Der trockenste Sommer seit zehn Jahren

+

Landkreis - So wenig wie in diesem Sommer hat seit 10 Jahren nicht mehr geregnet - und das trotz Hochwassers im Juni. Hier der Trend für die zweite August-Hälfte:

Der Sommer 2013 hat sein Niederschlagssoll bisher erst zu etwas mehr als 70 Prozent erfüllt. So trocken war es in einem deutschen Sommer zuletzt vor 10 Jahren gewesen. Im Jahr 2003 – dem Rekordsommerjahr – kamen nur 68 Prozent der üblichen Regenmengen vom Himmel. „Danach war nie wieder ein Sommer so trocken, obwohl uns die Klimaexperten nach dem Sommer 2003 ganz andere Dinge prophezeit hatten: Die Sommer sollten zukünftig immer heißer und trockener werden“, so Diplom-Meteorologe Dominik Jung vom Wetterportal wetter.net (www.wetter.net).

Die Sommer nach 2003 waren fast alle durchschnittlich bzw. sogar deutlich zu nass. Das der Sommer 2013 bisher deutlich zu trocken ist, dürfe viele Menschen aufgrund der Bilder vom letzten Hochwasser ziemlich wundern. Aber: ein Großteil des Regens fiel statistisch gesehen noch in den Mai. Der kleinere Teil kam im Juni runter. Der Juni brachte dann auch insgesamt 25 Prozent mehr Regen als üblich, der Juli hingegen war deutlich zu trocken. Deutschlandweit wurde das langjährige Mittel gerade mal zu 50 Prozent erfüllt. Der August hat sein Soll bisher zu 40 Prozent erfüllt. Allerdings muss man hier ganz klar sagen, dass die Niederschläge ziemlich ungleich verteilt sind. Es gibt Regionen in denen ist das August-Soll schon zu knapp 90 Prozent erfüllt, z.B. Leipzig, aber dann auch Orte wie Düsseldorf. Dort ist das Regensoll mit schlappen 7 Litern pro Quadratmetern noch nicht einmal zu 10 Prozent erfüllt. Grund waren oftmals die ungleich verteilten kräftigen Schauer und Gewitter. Manche hat es voll erwischt, andere gar nicht. Aber gerade in der Landwirtschaft bringen diese Platzregen herzlich wenig. Ganz im Gegenteil: Sie schwemmen das Erdreich weg und der Regen läuft meist komplett oberflächlich ab, statt vom Erdboden und den Pflanzen aufgenommen zu werden. In Düsseldorf oder Kassel ist der diesjährige Sommer sogar noch deutlich trockener als der Extrem-Sommer 2003.

Trend für die zweite August-Hälfte 

Die Trockenheit wird sich in der zweiten Augusthälfte sehr wahrscheinlich fortsetzen, wie ein Blick auf die folgende 7-Tages-Projektion der Niederschläge in Europa zeigt. Die roten Flächen zeigen die Bereiche in denen das Niederschlagssoll in den kommenden sieben Tagen nur zu 0 bis 25 Prozent erreicht wird, also die Bereiche in denen es viel zu trocken ist. Davon sind weite Teile Mitteleuropas und Deutschlands betroffen. Weiße Flächen zeigen Stellen wo das Soll exakt erreicht wird. Diese sind in Europa kaum zu finden. Es ist und bleibt in Europa als auch in den kommenden Tagen deutlich zu trocken.

Frische Nächte

Wer dieser Tage aus dem Haus geht, den friert es teilweise schon ganz schön. Nach der Hitze im Juli und Anfang August empfinden wir das ganze ohnehin noch einen Tick kälter. Donnerstagmorgen war es wieder einmal richtig frisch. Wer sich im T-Shirt aus dem Haus gemacht hat, der wird es sicher gemerkt haben. Die Frühtemperaturen lagen stellenweise nur zwischen 3 und 5 Grad in zwei Metern Messhöhe.

Direkt über dem Erdboden wurden in Carlsfeld im Erzgebirge nur 0,8 Grad gemessen, in Hof oder Zwiesel waren es nur 2 Grad. Sicherlich wird es in einigen Senken auch für Bodenfrost gereicht haben.

Am Tag geht es nun aber rasch in die Höhe. Nachmittags können 23 bis 27 Grad erreicht werden. Möglich macht diese große Temperaturspanne die aktuelle Wetterlage sowie die fortgeschrittene Jahreszeit. Die Nächte sind jetzt schon wieder deutlich länger als noch vor zwei Monaten, d.h. die Atmosphäre kann nachts lange auskühlen. Zudem sind die Tage und Nächte nun zunehmend wolkenlos. Dafür sorgt das Azorenhoch Dörte.

Und da Dörte den Wind überwiegend aus nördlichen Richtungen bringt, ist die Luft auch generell schon gar nicht wirklich warm. Würde der Wind aus Südwesten kommen, dann wäre es dann der Hitze in Spanien und Portugal bei uns deutlich wärmer bzw. heiß und nachts würde es nicht so stark auskühlen können. Auch in den kommenden Tagen wird der Unterschied zwischen den Temperaturen in der Nacht und am Tag richtig groß sein. Teilweise können das 20 bis 25 Grad Unterschied sein.

Pressemeldung wetter.net

Quelle: rosenheim24.de

Zurück zur Übersicht: Bayern

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Live: Top-Artikel unserer Leser