Tasche, also können sie nicht von einem auf den anderen Tag so viel mehr ausgeben", sind sich Buluschek und Adlmaier einig.

Online-Einkauf empfinden die beiden Rosenheimer Einzelhandels-Vertreter übrigens auch nicht als große Konkurrenz. "Als in den 1970er-Jahren der Katalog-Versand kam, prophezeiten viele düstere Zeiten für den Einzelhandel. Wie man heute sieht, kam alles ganz anders. Ähnlich läuft es jetzt auch mit dem Online-Geschäft", meint Adlmaier.

Genau wie Buluschek nimmt er sogar schon wieder einen Gegentrend zum Einkauf per Computer wahr: "Selbst immer mehr junge Menschen wünschen sich wieder eine gute fachliche Beratung und Service."

wu/Oberbayerisches Volksblatt

Quelle: rosenheim24.de

Rubriklistenbild: © dpa

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