Münchnerin († 91) starb sehr einsam

Zwei Jahre tot in Wohnung: Darum haben die Nachbarn nichts bemerkt

München - Eine Münchnerin († 91 liegt zwei Jahre tot in ihrer Wohnung. Niemand bemerkt etwas. Doch wie kann das überhaupt sein?

Die Geschichte der Seniorin († 91) aus der Cimbernstraße in Mitter­sendling, die zwei Jahre lang tot in ihrer Wohnung lag, hat Bayern bewegt. Der traurige Fund ist aber kein Einzelfall, wie Polizei und Wohnungsentrümpler erzählen. Wie geraten Menschen in Vergessenheit – und warum fällt niemandem etwas auf? 

"Zwei Jahre – das ist wirklich ungewöhnlich“

„Wenn Türen luftdicht abschließen und neue Fenster verbaut sind, riecht man gar nichts“, sagt Peter Anders (50) im Interview mit unserem Partnerportal tz.de.. Mit seiner Spezialreinigungsfirma ASD beseitigt er die Überreste der Toten. Anders kennt solche Fälle nur zu gut. „Erst kürzlich hatten wir eine Frau, die ein halbes Jahr tot in ihrer Wohnung lag“, sagt er. „Aber zwei Jahre – das ist wirklich ungewöhnlich.“

„Das riecht bestialisch“

Auch Peter Reichl, Leiter des Kriminaldauerdienstes (KDD), kennt die Thematik: Dass jemand erst nach zwei Jahren gefunden wird, geschehe eher selten. „Aber es passiert immer wieder, dass Leute erst anrufen, wenn die Maden unter der Türe rauskriechen“, sagt er gegenüber der tz. „Das riecht bestialisch.“ Die Anonymität der Großstadt und ständiger Mieterwechsel können Gründe sein, warum immer wieder Menschen in Vergessenheit geraten. Reichl: „Ich erinnere mich an eine Zeit, in der man sich noch um seine Mitmenschen gekümmert hat. Die gewachsene Nachbarschaft gibt es nicht mehr.“

Was die Nachbarn zum tragischen Fund in der Münchner Cimernstraße sagen, lesen Sie auf unserem Partnerportal tz.de.

Quelle: rosenheim24.de

Rubriklistenbild: © dpa

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