Großschleusung bei Weyarn

Schleuser mit zehn Irakern auf A8 aufgegriffen

Weyarn/Rosenheim - Am Sonntag stoppte die Bundespolizei eine Großschleusung. Der Schlepper besaß nicht mal einen Führerschein und fünf Personen verbrachten die Fahrt ungesichert auf der Ladefläche.

Die Bundespolizei hat am Sonntag (12. April) auf der A8 nahe Weyarn eine Großschleusung beendet. Ein mutmaßlicher Schlepper aus Ungarn beförderte in einem Kleintransporter zehn irakische Staatsangehörige. Fünf der Geschleusten mussten die Fahrt ungesichert auf der Ladefläche zubringen. Wie sich herausstellte, hatte der Fahrer noch nicht einmal einen Führerschein.

Am Autobahnparkplatz Seehamer See kontrollierten Fahnder der Rosenheimer Bundespolizei die Insassen eines kleinen Transporters. Am Steuer saß ein 37-jähriger Mann, der sich mit einer ungarischen Identitätskarte ausweisen konnte. Seine Begleiter hingegen hatten keine Papiere dabei. Das traf sowohl auf die fünf Personen zu, die sich auf den Sitzplätzen befanden, als auch auf die fünf Mitfahrer, die auf der Ladefläche des Wagens Platz nehmen mussten. Eigenen Angaben zufolge handelt es sich um Iraker, acht Männer und Frauen im Alter von 21 bis 35 Jahren sowie zwei Minderjährige, 11 und 17 Jahre alt. Einer der unerlaubt Eingereisten gab an, dass die Schleusung vom Irak über Bulgarien und Ungarn nach Deutschland pro Person 9.000 Dollar gekostet hätte.

Der Fahrzeugführer beteuerte seine Unschuld und erklärte, das Fahrzeug in Budapest von einem Bekannten übernommen zu haben. Eigentlich wollte er nur nach Deutschland, um „Bäume und Büsche zu schneiden“. Einen konkreten Arbeit- oder Auftraggeber konnte er jedoch nicht benennen. Am Montag wurde der Ungar in München beim Amtsgericht vorgeführt. Der Richter ordnete an, den mutmaßlichen Schleuser in Untersuchungshaft zu nehmen. Seine irakischen Begleiter konnten an die Münchner Aufnahmestelle für Flüchtlinge weitergeleitet werden. Aufgrund der vorliegenden Erkenntnisse geht die Bundespolizei davon aus, dass eine ganze Schleuserorganisation hinter dieser Fahrt steckt. Die Ermittlungen dauern an.

Pressemitteilung der Bundespolizeiinspektion Rosenheim

Quelle: rosenheim24.de

Rubriklistenbild: © pa

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