Nervenkrieg in Köln - SEK vor Ort

Kita-Geiselnehmer will 1,2 Millionen Euro

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Ein Sondereinsatzkommando bereitet sich vor Ort auf einen möglichen Zugriff vor.

Köln - Nervenkrieg in Köln: Ein Geiselnehmer verschanzt sich in einer Kindertagesstätte, der Leiter ist in seiner Gewalt. Die Polizei verhandelt mit dem Mann, der Forderungen stellt.

Zur Kindertagesstätte in der Osloer Straße 1 in Köln gibt es kein Durchkommen. Die Polizei hat alle Wege versperrt. Das Feld gehört vermummten Spezialkräften der Polizei. Nur die Augen sind hinter Sturmhauben und Helmen zu erkennen, die Männer sind bewaffnet und tragen dicke Schutzwesten am Leib. Direkt bis vor den rot geklinkerten Flachbau gehen die Polizisten. Darin hat ein Geiselnehmer den Leiter der Kita in seiner Gewalt. Laut dem Kölner "Express" fordert er 1,2 Millionen Euro und einen Fluchtwagen.

Am Freitagmorgen müssen sich hier dramatische Szenen abgespielt haben. Als die Gefahr klar war, sind die Kinder und ihre Erzieher einfach rausgelaufen. Die Tochter seiner Cousine gehe in die Kita, erzählt Philipp Houben, einer der wenigen Fußgänger auf der abgesperrten Straße.

„Sie hat wohl nur erzählt, dass sie auf einmal rausgerannt sind“, berichtet er. Die Kleine habe die Dramatik gar nicht richtig mitbekommen. 85 Jungen und Mädchen im Alter zwischen einem und sechs Jahren besuchen die Einrichtung in dem als Problemviertel bekannten Stadtteil Chorweiler.

Geiselnahme in Kölner Kita - Bilder

Geiselnahme in Kölner Kita - Bilder

Um 8.50 Uhr am Freitagmorgen geht ein Notruf bei der Polizei ein, in der Kita gebe es einen lauten Streit. Angaben über Geiselnehmer und Opfer sowie zu dem möglichen Motiv der Tat gibt es zunächst nicht. „Aus ermittlungstaktischen Gründen“, sagt der Sprecher vor Ort. Zur Sicherheit. Aber die Polizei hat Kontakt mit dem unbekannten Täter und der Geisel. Die Geisel soll leicht verletzt sein - nähere Angaben dazu gibt es aber zunächst nicht.

Der Kindergarten ist auf drei Seiten eingerahmt von einer Hochhaussiedlung. Einige Bewohner schauen von ihren bunten Balkonen herab auf das Drama - wie in einem antiken Amphitheater. Mehr als 20 Nationen seien in der Kita versammelt, berichtet Philipp Houben im eisigen Wind vor den Gebäuden. Multikulti sei das, ein Kindergarten im Brennpunkt.

Polizisten in martialischer Schutzuniform marschieren am Spielplatz vorbei. Dutzende Polizeiautos sind vorgefahren. Immer mehr Polizisten in Zivil kommen dazu. Dabei sind Fachleute, sogenannte Verhandler. Und immer mehr Material wird zum Einsatzort gebracht, auch zwei schwarze, mannshohe Container. Ein junger Mann steht an der Absperrung und ist ratlos: „Da muss wohl bei einem eine Sicherung durchgeknallt sein.“

dpa

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