In Hamburg

Meldepflicht für Prostituierte: Protest mit "Hurenausweis"

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Eine Prostituierte demonstriert mit einer roten Maske und dem Schild, welches die Aufschrift "Keine Registrierung von Sexarbeiter_innen!" trägt, am 03.03.2016 in einer Fußgängerzone in Hamburg gegen das geplante Prostituiertenschutzgesetz. 

Hamburg (dpa) - Prostituierte haben in Hamburg gegen die geplante Anmelde- und Beratungspflicht protestiert. Passanten und Prostituierte ließen sich am Donnerstag symbolisch ein Papier mit dem Titel "Hurenausweis" ausstellen.

Darin werde vorweggenommen, was es bedeuten könnte, wenn Prostituierte künftig einen Nachweis ihrer Anmeldung bei sich tragen müssten, sagte Friederike Strack von der Berliner Beratungsstelle Hydra. "Zwangsregistrierung wurde 1927 auf Druck der Frauenbewegung abgeschafft", heißt es in dem "Hurenausweis". Sie führe zu Stigmatisierung und unterstütze ein ungewolltes Outing.

Das Gesetz zur Meldepflicht für Prostuitierte wird wohl noch in diesem Monat im Bundeskabinett beraten. Foto: Lukas Schulze

Das Gesetz wird voraussichtlich am 23. März im Bundeskabinett beraten. Bislang sind nur Eckpunkte bekannt. Demnach müssen Prostituierte künftig einmal im Jahr zum Gesundheitsamt gehen und sich beraten lassen. Zudem müssen sie sich im Zwei-Jahres-Rhythmus bei einer Behörde anmelden. Für 18- bis 21-Jährige gelten noch kürzere Intervalle.

Dazu kommen eine Kondompflicht und das Verbot von Flat-Rate- Angeboten. Die Betreiber von Prostitutionsbetrieben brauchen künftig eine Genehmigung und müssen sich einer Zuverlässigkeitsprüfung unterziehen. So soll verhindert werden, dass ein vorbestrafter Menschenhändler ein Bordell führt.

Programm Sexarbeits-Kongress (2.-4.3.)

Aktion "Prosexarbeit" auf Facebook

Quelle: rosenheim24.de

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