Welche Variante fürs Bahnhofsareal?

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Der Nutzungsplan der Variante 1 für die Rahmenplanung des Bahnhofsgeländes, wie sie vom Stadtentwicklungs- und Baugenehmigungsausschuss jetzt einstimmig befürwortet wurde.

Rosenheim - Am Montagabend zeigte Robin Nolasco, der Leiter des Stadtplanungsamtes, den Mitgliedern des Baugenehmigungsausschusses zwei Varianten für die Planung des Bahnhofsareals.

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"Schön wärs, wenn die Variante 1 verwirklicht werden könnte" - diese Worte schwebten sozusagen als einheitliche Meinung des Stadtentwicklungs- und Baugenehmigungsausschusses im kleinen Sitzungssaal, nachdem die Rahmenplanung für die Entwicklung des Bahnhofsareals vorgestellt worden war. Robin Nolasco, der Leiter des Stadtplanungsamtes, hatte dem Gremium am Montagabend zwei Varianten für das Bahnhofsareal sowie zehn Zielpunkte (Kasten) für die Entwicklung des Areals aufgezeigt. Welche Variante umgesetzt werden kann, hängt davon ab, welche Flächen die Stadt von der Bahn erwerben kann.

Bilder von der Eröffnung:

Eröffnung Rosenheimer Bahnhof

Die Rahmenplanung und die vorbereitenden Untersuchungen sollen im Frühjahr abgeschlossen sein. Das Verkehrskonzept wurde bereits im März vergangenen Jahres beschlossen. Demnach sollen die Haltestellen für die Busse des Regionalverkehrs auf dem Südtiroler Platz eingerichtet werden, die der Stadtbusse auf der Luitpoldstraße.

Die noch offenen Fragen zur Verkehrsführung, vor allem im Bereich Münchener Straße/Aventinstraße und Brückenberg/Enzenspergerstraße, werden im Verkehrsausschuss Anfang März aufbereitet, so Nolasco.

Variante 1 setzt auf eine größtmögliche Flächenverwertung im Sinne der zehn Zielpunkte. Variante 2 soll verfolgt werden, wenn die Grundstücksankäufe bis Ende 2015 nicht realisiert werden können. Die Variante 2 verfügt über keine Entlastungsstraße.

Auf dem nördlichen Bahngelände sind die Umgebung des Bahnhofs ab dem Mühlbach einschließlich des Südtiroler Platzes und der für die Landesgartenschau errichteten Parkplätze in städtischem Eigentum. Im südlichen Areal gehört der Stadt der Bereich der Park-&-Ride-Plätze bis zum Kleppersteg. Dazwischen liegt Bahneigentum in Form von kleineren Bauten und Kleingärten.

Bilder von den Bauarbeiten:

Baustelle am Rosenheimer Bahnhof

Nicht in städtischem Besitz befindet sich auch westlich der P&R-Anlage das Gebiet, auf dem die "Bahnrandstraße", die Entlastung für die Enzenspergerstraße, parallel zu den verbliebenen Gleisen verlaufen soll. Die Entwicklung dieses Gebietes ist davon abhängig, ob die Stadt diese Flächen erwerben kann. Die vier Eigentümer im nördlichen und südlichen Bereich sind Gesellschaften, die bei der Privatisierung der Bahn entstanden sind.

Die Planer versprechen sich viel von einer Entwicklung als Standort für Handel, Tourismus, Bildung, Forschung, Technologie und Gewerbe rund um die Drehscheibe Bahnhof und Busbahnhof.

Durch die Verlagerung des Hauptverkehrs auf eine neue Trasse entlang der Gleise wird Verkehrs- und Bahnlärm gebündelt und das Wohnquartier Am Gries erheblich aufgewertet. Die Realisierung der Variante 1 gestattet deutlich größere Spiel- und Gestaltungsräume als die Variante 2. Noch stehen die Verhandlungen mit den vier Eigentümern aus, daher können laut Nolasco noch keine klaren Aussagen über verfügbare Flächen und Kosten gemacht werden. Bei Variante 2 ist nur mit zwei Eigentümern zu verhandeln.

Zum Nutzungskonzept führte Nolasco aus, im Anschluss an den Südtiroler Platz sollen ein Hotelstandort und Einzelhandelsflächen entstehen. Als Ersatz für den Klepperseg soll ein neuer Fußgänger- und Radfahrersteg von der Einmündung der Luitpoldstraße in die Münchener Straße über die Bahngleise zur Traithenstraße führen. An der Kreuzung soll ein neuer Platz als Quartierseingang geschaffen werden.

Die Flächen für Gewerbe und Dienstleistung erstrecken sich dann kurz nach dem gegenüberliegenden Auerbräu-Komplex bis hin zum Brückenberg. Wie vom Stadt und Regionalplanungsbüro CIMA empfohlen, wird eine Größe von 9000 bis 10000 Quadratmeter als Einzelhandelsverkaufsfläche mit nicht innenstadtrelevantem Sortiment als Maximalgrenze bezeichnet. Wirtschaftsdezernent Thomas Bugl erklärte dazu, Anfragen eines Hotelunternehmens und eines Sportgerätehändlers lägen bereits vor.

Auf den südlichen Entwicklungsflächen soll ein neues Stadtquartier entstehen. Im östlichen Bereich ist an Bildungseinrichtungen gedacht. Im Zentrum sollen hochwertige Forschungs- und Technologieunternehmen angesiedelt werden.

Deutlich wurde, dass sich nur die große Lösung rechnet "Eine Wirtschaftlichkeit ist nur bei Variante 1 bei ganzheitlicher Planung und Umsetzung gegeben", eröffnete Oberbürgermeisterin Gabriele Bauer die kurze Diskussion. Man sei bereits im Gespräch, auch wegen der Kosten für die Entsorgung von Altlasten auf dem Gelände. Die Grundstücke sollten auf jeden Fall im Besitz der Stadt sein, um den roten Faden der Planung verfolgen zu können.

Mitte 2011 soll ein städtebaulicher Realisierungswettbewerb zur Gestaltung des Südtiroler Platzes und des Zentralen Omnibusbahnhofes (ZOB) durchgeführt werden.

Dr. Beate Burkl von den Freien Wählern/UP fragte, wieviel Parkplätze im Norden nach der Bebauung vorgesehen seien; die zur Verfügung stehenden seien täglich voll. Auch genügend Fahrradeinstellen seien nötig. Baudezernent Helmut Cybulska erklärte, geplant seien "300 plus" sowie Platz für mindestens 1000 Fahrräder. Andreas Lakowski von der SPD bezeichnete die Variante 1 als "Wunschvariante": "Schön wärs, wenn sie verwirklicht werden könnte." Der Ausspruch sprach sich einstimmig für den Vorschlag der Verwaltung aus, die Variante 1 zu verfolgen.

Die zehn Zielpunkte

1. Ausbildung des Südtiroler Platzes als Stadteingangssituation.

2. Aufwertung der Mobiltätsdrehscheibe Rosenheim durch die Platzierung des zentralen Verknüpfungspunktes am Bahnhof.

3. Ansiedlung von Handel, Tourismus-, Gewerbe-, Dienstleistungs-, Technologie- und Bildungseinrichtungen auf dem Areal zur Profilierung Rosenheims als wichtigster Wirtschaftsstandort in der Region Südostoberbayern. 4. Ausformung eines markanten Stadteingangs am Brückenberg/Münchener Straße

5. Stärkung der Zentralität durch die Aufwertung der Luitpoldstraße zwischen Bahnhof und Münchener Straße.

6. Stärkung der Verknüpfungsfunktion des Areals durch die Aufwertung des Rad- und Fußgängerverkehrs mit weiteren Querungen des Bahngeländes.

7. Entlastung der Enzenspergerstraße durch eine neue Hauptverkehrsstraße auf dem südlichen Bahnhofsareal.

8. Bessere Verknüpfung des Wohngebietes Am Gries mit der Innenstadt.

9. Ausprägung einer hochwertigen städtebaulichen Raumkante zu den bestehenden Gleisanlagen.

10. Umnutzung und Erhalt der historischen Gebäude als Zeitmonument.

hh/Oberbayerisches Volksblatt

Quelle: rosenheim24.de

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