Prozess in Lübeck

Kinder in Rollstuhl gezwungen - Haftstrafe für Mutter 

+
Urteil im Misshandlungsprozess gegen Mutter.

Eine Mutter hat ihre Kinder schwere Krankheiten angedichtet, sie sogar in den Rollstuhl gezwungen haben. Nun hat das Gericht die Frau zu einer Haftstrafe verurteilt.    

  • Eine Mutter (49) aus Schleswig-Holstein musste sich in einem Prozess in Lübeck wegen Misshandlung ihrer Kinder verantworten.
  • Aus Geldgier hat sie für ihre Kinder chronische Krankheiten erfunden.
  • Das Landgericht Lübeck hat nun die Mutter verurteilt. 

Lübeck - Wegen Misshandlung ihrer Kinder und Betruges muss eine Mutter (49) aus Ostholstein für acht Jahre ins Gefängnis. Das Landgericht Lübeck sah es am Mittwoch als erwiesen an, dass die Frau aus Lensahn jahrelang gegenüber Krankenkassen, Behörden und Ärzten behauptet hatte, vier ihrer fünf Kinder litten an schweren chronischen Erkrankungen. Die Angeklagte habe aus Geldgier und Geltungssucht gehandelt, sagte die Richterin.

Wegen Fluchtgefahr wurde die Angeklagte, die sich bis dahin auf freiem Fuß befunden hatte, noch im Gerichtssaal festgenommen. Die Staatsanwaltschaft hatte zehn Jahre Haft beantragt. Die Verteidigung, die eine milde Strafe gefordert hatte, kündigte nach der Urteilsverkündung Revision an.

Mutter leidet wohl an Münchhausen-Stellvertretersyndrom

Die Liste der vermeintlichen Krankheiten war lang, wie Spiegel.de berichtet: Rheuma, Arthritis, Asthma, die Bluterkrankheit und die sogenannte Glasknochenkrankheit, bei der Nekrosen die Knochen zersetzen. Nach Aussage einer psychiatrischen Sachverständigen leide die Mutter an dem sogenannten Münchhausen-Stellvertretersyndrom, sei aber voll schuldfähig.

Die Polizei Weimar suchte Anja R. und ihre Tochter Martha. Nun wurden sie in Norwegen entdeckt. Der Vater der 3-Jährigen äußert sich. 

dpa

Zurück zur Übersicht: Deutschland

Auch interessant

Kommentare

Live: Top-Artikel unserer Leser

MEHR AUS DEM RESSORT