Kriminalitätsstatistik der Stadt Rosenheim für das Jahr 2010

Zahl der Taten rückläufig

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In der Kriminalitätsstatistik liegt Rosenheim im Mittelwert vergleichbarer bayerischer Städte.

Rosenheim - Der Blick in die Kriminalitätsstatistik der Stadt Rosenheim fällt für das Jahr 2010 positiv aus. Insgesamt ist ein deutlicher Rückgang der Straftaten zu verzeichnen.  **Video "Wie sicher ist Rosenheim?"**

Allerdings bereitete Oberbürgermeisterin Gabriele Bauer beim gestrigen Sicherheitsgespräch im Rathaus ein Punkt Kopfzerbrechen: Im Bereich der Jugendkriminalität geschah fast jede zweite Straftat unter Alkoholeinfluss.

Video "Wie sicher ist Rosenheim?"

Die polizeiliche Kriminalstatistik (PKS) ist eine Zusammenstellung aller bekannt gewordener strafrechtlicher Sachverhalte. Daraus geht für das Jahr 2010 eindeutig hervor: Die Gesamtzahl der Straftaten erreichte den niedrigsten Stand seit sieben Jahren. In Zahlen ausgedrückt bedeutet das einen Rückgang um 244 Fälle auf insgesamt 5376 registrierte Delikte. Im Vergleich zu anderen deutschen Städten mit einer ähnlich hohen Einwohnerzahl bewegt sich Rosenheim damit im Mittelwert.

Mit der Aufklärungsquote zeigte sich Polizeipräsident Robert Heimberger ebenfalls zufrieden. Von den 5376 Straftaten wurden 3453 Fälle aufgeklärt. Die Aufklärungsquote stieg damit um ein Prozent auf 64,2 Prozent an.

Zu den 3453 geklärten Straftaten wurden letztes Jahr 2784 Tatverdächtige ermittelt. Fast 50 Prozent von ihnen sind in der Stadt wohnhaft. Der Anteil nichtdeutscher Personen bewegte sich mit 746 bei 26,8 Prozent.

Ein Viertel der Tatverdächtigen waren Kinder, Jugendliche oder Heranwachsende. Beteiligt waren sie häufig an Diebstahls-, Sachbeschädigungs- und Körperverletzungsdelikten. Nicht selten war dabei Alkohol im Spiel. Die Oberbürgermeisterin bemerkte dazu: "Wir tun schon so viel für unsere Jugendlichen. Es gibt Vereine und Hilfsorganisationen - und trotzdem gibt es dieses Problem", bedauerte sie. Weitere Präventionsmaßnahmen in diesem Bereich seien unbedingt notwendig.

Anstieg bei Gewaltkriminalität

Einen Anstieg verzeichnete die Polizei bei der Gewaltkriminalität. Darunter fallen in erster Linie Mord und Totschlag, Vergewaltigung, Raub und gefährliche sowie schwere Körperverletzungsdelikte. In Rosenheim wurden im vergangenen Jahr 223 Fälle registriert. Nach einem Rückgang im Vorjahr bedeutet das eine Steigerung um 25 Fälle oder 12,6 Prozent. Von diesen Straftaten konnten 77 Prozent aufgeklärt werden.

Einen Grund für die Steigerung sah der Polizeipräsident in Veranstaltungen, wie etwa der Fußball-WM in Südafrika, die auch im Stadtgebiet für größere Menschenansammlungen gesorgt habe.

Rückläufig war dagegen die Straßenkriminalität. Diesem Bereich, dem zum Beispiel Handtaschenraub, Fahrraddiebstähle oder Automatenaufbrüche zugeordnet werden, wurden 1113 angezeigte Straftaten verbucht und damit um 249 Fälle weniger als im Vorjahr.

Noch deutlicher war der Rückgang bei den Sexualdelikten. Es wurden 40 Sexualdelikte verzeichnet. Das bedeutet 16 Taten weniger als im Vorjahr.

Ebenso deutlich fiel das Ergebnis im Bereich der Diebstahlskriminalität aus. Mit 1894 angezeigten Diebstählen sank die Zahl in der Stadt deutlich um 232 Fälle. Rund 42 Prozent konnten aufgeklärt werden.

Was die Polizei zunehmend beschäftigt, sind Vermögens- und Fälschungsdelikte: "So sorglos wie im Internet geben die Menschen nirgendwo anders ihre Daten heraus", stellte Heimberger dazu fest. Die Polizei rechne damit, dass da in den kommenden Jahren noch viel Arbeit auf sie zukommt. Fakt ist für 2010: In diesem Bereich, der unter anderem auch Urkundenfälschungen und Unterschlagungen enthält, wurden 779 Straftaten registriert. Das bedeutet eine Mehrung von rund 15 Prozent. Die Aufklärungsquote lag bei über 80 Prozent.

Mehr Fälle wurden auch im Bereich der Rauschgiftdelikte festgestellt. 2010 waren es mit 256 Fällen 31 mehr als 2009. Die Aufklärungsquote lag bei 96,5 Prozent. Sieben Männer und zwei Frauen im Alter von 29 bis 54 Jahren fielen ihrem langjährigen Drogenkonsum zum Opfer. Sechs der neun Toten waren in der Stadt wohnhaft.

Schon bewährt habe sich die polizeiliche Videoüberwachung in der Innenstadt. Vier Kameras seien in Betrieb. An den beiden dadurch überwachten Brennpunkten an der Münchener Straße und am Salzstadel sei schon ein Rückgang der Straßenkriminalität festzustellen - in der Münchener Straße um 13 Prozent von 23 auf 20 Straftaten und am Salzstadel um 26,5 Prozent von 34 auf 25 Delikte.

wu/Oberbayerisches Volksblatt

Quelle: rosenheim24.de

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