Verdächtiger Fund bei Brannenburg

Ist der Inntal-Wolf jetzt wieder zurück?  

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Noch ist es nur ein Verdacht: Aber wie schon vor rund vier Jahren soll es wieder einen Wolf in der Gegend um Brannenburg geben!
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Brannenburg/Oberaudorf - Wolfsverdacht im Landkreis: Am Wochenende wurde eine Rothirschkuh tot aufgefunden. Mehrere Indizien deuten daraufhin, dass hier ein Wolf am Werk war!

So schreibt das Bayerische Landesamt für Umwelt auf seiner Homepage, dass "die Umstände und Merkmale des getöteten Tiers" auf einen "großen Caniden" als Verursacher hindeuten. Ein Wolf könne nicht ausgeschlossen werden.

Das Amt hat zur Abklärung dieses Verdachts genetische Analysen angeordnet, die voraussichtlich in den nächsten zwei Wochen vorliegen werden. Auch die Behörden in den Inntal-Gemeinden wurden bereits informiert. Landwirte können sich an das Landesamt wenden, wenn sie Fragen haben.

Wolf im Inntal: Eine kleine Chronik 

Vor rund vier Jahren gab es bereits Meldungen, dass sich ein Wolf im Raum Brannenburg aufhalten würde. Demnach hatte der Wolf im Dezember 2009 erstmals zugeschlagen. Das damals gerissene Tier war Ende Dezember im Großraum Brannenburg am Wendelstein westlich des Inns entdeckt worden. Danach gab es weitere Funde von getöteten Wildtieren. Die bis dahin letzte Spur von dem Raubtier gab es Ende Januar 2010 im Mangfallgebirge.

Im Bereich Thiersee (bei Kufstein) nahm eine Infrarotkamera dann an einer Rehfütterungsstation im Dezember 2010 einen Wolf auf.  Zeugen wollen ihn zudem im Januar 2011 südlich der Autobahn bei Bad Feilnbach zweimal gesehen haben.

Da genetische Spuren zeigten, dass der Wolf wohl von Italien aus zu uns gekommen war, wählten die rosenheim24-User sogar einen italienischen Namen aus. So gewann der Vorschlag "Luigi" bei einem Voting im Jahr Mai 2010 auf unserem Portal.

Doch es gab auch Ärger um "Luigi": Vier Rinder, die im Sudelfeldgebiet angeblich von dem Wolf in den Tod getrieben wurden, sorgten für Schlagzeilen. Gerissene Schafe in Bayrischzell weckten Urängste und schürten die Ablehnung gegen das Raubtier bei der dortigen Bevölkerung.

Der Bürgermeister von Bayrischzell, Helmut Limbrunner, machte seinerzeit deutlich: "Wir haben gesagt, dass der Wolf hier keinen Platz hat." Und auch der Bürgermeister von Bad Feilnbach, Hans Hofer, konnte dem tierischen Besuch wenig abgewinnen: "Unsere bei den Gästen sehr beliebte Kulturlandschaft wird seit Generationen von den Almbauern im Einklang mit der Natur gepflegt". Die Anwesenheit eines Wolfes würde großen Stress bei den auf den Almen weidenden Kühen hervorrufen und damit deren Haltung gefährden. "Wir kämpfen um jeden Urlauber und die Anwesenheit eines Wolfes ist für uns alles andere als eine touristische Attraktion", sagte Hofer damals

Ins selbe Horn blies damals der Almwirtschaftliche Verein Oberbayern, der ein wolfsfreies Gebiet im bayerischen Alpenraum forderte und Unterstützung von den Gemeinden forderte. Tierschützer zeigten sich dagegen erfreut über die Rückkehr des Wolfes.

Wie gefährlich ist der Wolf für Menschen?

Das Landesamt für Umwelt beantwortet diese Frage so: Der Wolf ist von Natur aus vorsichtig und weicht dem Menschen aus. Seit der erneuten Anwesenheit von Wölfen in Deutschland hat es keinen Angriff auf Menschen durch Wölfe gegeben.

In dieser PDF-Datei auf der Homepage beantwortet das Amt zudem häufig gestellte Fragen, um die Bevölkerung aufzuklären und zu beruhigen.

mg/ro24

Quelle: rosenheim24.de

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