Er traf und traf und traf

Media-Markt-Torwand: Knipser verbannt

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Die "Media Markt"-Aktion ist bereits abgelaufen

Aachen - Ein Amateurfußballer hat beim "verrückten Torwandschießen" getroffen und getroffen und getroffen - bis es dem Media-Markt-Filialleiter zuviel geworden ist und er die Rote Karte zückte.

Diese verrückte Werbe-Aktion, typisch für den Elektronikgiganten Media Markt, reizte alle Hobbyfußballer: Mit einem Treffer an der Torwand gibt's den ganzen Einkauf umsonst! Nur bei einem Fehlschuss muss demnach der Einkauf regulär bezahlt werden. Media Markt erklärte es so: "Das verrückte Torwandschießen - 1. Einkaufen 2. Tor schießen 3. Geld zurück".

Auch Dany Ward, Amateurspieler und Co-Trainer beim Siebtligisten Arminia Eilendorf, ist in seinem Media Markt in Aachen am vergangenen Freitag laut "Welt" an der Torwand angetreten - mit einer besonderen Taktik. Er legte sich fünf Artikel im Gesamtwert von 1500 Euro in den Wagen und bezahlte alle einzeln. Fünf Kassenzettel, macht fünf Versuche. Schon da verblüffte er die anderen Kunden und die Verkäufer mit seiner Trefferquote. Von fünf Schüssen aus sieben Metern traf er drei Mal in das einzige, halbhohe Loch der Torwand. Zwar waren es nicht die teuersten Artikel, die Ward erstattet bekam, aber immerhin.

Der Amateurkicker hatte Blut geleckt und legte nach. Diesmal versenkte er zwei von vier Versuchen. Die Aufmerksamkeit der anderen Einkäufer war ihm sicher. Laut des Berichts trat Ward als nächstes für eine ältere Frau an, die acht Tablet-PCs für 2400 Euro gekauft hatte. Er traf, die Frau umarmte ihn und verschwand, ohne ihren Helden weiter zu entlohnen. Spätestens da dürfte Ward dem Filialleiter ein Dorn im Auge gewesen sein.

Aktuelles Sportstudio: Scharfschützen an der Torwand

Aktuelles Sportstudio: Scharfschützen an der Torwand

Am nächsten Tag ging er erneut auf Shoppingtour in der Filiale und lud sich den Einkaufswagen voll. Bis zur Torwand schaffte er es nach der Kasse allerdings nicht mehr, denn das wusste der Filialleiter mit zwei Sicherheitsmännern zu verhindern. "Mir wurde verboten, an der Torwand zu schießen. Man warf mir vor, ein Krimineller und bandenmäßiger Betrüger zu sein", beschwert sich Ward gegenüber der "Welt".

Eine Sprecherin des Unternehmens formuliert den Vorfall etwas anders, wie auch "stern.de" berichtet. Es sei ein freundliches und ruhiges Spiel gewesen. Media Markt habe ihm angeboten, die Ware umzutauschen, was Ward allerdings ablehnte, schließlich habe er die Geräte nach eigener Aussage tatsächlich gebraucht.

Das wiederum bezweifelt Media Markt. Die Sprecherin erklärt: "Es gab das Gerücht, dass er mehrere Kunden angesprochen und ihnen seine Hilfe angeboten hat." Am Tag danach habe er "im ganz großen Stil eingekauft - und zwar in nicht handelsüblichen Mengen, sondern gewerblich. Das ist nicht zulässig."

Den Vorschlag des Unternehmens, noch einmal zu schießen und den möglichen Erlös zu spenden, hat Ward abgelehnt. Stattdessen will er nun rechtliche Schritte einleiten. Ward am Freitag zu "Spiegel online": "Ich habe heute Morgen mit meinem Anwalt gesprochen. Ich will Klage einreichen wegen Rufmord und Unterschlagung."

kim

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