Heuschnupfen: Der Kampf gegen die Pollen

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Heuschnupfen ist eine Fehlfunktion des Immunsystems: Der Körper bekämpft harmlose Pollen.

Warme Sonnenstrahlen, summende Bienen, blühende Natur – für Pollen-Allergiker ein wenig verlockendes Bild. Sobald die ersten Pflanzen blühen, beginnt für Heuschnupfen-Patienten eine Leidenszeit. Eine Kombination aus Medikamenten und einer Immuntherapie kann helfen und den Heuschnupfen sogar heilen.

Heuschnupfen ist eine Überempfindlichkeit gegen Pollen

Der Begriff „Heuschnupfen“ bezeichnet eine allergische Reaktion auf Pollen. Bereits im 19. Jahrhundert erkannte man, dass die Symptome nicht durch Viren oder Bakterien ausgelöst werden, sondern häufig bei der Arbeit mit Gras und Heu auftreten – daher der Name „Heuschnupfen“.

Die Ursache ist eine Fehlfunktion des Körpers: Bei einer Allergie reagiert das Immunsystem überempfindlich auf eigentlich harmlose Umweltstoffe. Es bildet Antikörper und bekämpft damit die vermeintlichen Schadstoffe. Das bewirkt, dass sich die Stellen des Körpers entzünden, die mit dem Auslöser – dem sogenannten Allergen – in Berührung kommen. Beim Heuschnupfen sind das die oberen Atemwege, über die man die Pollen einatmet.

Verwechslungsgefahr: Heuschnupfen vs. Erkältung

Die Symptome von Heuschnupfen ähneln denen einer Erkältung: Die Nase läuft, die Augen tränen, die Lider schwellen an. Die meisten Patienten leiden unter ständigen und heftigen Niesattacken. Deshalb ist es im ersten Moment schwer zu unterscheiden, ob man unter einem Infekt oder unter Heuschnupfen leidet. Diese Indizien deuten darauf hin, dass keine Viren, sondern Pollen die Beschwerden verursachen:

  • Die Symptome treten sehr plötzlich und heftig auf. Sie klingen ebenso plötzlich wieder ab.
  • Die Beschwerden sind an einen bestimmten Zeitraum gebunden: Je nachdem, auf welche Pollen die Patienten reagieren, erkranken sie zu unterschiedlichen Jahreszeiten. Auskunft über die Blühzeiten gibt ein Pollenflugkalender.
  • Das Nasensekret ist flüssig, nicht schleimig oder zäh.
  • Typische Begleiterscheinungen einer Erkältung wie Hals- und Gliederschmerzen oder Fieber bleiben aus.
  • Bei Regen bessern sich die Beschwerden.

Wenn Sie den Verdacht haben, dass Sie an Heuschnupfen leiden, dann behandeln Sie sich nicht selbst, sondern wenden Sie sich an Ihren Arzt. Er prüft zum Beispiel durch einen Haut- oder Bluttest, ob Sie tatsächlich an Heuschnupfen leiden und welche Pollen die Allergie auslösen.

Die Behandlung: Pollen vermeiden, Symptome bekämpfen

Die Behandlung von Heuschnupfen beruht auf drei Prinzipien:

  1. Die Betroffenen vermeiden die Allergene und halten sich so oft wie möglich in geschlossenen Räumen auf.
  2. Die Symptome werden mit speziellen Heuschnupfen-Medikamenten bekämpft, damit die Patienten schlafen und den Alltag bewältigen können.
  3. Eine spezifische Immuntherapie stabilisiert das Immunsystem und gewöhnt es an das Allergen. Die Behandlung lindert die Beschwerden oder schaltet den Heuschnupfen sogar ganz aus. Eine Erfolgsgarantie gibt es aber nicht.

Tipps für Heuschnupfen-Geplagte

Um die Beschwerden so gering wie möglich zu halten, helfen diese Tipps:

  • Halten Sie die Fenster Ihrer Wohnung und Ihres Autos geschlossen. Lüften Sie nachts, wenn die Luft weniger durch Pollen belastet ist. Ausnahme: Öffnen Sie die Fenster nach einem Regenschauer. Er „spült“ die Pollen aus der Luft.
  • Bringen Sie am Fenster Ihres Schlafzimmers einen Schutzfilter gegen Pollen an. Auch die Lüftung Ihres Autos können Sie mit einem speziellen Filter nachrüsten.
  • Duschen Sie und waschen Sie Ihre Haare, bevor Sie schlafen gehen. Dadurch spülen Sie die Pollen aus.
  • Legen Sie Ihre Straßenkleidung nicht im Schlafzimmer ab.

Quelle: rosenheim24.de

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