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Terminvergabe per Telefon

Corona-Hotline-Chaos: Alterspräsident versucht es 50 Mal und wütet - „Keiner fühlt sich zuständig“

Mit der bundesweiten Corona-Hotline gibt es große Probleme. Einige Länder vergeben darüber Impftermine. Offenbar hakt es hier gewaltig.

  • Mit den Corona*-Impfungen in Heimen und Krankenhäusern geht es voran, nun sind die Über-80-Jährigen, die zu Hause leben, an der Reihe.
  • Nur: Laut einer Umfrage ist es in Deutschland* schwierig, an einem Impftermin zu kommen.
  • Gegenüber der Bild beschwerte sich jetzt auch der Alterspräsident des Bundestags über das Problem (Update vom 6. Februar, 11.13 Uhr).

Update vom 6. Februar, 11.13 Uhr: Nun hat sich ein 80-jähriger Prominenter über die Schwierigkeiten bei der Corona-Impf-Hotline beschwert. Der FDP*-Politiker und Alterspräsident des Deutschen Bundestags*, Hermann Otto Solms, sagte der Bild, es gelinge ihm nicht, einen Termin zu erhalten - etwa 50 Mal habe er es schon unter der Nummer in Hessen versucht. „Aufgrund der geringen Menge an Impfstoff, die der Bund zur Verfügung gestellt hat, sind alle Termine vergeben. Eine Terminvergabe ist daher zur Zeit nicht möglich“, werde ihm dann nur gesagt.

„Ich finde das inakzeptabel, wie der Staat mit den Bürgern umgeht!“, zitiert ihn die Zeitung. Und weiter: „In einer Demokratie darf der Staat die Menschen nicht als Untertanen behandeln, die gefälligst gnädigst und huldvoll auf einen Impftermin zu warten haben. Es ist eine Bringschuld der Verwaltung, den Menschen zu helfen.“

Ich finde das inakzeptabel, wie der Staat mit den Bürgern umgeht!

FDP-Politiker Hermann Otto Solms über Probleme bei der Corona-Impf-Hotline

Schließlich habe Solms nach eigenen Angaben Kanzleramtsminister Helge Braun (CDU*) kontaktiert - auch der habe ihm nicht weiterhelfen können. „Keiner fühlt sich zuständig, keiner ist verantwortlich“, habe er dem Bericht zufolge geschimpft.

Harrt nach eigenen Angaben eines Corona-Impftermins: der FDP-Politiker Hermann Otto Solms (in der Mitte, Archivbild)

Update vom 6. Februar, 9.26 Uhr: Bei der Terminvergabe für eine Corona-Impfung* gibt es Probleme (siehe unsere Erstmeldung unten). Das zeigte nun auch eine Umfrage der dpa in den Bundesländern. Denn viele Senioren ab 80 Jahren leben zu Hause - und in in den meisten Bundesländern werden Termine über eine Telefon-Hotline und ein Webportal vergeben.

Vielfach gebe es hier aber technische Schwierigkeiten wie Serverüberlastungen kritisiert. Auch die Impfstoff-Knappheit lässt vielerorts die Terminvergabe stocken. Das Bundesgesundheitsministerium* unter Jens Spahn (CDU*) teilte zu einer Überlastung der zentralen Hotline 116 117 auf dpa-Anfrage mit, die Terminorganisation sei Ländersache.

Das kann temporär zu Engpässen führen.

Das Bundesgesundheitsministerium zur Überlastung der Corona-Impf-Hotline

Der Bund stelle die Informationshotline, die Kapazitäten seien ausreichend. „Allerdings lassen die Länder darüber auch die Weiche für ihre Terminvergabe-Hotline laufen. Das kann temporär zu Engpässen führen“, hieß es.

Terminvergabe für Corona-Impfung: Nur in drei Bundesländern ohne Probleme

In Schleswig-Holstein hat das Gesundheitsministerium den Ticketverkäufer CTS Eventim mit der Vergabe von Impfterminen beauftragt. Beispielsweise in Baden-Württemberg ist eine Vergabe über externe Dienstleister aber nicht geplant. In einigen Ländern gibt es bislang nur eine Telefonhotline zur Terminvereinbarung.

Weitgehend problemlos verlief die bisherige Terminvergabe den Angaben der Länder nach in Rheinland-Pfalz, Mecklenburg-Vorpommern und Bremen.

Einen Termin für eine Corona-Impfung erhalten? In Deutschland aktuell nicht einfach (Symbolbild).

Offenbar große Probleme bei Corona-Hotline - Millionen Anrufe gehen ins Leere  

Unsere Erstmeldung vom 5. Februar: Berlin - Mit der Hotline 116117, über die in einigen Bundesländern Corona-Impftermine vergeben werden, gibt es einem Bericht zufolge weiter große Probleme. Vom 1. bis zum 20. Januar hätten 6,8 Millionen Anrufer die Nummer gewählt, um über das Thema Corona-Impfung zu sprechen, berichtete die Bild-Zeitung am Freitag. Es seien aber nur 4,9 Millionen an die jeweils zuständigen Bundesländer weitergeleitet worden, wo letztlich nur 1,6 Millionen Telefonate angenommen worden seien.

Massive Probleme bei der Corona-Hotline 116117

Die Zeitung berief sich auf eine Statistik der Kassenärztlichen Bundesvereinigung (KBV) für das Bundesgesundheitsministerium. Die KBV betreibt die Hotline 116117, die vermittelt etwa nachts und am Wochenende Kontakt zum ärztlichen Bereitschaftsdienst. Außerdem hilft die Hotline dabei, Termine bei bestimmten Fachärzten zu vereinbaren.

Der Zeitung zufolge verzeichnet die Datenübersicht im fraglichen Zeitraum einen Höchststand der Anrufe zum Thema Impfen am 12. Januar: An diesem Tag seien 1,2 Millionen Anrufe eingegangen. Demnach startete am 12. Januar die Terminvergabe für Impfungen in Hessen und in Schleswig-Holstein wurden neue Termine freigeschaltet.

Terminvergabe über Impf-Hotlines - 80-Jähriger kritisiert Angebot

Der Vorsitzende der Senioren-Union, Otto Wulff, forderte in der Zeitung, „die Möglichkeit der Terminvergabe per Brief auf dem Postweg zu prüfen.“ Die Kapazitäten der Impf-Hotlines müssten außerdem erhöht werden.

Der Präsident des Sozialverband Deutschlands (SoVD), der 80 Jahre alte Adolf Bauer, sagte dem Blatt: „Ich habe sowohl per Telefon als auch per E-Mail erfolglos versucht, einen Termin zu erhalten. Beim Telefon besetzt, im Internet der Hinweis, alle freien Termine wären vergeben und ich möchte es später erneut versuchen.“ Die Terminvergabe müsse einfacher und schneller werden, forderte Bauer. „Insbesondere ältere und behinderte Menschen benötigen ein nutzerfreundliches Angebot.“ (AFP/dpa/frs/ml) *Merkur.de ist Teil des Ippen-Digital-Netzwerks

Der Corona-Impfstoff in Deutschland ist knapp. EU-Kommissionschefin Ursula von der Leyen gesteht nun Fehler ein und warnt vor weiteren Verzögerungen. Hier finden Sie unseren aktuellen News-Ticker zum Thema Corona in Deutschland.

Rubriklistenbild: © Arne Dedert/dpa

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