Potenzial für Einzelhandel

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Rosenheim – Wie funktioniert der Einzelhandel in Rosenheim und wie kann man ihn zukunftsorientiert beeinflussen? Diese Frage versucht das Stadtmarketing beim "Zweiten Immobiliengespräch" zu klären.

Das Stadtmarketing sowie die CIMA-Unternehmungsberatung hatten Vertreter des Rosenheimer Einzelhandels und Hausbesitzer zum „Zweiten Immobiliengespräch“ in den großen Rathaussaal eingeladen.

CIMA-Projektleiter Christian Hörmann stellte Entwicklungsoptionen für den "Handelsstandort Rosenheim" im Spannungsfeld zwischen Stadtentwicklung und Einzelhandelsinteressen dar, letztere wurden maßgeblich durch den Verein City-Management vertreten.

Einigkeit besteht dahingehend, dass, nachdem die Landesgartenschau 2010 nunmehr Geschichte ist, besonders die politische Kommune gefordert sei, denn aufgrund der ihr zustehenden Planungshoheit definiert sie zielorientierte Vorgaben.

Diese Vorgaben sind: Weiterentwicklung des Einzelhandels, die Konkurrenzsituation zwischen Innenstadt und Aicherpark einerseits sowie zwischen Stadt und Umland andererseits bei den Planungen berücksichtigen, den Spagat zwischen Nahversorgungszentren und Erlebniseinkauf wagen sowie die bestandsorientierte, innerstädtische Entwicklung fördern.

Entwicklungspotential ist nach Ansicht der CIMA-Unternehmensberatung durchaus vorhanden, müsse aber stets neu hinterfragt und im Kontext gesehen werden. Oberbürgermeisterin Gabriele Bauer fasste diese Potenziale in der Fragestellung zu-sammen: "Wo stehen wir, wo wollen wir hin?" Zu berücksichtigen sei natürlich der wichtigste Faktor, nämlich: Wie verhält sich der "unberechenbare" Kunde?

Was sind nun die Kundenerwartungen? Nach Analysen von Fachleuten "kauft der Kunde heute Emotionen und keine Produkte" oder anders formuliert: Der sogenannte Erlebniseinkauf nimmt zu und mutiert zum "emotionalen Event". Dem Handel wird deshalb eine neue Sensibilität abverlangt, die von einem qualitativ hochwertigen Kundenprofil ausgeht und sowohl psychologische Elemente als auch ökonomische Komponenten einbindet. CIMA-Projektleiter Hörmann verdeutlichte dieses "hintergründige und teils unbewusste, neue Käuferverhalten" an zahlreichen Beispielen.

Günther Boncelet, Geschäftsführer des Vereins City-Management, formulierte in einem weiteren Kurzreferat die gemeinsamen Interessen von Stadt und Einzelhandel, sprach aber auch die "Schwächen" in der Innenstadt aus der Sicht der Geschäftsleute an. Die hohen Mieten, längere Leerstände von Geschäften in 1A- und 1B-Lagen, die Dominanz von Filial-Boutiquen, Auslaufgeschäfte sowie der Mangel an Hotelkapazitäten gehörten dazu.

City-Manager Boncelet schlägt ein "Einzelhandelskataster" vor und regt an, dass gerade die kleinen Innenstadtstraßen in gemütliche Einkaufsstraßen umgestaltet werden sollten, die dann zum Einkaufsbummel und zum Flanieren verleiten. Dieser Appell richtet sich an die im Bestand existierenden Einzelhandelsgeschäfte, die am ehesten zur Attraktivität im Sinne eines "Erlebnisbummelns" beitragen könnten, ohne große finanzielle Investitionen tätigen zu müssen.

In einem weiteren Kurzvortrag stellte Baudezernent Helmut Cybulska den gegenwärtigen Stand der Planungen für das Bahnhofsgelände einschließlich der "Bahnhofsstraße als Tor zur Innenstadt" vor. Die ersten Maßnahmen - Cybulska sprach von "Bausteinen" - können vermutlich schon 2012 begonnen werden. Problematisch erweise sich immer wieder die Frage der Grundstücksverfügbarkeit, ebenso die zu berücksichtigenden Kosten-/Nutzen-Analysen interessierter Investoren, ohne die eine sinnvolle und in die Stadtentwicklung passende Nutzung der "Bahnflächen" beiderseitig längs der Gleise bis hin zum Brückenberg kaum möglich sei.

Zahlreiche Fragen aus der Zuhörerschaft zur BayWa-Wiese, Parkplätzen am Bahnhofsvorplatz sowie zum Grünen Markt und Salzstadel schlossen sich an.

je/Oberbayerisches Volksblatt

Quelle: rosenheim24.de

Rubriklistenbild: © pa

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