Wenige Japan-Heimkehrer auf Strahlen getestet

München - Bisher haben sich nur wenige Japan-Heimkehrer in Bayern auf radioaktive Strahlung testen lassen. Beim Bundesamtes für Strahlenschutz (BfS) in Oberschleißheim waren es vier.

Bei der Außenstelle des Bundesamtes für Strahlenschutz (BfS) in Oberschleißheim nahe München sind bisher vier Menschen untersucht worden. Die Ergebnisse lägen jedoch noch nicht vor, sagte Udo Gerstmann vom Fachbereich Strahlenschutz und Gesundheit am Donnerstag. Zudem gebe es weitere Anfragen von Japan-Heimkehrern.

Beim Nukleartechnik-Konzern Areva in Erlangen wurden zehn Mitarbeiter getestet, die zum Zeitpunkt des Megabebens in Block 4 des japanischen Atomkraftwerks Fukushima 1 waren. Sie wurden schnell aus dem Katastrophengebiet gebracht und am Sonntag ausgeflogen - bei ihnen sei deshalb keine Radioaktivität festgestellt worden. Touristen oder Auswanderer hätten sich noch nicht in Erlangen gemeldet. “Wir rechnen aber stündlich damit“, sagte Areva-Mitarbeiter Rainer Bezold.

An den drei weiteren Messstellen in Kulmbach, Regensburg und Würzburg wurden bislang keine potenziellen Strahlenopfer untersucht. Nur bei der Universität Würzburg gab es zwei Anfragen aus Angst vor Verstrahlung. Diese hätten sich jedoch als unbegründet herausgestellt, sagte Physiker Heribert Hänscheid. Nach seinen Erfahrungen mit dem GAU in Tschernobyl 1986 geht er jedoch davon aus, dass sich noch Jahre nach der Katastrophe Menschen mit der Bitte um eine Messung melden.

Bei einem solchen Test wird die von den Menschen ausgehende Strahlung in einem massiv abgeschirmten Raum rund zwanzig Minuten lang aufgezeichnet. Auf diese Weise seien die Messungen im “Ganzkörperzähler“ ohne Einfluss von Umgebungsstrahlung möglich, sagte BfS-Strahlenexperte Gerstmann.

dpa

Rubriklistenbild: © dpa

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