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Nochmal ansteckender

Omikron-Subtyp BA.2 setzt sich bundesweit weiter durch: Was bedeutet das für das Fallen der Maßnahmen?

Eine Studie weist auf noch höhere Ansteckungsgefahr durch den Omikron-Subtyp BA.2 hin. In Deutschland setzt sich dieser bereits weiter durch.

Berlin - Seit nun knapp zwei Jahren ist wohl jeder von Mutationen und Varianten des Coronavirus* genervt. Verständlich ist das sicherlich. Doch die Situation angesichts fallender Corona-Maßnahmen ist wohl noch nicht auf einem Level angekommen, auf dem Sorglosigkeit angebracht ist – zumindest, wenn man den Blick auf die Neuinfektionen richtet. Diese erreichen aktuell Rekordwerte in Deutschland.

Der Subtyp BA.2 der Omikron-Variante* macht zudem einen immer größeren Teil der Neuinfektionen aus. Den Grund hierfür könnte eine Studie aus Japan gefunden haben. Und auch wenn BA.1 und BA2. beide Omikron sind, sind sich Experten einig, dass man den Subtyp im Auge behalten sollte.

Kamen die Lockerungen zu früh? Rekordwerte bei den Corona-Neuinfektionen

In Deutschland wird gelockert. Es sollen immer mehr Corona-Maßnahmen fallen, während das Robert-Koch-Institut (RKI) Neuinfektionen in einer Höhe meldet, die Rekordwerte in der ganzen Pandemie darstellen - zuletzt am 10. März mit 262.752 neuen Fällen. In Bayern liegt die Sieben-Tage-Inzidenz am Montag (14. März) bei 1.990,7. Ein Zurück zu härteren Maßnahmen scheint dabei jedoch nicht geplant.

Das RKI schrieb die Entwicklung der Kennzahlen den zurückgefahrenen Maßnahmen zur Eindämmung und dem neuen Subtyp der Omikron-Variante zu. „Es ist zu vermuten, dass der derzeitige erneute Anstieg übermittelter COVID-19-Fälle auf die leichtere Übertragbarkeit der Sublinie BA.2 und die Rücknahme von kontaktreduzierenden Maßnahmen zurückzuführen ist“, hieß es im letzten Wochenbericht des RKI vom Donnerstag (10. März). Weiter wurde in dem Bericht angegeben, dass der Anteil des Subtyps von rund 36 Prozent auf 48 Prozent angestiegen ist. Die Frage, wie schwer uns der Omikron-Subtyp BA.2 treffen könnte, steht im Raum.

Studie zu Omikron-Subtyp BA.2: 1,4 Mal ansteckender als BA.1

Eine Studie aus Japan, welche als Preprint veröffentlicht wurde, könnte die Erkenntnisse bringen, die die derzeitige Entwicklung erklären. Die Forschenden kamen zu dem Ergebnis, dass der neue Subtyp um den Faktor 1,4 ansteckender sein könnte, als die Omikron-Variante, die sich zuerst durchsetzen konnte. Das bedeutet, dass eine Person, die sich mit BA.2 ansteckt, im Schnitt mehr Menschen anstecken kann, als jemand, der sich mit BA.1 ansteckt. In der Studie wird ebenfalls eingeordnet, dass der Subtyp BA.2 sich gegen BA.1 durchsetzt.

Diese Erkenntnisse bestärken die Annahme, dass die Zahl der Neuinfektionen fürs Erste weiter ansteigen könnte, wenn sich der neue Subtyp weiterhin durchsetzt. Für Experten ist der Subtyp BA.2 in jedem Fall eine Sache, die mit Aufmerksamkeit beobachtet werden sollte.

Omikron-Subtyp BA.2: Experten mahnen zu Vorsicht

„Wir müssen BA.2 sehr gut im Auge behalten“, schreibt der wissenschaftliche Leiter des Divi-Intensivregisters, Christian Karagiannidis, auf Twitter. Er spricht im Zusammenhang mit den Erkenntnissen der japanischen Studie auch davon, dass es wohl auch „biologische Unterschiede zu BA.1“ gebe.

Der Vorstoß des neuen Omikron-Subtyps stellt im Zusammenspiel mit den Lockerungen der Maßnahmen eine Gefahr dar. Diese seien „viel zu früh“ gekommen, gibt der Virologe Martin Stürmer* gegenüber FOCUS Online an. Die Zahlen im Februar „waren immer noch auf einem extrem hohen Niveau“, als gelockert wurde. Dass sich BA.2 schneller verbreiten würde, sei ebenfalls vorhersehbar gewesen. „Das wussten wir, aber die Politiker haben es ignoriert und durch diese Lockerungen BA.2 die Tür geöffnet“, so Stürmer.

Der Virologe verweist auch darauf, dass es Anhaltspunkte gebe, die dafür sprechen, dass trotz einer Infektion mit BA.1 eine erneute Infektion mit BA.2 möglich sein könnte. Er mahnt, sollte sich dieser Umstand in „größerem Maßstab bewahrheiten“, könnte sich der Subtyp zu einem „größeren Problem“ entwickeln. Seine Hoffnung ist dennoch, dass das Gesundheitssystem nicht überlastet wird.

Steigende Infektionszahlen und steigende Todeszahlen: Wie wird sich BA.2 auswirken?

Mit einer noch infektiöseren Variante des Coronavirus werden erneut die Fragen aufgeworfen, die die Welt schon lange beschäftigen. Welche Maßnahmen sind sinnvoll? Wie gefährlich ist das Virus beziehungsweise die dominante Variante wirklich? Es sind Fragen, die sich leider nur langfristig beantworten werden lassen.

Bezüglich der Todesfallzahlen werden in Deutschland derzeit keine Rekordwerte vermeldet. Auch wenn sich die Zahlen stetig leicht steigern, werden keine Werte in einer Höhe, wie sie im Januar oder im Dezember 2021 erfasst wurden, gemeldet. In Dänemark, welches seit Anfang Februar keinerlei Maßnahmen mehr hat, scheinen die Todesfallzahlen deutlich zu steigen. Für diese Entwicklung, nennt die Gesundheitsbehörde unseres Nachbarlandes einen banalen Grund. (mda) *Merkur ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA.

Rubriklistenbild: © dpa/ZUMA Press Wire | Andre M. Chang

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