Volle Ladung Weihnachten

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Wovon träumen Weihnachtsengel im Oktober? Vielleicht Vom Osterhasi? Weihnachtsmarkt bei Weko.

Rosenheim - Es begab sich aber zu der Zeit, als der Oktober noch lange nicht zu Ende war, da bauten die Geschäfte schon ihre Weihnachtsmärkte auf. Und die Kunden wussten es zu schätzen.

Nicht ganz so, aber doch so ähnlich beginnt die Weihnachtsgeschichte. Es sind noch gut acht Wochen bis zum Fest. Doch schon jetzt gibt es in den Geschäften "die volle Ladung Weihnachten". Krippen, Engel, Christbaumkugeln, Sterne, Glitzergirlanden sind so dekoriert, dass sie zum Blickfang werden. Manch einem verschlägt es die Sprache bei dieser Fülle weihnachtlicher Pracht noch vor November.

Das Christkind liegt schon in der Krippe, dabei ist noch viel Zeit bis zum Fest.

Die Kunden gehen nicht achtlos daran vorbei. Sie kaufen. "Die Leute wollen sich vorbereiten", begründet Rainer Latzlsperger von der Weko-Geschäftsleitung den Frühstart, "sie wollen sich informieren über neue Deko-Ideen, und sie wollen sich für den Advent eindecken. Wenn sie das nicht bei uns tun, tun sie es woanders." Letztendlich müsse er als Kaufmann nüchtern einräumen: "Wir wollen Begehrlichkeiten wecken."

Das funktioniert schon beim Aufbau. Wenn sie Mitte Oktober anfangen, den Weihnachtsmarkt zu gestalten, müssen die Mitarbeiter den Bereich absperren, damit sich die Kunden nicht gleich in dieser Phase bedienen.

Sonja Nawarath vom Praktiker-Markt in Kolbermoor schildert dies genauso: "Wir haben noch nicht ausgepackt, da stehen die Kunden schon neben uns und beschweren sich, da sei ja gar kein Preis dran. Die greifen direkt in die Kartons" Der Markt hält sich an Termine, die die Zentrale bei Saarbrücken vorgibt.

Bei Karstadt wird "Weihnachten" gerade aufgebaut.

Der Kunde frage das frühe Angebot nach, heißt es von dort. Zudem werde das Weihnachtssortiment auf Sonderverkaufsflächen präsentiert, die saisonbedingt belegt werden. Den Verdacht, irgendwann einmal werde Weihnachten geschäftsmäßig schon in den August verlegt, zerstreut Pressesprecherin Kathleen Dräger mit einem schlagenden Argument: Dann stehen auf der Sonderfläche noch Gartenmöbel oder Grillgeräte. Noch früher könne man also gar nicht beginnen. Sie selbst hat sich bereits in der ersten Oktoberwoche von Christbaumkugeln in Beerentönen verführen lassen. Die liegen dieses Jahr im Trend.

Bei Karstadt hält man sich noch etwas zurück. "Weihnachten" wird gerade erst im Untergeschoss aufgebaut. So frühzeitig wie viele Discounter, bei denen schon parallel zum Herbstfest Lebkuchen in den Regalen liegen, wolle Karstadt keine Weihnachtsatmosphäre verbreiten, sagt Geschäftsführer Matthias Ecke. Aber die Wochen vor Weihnachten hätten nun einmal große Bedeutung. Zuerst steht das Dekorative im Vordergrund, dann kommen Süßwaren, Kerzen und Beleuchtung, irgendwann zum Schluss der Baumschmuck - in den letzten Tagen der Christbaumständer, weil erst dann eventuell festgestellt wird, dass der alte kaputt ist.

Dass die Lebensmittelhändler schon Ende September/Anfang Oktober die Kunden mit Lebkuchen und Stollen und ziemlich bald danach mit "Schokoladenhohlfiguren" locken, liegt nach den Worten von Edeka-Pressesprecher Gernot Kasel nicht nur daran, dass die Nachfrage da ist: "Wir könnten auch gar nicht alles auf einmal produzieren." Nachdem die meisten Edeka-Läden von selbstständigen Einzelhändlern geführt werden, kann jeder frei entscheiden, ob schon im September Weihnachtsware geordert wird: Sie tun es alle, weil die Kunden es so wollen.

re (Oberbayerisches Volksblatt)

Quelle: rosenheim24.de

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