Das Wiesn-Blaulicht vom Wochenende

Rosenheim - Schwerstarbeit hatte die Polizei am Freitag und Samstag zu leisten. So wurden mindestens 25 Wiesn-Verbote verhängt sowie zahlreiche Auseinandersetzungen beendet. Ein Polizist wurde verletzt.

Entsprechend dem erwartet hohen Besucherandrang am „mittleren Wochenende“ ging es besonders am Samstagabend nicht nur in den Fahrgeschäften, Verkaufsständen und Festplatzgassen hoch her. Besonders die Bierzelte kamen an ihre Kapazitätsgrenzen. Nach Wiesnende musste am Samstagabend sogar der Verkehr auf der Kaiserstrasse für etwa 20 Minuten gesperrt werden, um die Massen der abströmenden Festbesucher zu schützen.

Und auch die Wiesnwache und die Beamten der Polizeiinspektion Rosenheim hatten am Festgelände und im Anschluss auch noch in der Stadt an den beiden Tagen alle Hände voll zu tun.

„War in den ersten Tagen durchaus eine entspanntere Einsatzlage als im vergangenen Jahr festzustellen, so hat dieses Wochenende den positiven Trend leider wieder wettgemacht“, so Einsatzleiter Rudolf Morawek. „Wir bewegen uns im statistischen Vergleich also etwa auf Vorjahresniveau“.

Die Beamten mussten eine ganze Reihe von körperlichen Auseinandersetzungen bearbeiten und es kam auch wieder zu Widerstandshandlungen gegen die Einsatzkräfte.

Ein Polizist bei Festnahme verletzt

So versuchte ein Rosenheimer am Freitag gegen 23.00 Uhr mit einem Maßkrug auf Ordner eines Bierzeltes einzuschlagen. Bei seiner Festnahme schlug er wie wild um sich und versuchte die Polizeibeamten zu verletzen.

Ein Polizeibeamter wurde am Samstag gegen 20.30 Uhr bei der Festnahme eines jungen Mannes sogar leicht verletzt. Der 27-Jährige Tatverdächtige hatte einen anderen Wiesnbesucher durch Hiebe verletzt. Bei der Personalienfeststellung durch die herbeigerufenen Beamten flüchtete der Schläger zu Fuß, konnte aber eingeholt und zu Boden gebracht werden. Dabei begann er mit den Füßen nach den Polizisten zu treten und versuchte sie zu beißen. Ein 27 Jahre alter Beamter wurde dabei verletzt. Gegen den aggressiven Stephanskirchner wird nun wegen Vergehen der Körperverletzung und des Widerstandes gegen die Polizeibeamten ermittelt. Nach einer Blutentnahme wurde er in Sicherheitsgewahrsam genommen und verbrachte die Nacht in einer Haftzelle.

25 Wiesn-Verbote am Freitag und Samstag

Insgesamt 25 Wiesnverbote mussten gegen aggressive, uneinsichtige oder gar straffällig gewordene Festbesucher am „mittleren“ Wochenende verhängt werden.

Eine Sicherheitsleistung in Höhe von mehreren Hundert Euro musste am Freitag ein 19-jähriger Südtiroler hinterlegen, weil er einen anderen Gast in einem Bierzelt zu Sturz brachte und sich dieser dabei so schwer am Kopf verletzte, dass er zur Behandlung ins Krankenhaus gebracht werden musste.

Zwei Männer wollten sich am späten Freitagabend vor dem Verlassen des Festgeländes noch „Souvenirs“ besorgen und rissen an Schaustellerbetrieben einfach große Stofftiere bzw. –herzen herunter, die als Hauptgewinne dort hingen. Beide verließen das Herbstfest schließlich mit einer Strafanzeige und einem Wiesnverbot als einzige „Andenken“.

Ein 20-Jähriger aus Tuntenhausen und ein 19-Jähriger aus Rimsting wurden Freitagabend jeweils mit Amphetaminen erwischt und wegen eines Verstoßes gegen das Betäubungsmittelgesetz angezeigt.

15-Jähriger mit zwei Promille

Ein streitendes Bad Endorfer Geschwisterpaar fiel der Wiesnstreife am Haupteingang am Freitag gegen 22.00 Uhr auf. Die beiden, 15 und 18 Jahre alt, hatten beim Alkotest jeweils etwa 2 Promille intus und wurden der verständigten Mutter übergeben.

Ein Radfahrer handelte sich in den frühen Morgenstunden des Samstag eine Strafanzeige wegen Trunkenheit im Verkehr ein. Der 20-jährige Rosenheimer fiel gegen 02.50 Uhr auf, als er sichtlich alkoholisiert auf der Ellmaierstrasse entlang radelte und dabei in Schlangenlinien fuhr und vom Pedal abrutschte. Ein Alkotest ergab einen Wert von gut 1,7 Promille. Genauso erging es einer 26 Jahre alten Münchnerin, die nach dem Herbstfest zunächst an einer Kontrollstelle am Stadtrand die Anhaltesignale missachtete. Sie wurde verfolgt und am Irschenberg gestellt. Gut 1,4 Promille bedeuteten den vorläufigen Entzug der Fahrerlaubnis und ebenfalls eine Strafanzeige für die 26-Jährige.

Die Videoüberwachung war am späten Samstagabend wieder einmal ein wertvolles Einsatzmittel für die Polizei, als eine Körperverletzung eines 17-Jährigen aufgezeichnet werden konnte. Ein junger Mann hatte zwei andere vor einem Verkaufsstand geschlagen.

20-Jährige sexuell belästigt

Kein Spaß mehr, sondern vielmehr eine Beleidigung auf sexueller Grundlage war das, was zwei Männer am Samstag gegen 22.40 Uhr taten. Einer der beiden fotografierte einer 20-jährigen Frau mit der Kamera unter ihr Dirndl. Erst eine unbekannte Zeugin machte die Geschädigte auf den Vorfall aufmerksam. Die beiden 36 und 40 Jahre alten Männer zeigten der empörten 20-Jährigen sogar noch „stolz“ die Fotos und behaupteten sogar, dass die Aufnahmen sogar schon auf einer Internetplattform eingestellt worden seien. Die Polizei bittet in diesem Zusammenhang die bislang unbekannte Frau, die das Fotografieren beobachtet und die Geschädigte aufmerksam gemacht hat, sich bei der bei Polizeiinspektion Rosenheim unter Tel. 08031 / 2000 zu melden.

Die Rosenheimer Polizei möchte an alle Festbesucher appellieren, die nach Wiesnschluss zu Fuß auf dem Weg nach Hause oder in die Stadt sind, sich an die Verkehrsregeln zu halten und die Gehwege zu benutzen. Immer wieder werden alkoholisierte Personen festgestellt, welche unachtsam die Fahrbahn betreten oder bei Rotlicht überqueren und sich dabei in Gefahr bringen! Nur glücklichen Umständen ist es zu verdanken, dass es hier bislang noch nicht zu folgenschweren Verkehrsunfällen kam.

Pressemeldung Polizeipräsidium Oberbayern Süd

Quelle: rosenheim24.de

Rubriklistenbild: © dpa/Stuffer

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