Zehntausende bei Leonhardi-Wallfahrten in Oberbayern

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Murnau/Kreuth - Zehntausende Menschen sind am Sonntag zu den traditionsreichen Leonhardi-Wallfahrten nach Murnau und Kreuth geströmt. Bis zum Mittag verlief die Touristenattraktion ohne Zwischenfälle.

Allein in Murnau a. Staffelsee zählte die Polizei entlang der Strecke zwischen 5.000 und 10.000 Neugierige, die die Route der Pferdewallfahrer säumten. Nach Veranstalterangaben beteiligten sich rund 120 Reiter und 50 zum Teil prachtvoll geschmückte Kutschen an dem Umzug. Insgesamt waren 350 herausgeputzte Pferde dabei. Die Wallfahrt, eine große Touristenattraktion, verlief bis zum Mittag ohne Zwischenfälle.

Dagegen findet die Leonhard-Wallfahrt in Bad Tölz erst an diesem Montag statt. Der Umritt zu Ehren des Hl. Leonhard wird immer dann verschoben, wenn der 6. November auf einen Sonntag fällt. Da den Veranstaltern in den vergangenen Jahren zunehmend Alkoholexzesse überwiegend junger Besucher zu schaffen machten, verschob die Stadt die Leonhardi-Wallfahrt in diesem Jahr auf den Montag.

Kreuth, Benediktbeuern und einige andere oberbayerische Orte behielten die Festumritte für den Schutzpatron der Stalltiere am Sonntag bei. Die Kreuther Wallfahrt darf sich die älteste Leonhardifahrt überhaupt nennen. Sie ist bereits im Jahr 1442 erstmals urkundlich erwähnt.

In den meisten oberbayerischen Regionen wird der Leonharditag, der 6. November, dagegen erst seit dem 17. Jahrhundert begangen. Damals hatten südbayerische Bauern nach verheerenden Tierseuchen einen Schutzheiligen für ihr Vieh gesucht. Sie entschieden sich dabei für Leonhardi, der schon seit dem Mittelalter Schutzheiliger der Reisenden, der Gebärenden und der Gefangenen war. Ihm zu Ehren veranstalten sie seitdem eine Pferdewallfahrt.

dpa

Rubriklistenbild: © dpa (Symbolbild)

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