Zombies im „Capitol“

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Dreharbeiten zu "Justus - Cinema of the dead"

Rosenheim - Das „Capitol-Kino“ an der Prinzregentenstraße wird abgerissen – das steht fest. Jetzt hatte das Kino aber noch einmal einen großen „Auftritt“: Es wurde zum Drehort für einen Zombiefilm.

Ein verlassenes Kino an sich hat schon eine besondere Atmosphäre. Besonders in den Abendstunden wirken die dunklen, leer stehenden Säle gespenstisch. Das Bild, das sich dort in den vergangenen Tagen bot, war wirklich zum Gruseln: Schon der Boden im Foyer war fast eine einzige Blutlache. Der Saal 1 wirkte auch nicht viel besser. Die Bestuhlung ist dort schon lange nicht mehr vorhanden. Dafür lag mittendrin ein abgerissener „Arm“.

Zerlumpte Gestalten mit vom Maskenbildner verunstalteten Gesichtern trieben sich dort herum: Darsteller von Zombies, lebenden Leichnamen. Sie sind die große Leidenschaft von Regisseur Simon Lahm. Sein Filmprojekt heißt „Justus – ,Cinema of the dead‘ (Kino der Toten)“. Für ihn ist das alte Kino der ideale Drehort für seine Horror-Komödie.

Mit dem „Capitol“ verbindet Lahm vieles. „Dort habe ich als Kind viele Filme gesehen“, erinnert sich der 25-Jährige. Die vergangenen Tage in dem verlassenen Ki- no seien eine gute Möglichkeit gewesen, die alten Räumlichkeiten noch einmal genau anzuschauen. „Mir sind da viele Details aufgefallen, die ich früher als Kinogeher überhaupt nicht wahrgenommen hatte – so etwa die Eierkartons an den Wänden."

Sein Berufswunsch war schon damals, selbst Filme zu drehen. Bis 2010 studierte er Film und Fernsehen mit Schwerpunkt Regie an der „Macromedia“ in München. „Justus – Cinema of the dead“ ist sein drittes Projekt als Autorenfilm. Nebenberuf- lich arbeitet er als Theaterlei- tungsassistent in einem Kino und schreibt Drehbücher.

Horrorfilme sind für ihn eine ganz besondere Kunst- form. „Die findet auch immer mehr Anhänger, allerdings bis jetzt mehr im Ausland. In Bayern ist es damit noch nicht so leicht, erfolgreich zu sein“, so der Jungregisseur.

Zombies, so meint der Kolbermoorer, seien in Aussehen und Charakter unglaublich wandelbar. Selbst humorvoll und witzig könne man die „lebenden Toten“ bestens in Szene setzen.

Gedreht wurde eine „Mockumentary“

„Justus – Cinema of the dead“ ist eine „Mockumentary“, die Parodie auf einen Dokumentarfilm. Hauptfigur in dem 30-Minuten-Streifen ist Justus Dallmer, gespielt von Justus Dallmer, einem Bürokaufmann und Umweltschützer, der ebenfalls Filme macht, schreibt und als Schauspieler agiert.

Gefilmt wurden im „Capitol“ die scheinbaren Dreharbeiten für einen Dokumen- tarfilm über Dallmers Leben. Für Produktion, Buch und Regie ist Simon Lahm zu- ständig. Hilfe bekommt er dabei unter anderem von Joachim Körber, der Bücher übersetzt hat, darunter auch Werke des US-amerikanischen Horror-Schriftstellers Stephen King. Zur Produktionsassistenz gehört auch Jan Jäger, einer der Kinofanatiker, die sich für den Erhalt des „Capitols“ einsetzten und letztlich an dem dafür nöti- gen Geld scheiterten.

Besonders stolz ist Lahm auf die vielen Spezialeffekte: „Da spritzte zum Beispiel eine Blutfontäne viel höher als wir dachten.“ Beim Blut handelt es sich natürlich um Kunstblut, Hauptbestandteil ist Schokolade. Gezeigt werden soll der Kurzfilm vorausichtlich im kommenden Sommer, hauptsächlich auf den Festivals, die überall auf der Welt für Horror-Fans wu stattfinden.

Oberbayrisches Volksblatt/Hendrik Heuser

Quelle: rosenheim24.de

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