Sänger droht Politikern mit der Mistgabel 

"Er ist ein Hassmusiker": Aufregung um Naidoos neues Lied

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Mannheim/Rosenheim - Am Freitag erschien ein neues Album der "Söhne Mannheims". Darauf unter anderem zu hören: Das Lied "Marionetten" mit Sänger Xavier Naidoo. Es sorgt nun bundesweit für neue Aufregung um den Künstler, dem eine Nähe zu den Reichsbürgern nachgesagt wird. 

Medien in ganz Deutschland kritisieren die Single auf dem neuen Album der Söhne Mannheim, die von Xavier Naidoo gesungen wird. "Spinnt Xavier Naidoo jetzt völlig?", titelt derwesten.de. Der Musikexpress fragt: "Lieber Henning Wehland, liebe andere Söhne Mannheims, liebe Pop-Elite Deutschlands: Warum lasst Ihr so einen Typen machen?" Und die HuffPost Deutschland ist überzeugt: "Xavier Naidoos neuer Song zeigt, dass er vollkommen durchgedreht ist"

Verteidigt wird Naidoo dagegen vom dem vom russischen Staat finanzierten Sender RT Deutsch. Dort hält man Naidoos Lied für eine Kritik an der "elitären Hinterzimmerpolitik". Es drücke den "in Teilen der Gesellschaft fest verankerten Unmut gegen die etablierte Politik" in lyrische Zeilen aus. 

Im Netz finden sich sowohl Unterstützer des Künstlers, als auch heftige Kritiker: 

Es geht um diese Textzeilen

Warum die ganze Aufregung? Es geht um Gewaltfantasien wie diese Zeilen: "Und wenn ich nur einen in die Finger krieg', dann zerreiß ich ihn in Fetzen. Und da hilft auch kein Verstecken hinter Paragrafen und Gesetzen."

An die Politiker im Bundestag gerichtet droht Naidoo: "Teile Eures Volkes nennt Euch schon Hoch-, beziehungsweise Volksverräter. Alles wird vergeben, wenn ihr einsichtig seid. Sonst sorgt der wütende Bauer mit der Forke dafür, dass Ihr einsichtig seid." Forke ist ein anderes Wort für Mistgabel. 

Auch andere Textzeilen bedienen fragliche Sprachcodes, die auch in rechtsradikalen Milieus und unter Reichsbürgern verwendet werden. Da ist etwa die Rede von "Marionetten" und von "Puppenspielern", für die diese Marionetten nur "Sachwalter" sind. Naidoo bleibt im Ungenauen, wer denn die Puppenspieler oder auch "Tatsachenverdreher" sind. 

Rosenheimer Bündnis: Xavier Naidoo ist ein "Hassmusiker"

Das Bündnis "Kein Hass auf Rosenheims Bühnen" betrachtet den Auftritt Naidoos beim Sommerfestival im Mangfallpark kritisch und verlangt sogar eine Ausladung. Das Thema sorgte im Januar und Februar für hitzige Debatten sowohl im Netz, als auch im Rosenheimer Stadtrat

Nun sieht sich das Bündnis durch den neuen Song bestätigt. In dem Lied werde "unzweideutig zur Gewalt gegen das demokratische System aufgerufen", heißt es in einer Pressemitteilung. Deshalb fordert das Bündnis "erneut alle Verantwortlichen für das Sommerfestival auf, endlich die Reißleine zu ziehen". Xavier Naidoo sei ein "Hassmusiker", so Bündnis-Sprecher Johannes Müller. 

Quelle: rosenheim24.de

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