Lebenslange Haft für Blutbad auf Campingplatz

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Lebenslange Haft für Blutbad auf Campingplatz von Coesfeld.

Münster - Für den Mord an drei Menschen auf einem Campingplatz im Münsterland muss ein 34-Jähriger lebenslang hinter Gitter. Er ging mit einem Samuraischwert auf seine Ex-Freundin und deren Eltern los.

Das Landgericht Münster verhängte am Mittwoch eine lebenslange Freiheitsstrafe und stellte auch die “besondere Schwere der Schuld“ fest. Damit kann der Mann nach den regulären 15 Jahren hinter Gittern nicht einfach entlassen werden. Dem Urteil zufolge hat der Autolackierer seine Ex-Freundin und deren Eltern mit einem Samuraischwert und zwei Dolchen regelrecht abgeschlachtet. Nur die gemeinsame Tochter überlebte das entsetzliche Blutbad. Von einer “Familientragödie“ sprach der Vorsitzende Richter bei der Urteilsverkündung. Er sagte mit Blick zum Angeklagten: “Eine ganze Familie wurde von ihnen ausgelöscht.“


Mord auf einem Campingplatz in Coesfeld - Bilder

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Ein Ehepaar im Alter von 53 und 55 Jahren sowie deren erwachsene Tochter sind in der Nacht auf Sonntag auf einem Campingplatz in Coesfeld ermordet worden. © AP
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Das zehn Monate alte Kind der 27-Jährigen sei unverletzt. Die Ermittler fanden es wach in seinem Bettchen sitzend. Es sei vorsichtshalber in ein Krankenhaus gebracht worden. © AP
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Bei dem mutmaßlichen Täter handelt es sich um den Vater des Kleinkindes. © AP
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Hintergrund des Verbrechens ist nach Polizeiangaben vermutlich ein Streit um Unterhalt für das Kind. © AP
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Die Camper sind entsetzt von den dramatischen Geschehnissen. © AP
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Der Campingplatz “Lönsquelle“ liegt zwischen Feldern. © AP
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Auf dem Gelände stehen etwa 250 Holzhäuschen und Wohnwagen, die vor allem Dauercampern gehören. © dpa
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Viele Bewohner - vor allem Rentner - verbringen dort schon seit Jahren den Sommer, sie schätzen die Ruhe, die dort normalerweise herrscht. © dpa
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In der Nacht auf Sonntag wurden die Camper von einem fürchterlichen Geschrei aus dem Schlaf gerissen. © dpa
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Den ganzen Sonntag war die Spurensicherung auf dem Campingplatz. © dpa

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Der Mann war dem Urteil zufolge im August 2009 mitten in der Nacht in die Campinghütte der Familie in Coesfeld eingedrungen. Er sei schwer bewaffnet und in Kampfmontur gewesen. “Die Opfer waren völlig arglos und wehrlos“, heißt es im Urteil. Der Lackierer soll fast 90 Mal auf die Opfer eingestochen haben. “Er wollte sichergehen, dass sie sterben.“ Einzig und allein die damals zehn Monate alte Tochter, die der Angeklagte mit der getöteten Ex-Freundin hatte, wurde später ohne jede Schramme auf einem Bett gefunden. Die Gräueltat war offensichtlich vor ihren Augen geschehen. “Die Hütte hatte nur eine einzige Tür. Sie war für die Familie eine Todesfalle.“ Der 34-Jährige nahm das Urteil ohne erkennbare Regung auf.


Der Kölner hatte die Tat im Gespräch mit einem Gerichtspsychiater zugegeben. Er gilt einem Gutachten zufolge als voll zurechnungsfähig. Er trinkt nicht, nahm keine Drogen und ist in seinem Bekanntenkreis auch nie gewalttätig aufgefallen. “Das Motiv ist letztlich im Dunkeln geblieben“, sagte der Richter. Möglicherweise habe sich der Angeklagte um Unterhalt für Mutter und Kind drücken wollen. Denkbar sei auch, dass er das Sorgerecht allein für sich haben wollte. Vielleicht sei auch schierer Hass auf die beiden Frauen das Motiv gewesen. Dann wäre der Vater als Augenzeuge gestorben. Der Lackierer hatte bei einem Psychiater behauptet, er habe in einer Art Notwehr-Situation gehandelt. Er sei beim nächtlichen Psychoterror gegen die Familie erwischt und mit dem Samuraischwert bedroht worden. Der Richter bezeichnete diese Version als “Verhöhnung der Opfer“, die durch objektive Spuren klar widerlegt sei.

dpa

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