Langsam kehrt Normalität an Flughäfen ein

Frankfurt/Main - Noch hinken die Airlines ihren Flugplänen hinterher, doch das soll sich in den nächsten Tagen ändern. Die Flughäfen sind


Nach tagelangen Sperrungen und Vulkanaschechaos im Flugverkehr sind am Mittwoch alle Sperrungen des Luftraumes in Deutschland aufgehoben worden. Die Deutsche Flugsicherung erlaubte ab Vormittag für das gesamte Bundesgebiet wieder Instrumentenflüge. Damit können deutlich mehr Flüge abgewickelt werden als zu Wochenbeginn. Die Lufthansa will schon am Donnerstag wieder nach Plan fliegen. In den vergangenen Tagen waren in bestimmten Höhen wegen der Aschewolke nur noch Flüge nach Sicht erlaubt. Am Mittwoch wurden die Beschränkungen Schritt für Schritt aufgehoben. Der Verkehr lief auch an den wichtigen Drehkreuzen Frankfurt und München wieder unter Normalbetrieb.

Der Eyjafjalla-Vulkan und die Aschewolke

Satellitenbilder: Vulkan und Aschewolke von oben
Tief unten im Eyjafjalla-Gletscher brodelt der Vulkan, der uns seit Tagen Asche nach Europa schickt. © dpa
Satellitenbilder: Vulkan und Aschewolke von oben
Weil der Vulkan so weit unten im Gletscher liegt, kühlt seine Lava so schnell ab und wird zu Staub, den er dann hinaus in die Athmosphäre schleudert. © dpa
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Das ist das Besondere am Eyjafjalla-Vulkan. Wäre der Gletscher nicht, würde die Lava nicht so schnell kalt und könnte abfließen. Stattdessen wird sie in Nanopartikel in die Luft geschleudert. © dpa
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Lava und Staub aus dem Eyjafjalla-Vulkan. © dpa
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Die Aschewolke ist bis zu elf Kilometer in den Himmel geschossen. Inzwischen ist der Eyjafjalla schwächer geworden und schleudert seine Asche nicht mehr so weit in die Luft. © dpa
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Rauch- und Ascheschwaden über Island. © dpa
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Aus der Luft: Die Aschewolke, die der Eyjafjalla ausspuckt. © dpa
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Die Aschewolke über Europa. Wenn Das stabile Hochdruckgebiet über Deutschland sich verzieht und sich die Wetterlage ändert, kann auch die Asche woanders hintreiben. © dpa
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Wissenschaftler sind ganz nah dran am Eyjafjalla-Vulkan. © dpa
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Satellitenbild: Die Aschewolke über Europa... © dpa
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... Deutschland liegt mitten drin im Aschefeld. © dpa

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Bereits am Dienstag wurden viele Interkontinentalflüge unter Sichtflug durchgeführt, der von gutem Wetter abhängt und mit dem viel weniger Flugzeuge abgefertigt werden können. Für den Mittwoch rechnete die Flugsicherung mit der Durchführung von etwa 60 Prozent der sonst üblichen Flüge. Bis zum Abend erwarte man 5.000 Flüge im deutschen Luftraum. Normalerweise wickelt die DFS im April pro Tag 8.000 bis 8.500 Flüge ab. Am Dienstag hatten wegen der Beschränkungen nur rund 1.250 Flüge stattgefunden.

Lufthansa fliegt nach normalem Flugplan

Die Lufthansa will ab Donnerstag wieder nach ihrem normalen Flugplan fliegen. Von den üblicherweise 1.800 Flügen sollten am Mittwoch mindestens 500 stattfinden. Inzwischen sind auch die meisten festsitzenden Passagiere an ihren Zielorten. Nach Angaben des Deutschen Reiseverbandes kehrten über 100.000 deutsche Urlauber von Reiseveranstaltern, die seit Freitag im Ausland festsaßen, nach Deutschland zurück. Auch im europäischen Ausland entspannte sich die Lage. Von den 28.000 geplanten Flügen in Europa sollten am Mittwoch 21.000 stattfinden.

Bis in Deutschland wieder ganz normale Verhältnisse herrschen, könnten noch Tage vergehen. “Vielfach sind Flugzeuge und Crews noch nicht an ihren planmäßigen Einsatzstandorten“, sagte der Hauptgeschäftsführer des Flughafenverbandes ADV, Ralph Beisel. Die Flughäfen seien gerüstet, um Maschinen rund um die Uhr abzufertigen.

Ramsauer verteidigt sein Krisenmanagement

Verkehrsminister Ramsauer verteidigte im Bundestag sein Krisenmanagement. Die Einschränkungen des Flugverkehrs seien alternativlos gewesen. An den Maßnahmen hatte es scharfe Kritik von der Luftfahrtbranche gegeben. Sie musste in den sechs Tagen Umsatzeinbußen von umgerechnet 1,26 Milliarden Euro hinnehmen, wie der Branchenverband IATA mitteilte.

Folgt Katla auf Eyjafjalla?

Meteorologen konnten am Mittwoch Hoffnung auf eine weitere Entspannung der Lage machen. Der Eyjafjalla stößt inzwischen vor allem Wasserdampf und Lava aus und nicht mehr so viel gefährliche Asche. Selbst wenn es zum Wochenende hin wieder zu mehr Ascheentwicklung kommen würde, hätte dies nach Vorhersage des Deutschen Wetterdienstes nicht mehr solche Auswirkungen wie in den vergangenen Tagen.

Grund ist eine Hochdruckbrücke, die vom Südwesten her warme Luft nach Deutschland bringt. Allerdings schlummert in der Nähe des Eyjafjallas ein noch größerer Vulkan namens Katla. Wissenschaftler befürchten, dass die Erschütterungen am Eyjafjalla eine noch gewaltigere Eruption auslösen könnten. Ein Ausbruch wäre wohl zehnmal stärker und würde noch dichtere Aschewolken in noch größere Höhe ausstoßen als sein kleiner Nachbar.

DAPD

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