Zuwanderer lassen Bayern wachsen

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Die Bayernfahne.

München - Die Einwohnerzahl Bayerns hat wegen der anhaltenden Zuwanderung einen neuerlichen Höchststand erreicht - obwohl im Freistaat mehr Menschen sterben als Kinder geboren werden.

Bayern wächst in fast jeder Hinsicht - Bevölkerung, Zahl der Arbeitsplätze, Wohnungen und Ärzte sowie die Lebenserwartung und einige andere Indikatoren sind 2011 auf neuerliche Höchststände gestiegen. Ende 2011 lebten in Bayern knapp 12,6 Millionen Menschen, sechs Monate später dann schon 12,63 Millionen - so viele wie noch nie in der Geschichte. Ohne Zuwanderung würde Bayerns Bevölkerung jedoch jetzt schon schrumpfen: Es gab 2011 knapp 19 300 mehr Todesfälle als Geburten. Das geht aus dem am Donnerstag in München veröffentlichten Statistischen Jahrbuch hervor. In diesem Jahr hat sich der Trend fortgesetzt, obwohl die endgültigen Zahlen noch nicht vorliegen.

Neue Höchstwerte maßen die Statistiker 2011 auch in anderen Bereichen: die Zahl der Erwerbstätigen stieg um knapp 160 000 auf über 6,5 Millionen, die Zahl der Wohnungen um 38 000 auf 6 Millionen, die Zahl der Ärzte um 230 auf 24 708. „Die Lebensqualität in Bayern ist heute so hoch wie nie zuvor“, sagte Innenminister Joachim Herrmann (CSU). „Das ist im Gesamtergebnis eine überaus erfreuliche Bilanz.“ Der Durchschnittsverdienst der Arbeitnehmer im produzierenden Gewerbe lag zum Jahresbeginn 2012 bei 3470 Euro brutto pro Monat.

Männer werden in Bayern im Schnitt inzwischen 78,3 Jahre alt, Frauen 83,1 Jahre. In der langfristigen Betrachtung hat sich die Bevölkerung seit Beginn des 19. Jahrhunderts mehr als verdreifacht - damals lebten erst 3,7 Millionen Menschen in Bayern. Doch ist der Bevölkerungszuwachs seit Mitte der 90er Jahre ausschließlich auf Zuwanderung aus dem Ausland und anderen Bundesländern zurückzuführen. 2011 waren es allein 60 700 Zuwanderer aus dem Ausland, ein großer Teil davon aus Mittel- und Osteuropa.

Da sich der Zuzug überwiegend auf die großen Städte konzentriert, werden dort auch die meisten neuen Wohnungen benötigt. Der Wohnungsbau in Bayern boomte zwar 2011 mit einem Plus von 23 Prozent bei den Baugenehmigungen, Herrmann hält das aber noch nicht für ausreichend. „Wir brauchen in den Ballungsräumen dringend mehr Geschosswohnungen“, sagte er - um den anhaltenden Trend zu stetig steigenden Mieten und Immobilienpreisen zu dämpfen.

Die Statistiker erwarten jedoch, dass das Wachstum der bayerischen Bevölkerung in den nächsten 20 Jahren zum Erliegen kommt und die Zahl der Einwohner weitgehend konstant bleibt. Oberbayern wird mutmaßlich mit einem Bevölkerungsplus von 6,5 Prozent noch stark zulegen, die Oberpfalz (minus 3,5), Oberfranken (minus 9,3) und Unterfranken (minus 6,0) aber stark verlieren. Außerdem wird Bayern sehr stark altern: Das Durchschnittsalter war schon Ende 2011 mit 43,2 Jahren relativ hoch - bis 2031 soll es auf 46,7 Jahre ansteigen.

dpa

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