Zugunglück bei Bad Aibling

Zeuge: "Es kann auch manchmal langweilig werden!"

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Traunstein/Bad Aibling - Welche Aufgaben hat ein Fahrdienstleiter? Und wie lange dauert die Ausbildung? Auch um diese Fragen ging es am zweiten Verhandlungstag beim Prozess um das schreckliche Zugunglück vom 9. Februar.

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Ausbildung dauert 92 Tage

Wie lange die Ausbildung zum Fahrdienstleiter dauert, dazu äußerte sich am Montag der 27-jährige Fahrdienstleiter, der seit 2014 bei der Deutschen Bahn beschäftigt ist. 92 Tage habe seine Ausbildung zum Fahrdienstleiter gedauert, verteilt auf ein halbes Jahr

"Wenn alles im Regelbetrieb läuft, ist das ganz normale Arbeitsroutine. Es kann dann auch manchmal langweilig werden", antwortet der Zeuge auf die Fragen von Oberstaatsanwalt Branz. "In der meisten Zeit ist man alleine." Kontrollen beispielsweise durch das Eisenbahnbundesamtes könne es schon mal geben, bestätigt der Zeuge. Er selbst habe dies jedoch noch nicht erlebt.

Hintergrund: Die Aufgaben des Fahrdienstleiters

Die Fahrdienstleiter (Abkürzung "Fdl") bilden das Rückgrat des Schienenverkehrs in Deutschland. Sie sind für die zuverlässige Durchführung der Zugfahrten zuständig und haben ihre Arbeitsplätze in einem Stellwerk, in einer Fernsteuerzentrale oder in einer Betriebszentrale. Bei den Stellwerken kann es sich um mechanische Stellwerke, aber auch um hochmoderne computergestützte Modelle handeln. Ein Fahrdienstleiter, der die Einrichtungen im Fahrweg beim Rangieren bedient, ist in dieser Funktion auch Weichenwärter.

In ihrer Ausbildung lernen die Mitarbeiter:

  • die Grundlagen des Eisenbahnbetriebs 
  • das Bilden und Rangieren von Zügen 
  • Methoden zur Verbesserung der Betriebsqualität, außerdem Projektmanagement
  • Verschiedene Stellwerks-Technologien zu bedienen und natürlich den Fahrdienst im Regelbetrieb als auch bei Abweichungen vom Regelbetrieb zu leiten

Das ist das Stellwerk Bad Aibling

Nach Angaben der bundesweiten Auflistung der privaten Internetseite www.stellwerke.de handelt es sich bei dem Aiblinger Stellwerk um ein Modell des Typs "Sp Dr S60". Die erste Inbetriebnahme der Anlage war im Jahr 1977. Das Stellwerk ist ein so genanntes Relaisstellwerk. Dabei ist der betroffene Stellbereich als schematisches Gleisbild auf einer ebenen Bedienoberfläche dargestellt. Im Gleisbild wird der Betriebszustand durch verschiedenfarbige Leuchten angezeigt. Der Streckenabschnitt, auf dem sich ein Zug befindet, wird mit rot angezeigt, freie Strecke mit weiß.

Fotos vom Stellwerk Bad Aibling

mw/jb

Quelle: rosenheim24.de

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