"Hässlichster Vogel der Welt" ist ein Mädchen

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Gar nicht mehr so hässlich: Kea Nelson.

Halle - Ein Papagei aus dem Zoo in Halle machte Schlagzeilen als angeblich hässlichster Vogel der Welt. Doch auf einmal ist das Tier gar nicht mehr so hässlich. Und ein Junge ist Nelson auch nicht.

Papagei Nelson aus dem Zoo in Halle an der Saale ist doch kein Junge - und schöner wird er - nein: sie - auch noch. Der Kea, den britische Zeitungen im April wegen seiner anfänglichen Federlosigkeit als hässlichsten Vogel der Welt bezeichnet haben, wächst und gedeiht. “Er ist auf dem besten Wege, er macht auch schon allerhand Blödsinn“, sagt Tierpfleger Sebastian Hiesener.

Eine DNA-Analyse habe ergeben, dass der fast drei Monate alte und inzwischen etwa 30 Zentimeter große Vogel doch ein Mädchen sei, sagte Hiesener. “Wir haben den Papagei deshalb zunächst Nelson genannt, weil diese Art ursprünglich aus Neuseeland stammt und es dort die Stadt Nelson gibt“, erklärt der 29-Jährige.

Man könne bei einem Kea nicht auf den ersten Blick erkennen, ob es sich um einen männlichen oder weiblichen Papagei handelt. Einen schweren Start hatte Nelson aber nicht nur deshalb: Die sechs Jahre alte Mutter Owaka habe mit dem Winzling nichts anfangen können, da es ihre erste Brut gewesen sei, sagt der Vize-Chef des Zoos in Halle, Timm Spretke. Dies sei nicht unüblich.

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Seit März päppeln nun vier Tierpfleger den Vogel auf. So langsam wird er flügge und zutraulich zugleich. “Er wächst und gedeiht“, sagt Spretke. 665 Gramm bringt er nach Angaben von Tierpfleger Hiesener nun auf die Waage. Damit habe Nelson fast das Gewicht eines erwachsenen Kea erreicht. Zum Vergleich: 11,2 Gramm wog der Vogel, als er aus dem Ei schlüpfte.

Noch etwas fiepsig klingt es allerdings auch heute noch aus dem grau-gelben Schnabel, wenn Nelson vorsichtig am Finger des Pflegers zupft. “Das wird schon noch lauter“, sagt Hiesener. In der Aufzuchtstation hat Nelson Äste zum Klettern und Temperaturen um die 20 Grad Celsius. Zu warm wolle es ein Kea im Unterschied zu anderen Papageienarten wie etwa den Aras, die 35 Grad und mehr vertrügen, nicht haben. “Das steckt so in ihm drin, denn in den Bergen in Neuseeland ist es auch kühl“, erklärt der Tierpfleger.

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Etwa drei bis vier Wochen werde es wohl noch dauern, bis Nelson aus der Aufzuchtstation in eine Voliere kommt. Cook, der zehn Jahre alte Vater des Jungpapageis, kümmert sich weiterhin nicht um seinen Nachwuchs. Auch die Mutter will nichts von ihm beziehungsweise ihr wissen.

Nelsons Tante Karamea, die dritte im Bunde der älteren Keas im Zoo in Halle, soll sich des Nachwuchses voraussichtlich Ende Juni annehmen. “Das versuchen wir ganz vorsichtig, sie ist vom Temperament her etwas ruhiger und nicht so forsch wie Nelsons Eltern“, sagt Hiesener.

In Halle leben im Tierpark auf einer Fläche von neun Hektar rund 1700 Tiere aus etwa 250 Arten, Elefanten genauso wie Faultiere. Bei den Vögeln sind es mehr als 100 Arten.

dpa

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