Ökosex - eine sexuelle Revolution?

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Leipzig - Ökologisches Denken nimmt in unserem Leben immer mehr Platz ein. Doch über den ökologischen Aspekt des Sexlebens haben die wenigsten nachgedacht.

Recycling ist in Deutschland das Normalste der Welt. Wer seine Medikamente in den Abfluss schüttet oder statt auf dem Fahrrad mit dem Auto zum Bäcker fährt, der hat zumindest ein schlechtes Gewissen. Ökologisches Denken nimmt in unserem Leben einen wichtigen Platz ein. Doch gilt das auch im deutschen Sexleben? Die Ergebnisse einer Umfrage unter mehr als 4.500 Mitgliedern des Online-Portals JOYclub.de sind überraschend. Obwohl sich 85 Prozent der Befragten für umweltbewusst halten, haben lediglich sieben Prozent schon einmal über die ökologischen Aspekte ihres Sexlebens nachgedacht. Mit erheblicher Verzögerung zu anderen Lebensbereichen kommt jetzt auch das Liebesleben auf den Prüfstand. Der neueste Trend heißt Ökosex. Einmal angesprochen, stößt das Thema bei den Usern auf große Zustimmung und bei vielen auf vollen Körpereinsatz.

Jute statt Plastik?

Das neue Schlagwort scheint den meisten noch nicht fassbar. Gerade einmal sechs Prozent haben darüber gelesen und weitere 23 Prozent besitzen eine vage Vorstellung, um was es sich handelt. Fast drei Viertel der antwortenden Personen ist der Begriff völlig neu. Kein Wunder, denn das Thema Ökosex ist so facettenreich, wie das jeweilige erotische Vorstellungsvermögen. Eine Lanze für das Thema hat die amerikanische Autorin Stefanie Iris Weiss mit ihrem Buch "Öko-Sex" gebrochen. Sie nimmt das geschlechtliche Leben der Wohlstandsgesellschaft unter die Lupe: angefangen bei langstieligen Rosen, die eine Reise um die halbe Welt hinter sich haben über hormonelle Verhütungsmethoden bis hin zum Benzinverbrauch auf dem Weg zum Rendezvous. Dabei geht es ihr nicht um Verzicht, sondern um den verantwortungsvollen und nachhaltigen Umgang mit Ressourcen. Die Frontlinie verläuft also nicht zwischen Jute-Lümmeltüte und Latex-Kondom oder Koitus interruptus und Pille.

Ökorotischer als gedacht

Trotz der eigenen Einschätzung haben unbewusst viele Umfrageteilnehmer bereits über die ökologischen Aspekte rund um die schönste Nebensache der Welt nachgedacht. Knapp ein Drittel achtet auf die umweltverträgliche Entsorgung von Kondomen. D. h. sie beseitigen ihre Präservative über den Hausmüll und nicht über die Toilette, wo sie Rohre verstopfen können und womöglich in Gewässern landen. Jeweils 24 und 27 Prozent achten auch darauf, dass Kondome und Sextoys fair gehandelt sind. 59 Prozent kennen Sexspielzeuge ohne Weichmacher und Giftstoffe. Ungebräuchlich scheinen allerdings Vibratoren mit Solarladegerät zu sein. Nur sieben Prozent der Befragten haben schon von den Strom sparenden Glücksspendern gehört.

Bei der Optik hört der Spaß auf

Bei Dessous und Bettwäsche hat das Umweltbewusstsein offensichtlich seine Grenzen. Nur 14 Prozent der Männer und Frauen sind Öko-Laken sowie -Bezüge wichtig. Noch unbeliebter ist Öko-Wäsche: Lediglich acht Prozent der Untersuchungsgruppe kann Dessous aus Naturmaterialien etwas abgewinnen.

Voller Körpereinsatz für die Rettung der Welt

Doch wie weit würden die Befragten für ihre grüne Einstellung gehen? Immerhin bezeichnen sich 85 Prozent der Interviewten als umweltbewusst. Die Umweltaktivistin Natalie Mandeau ging mit gutem Beispiel voran. Sie wollte mit Sex die Natur retten. Bei Fuckforforest konnten sich Liebhaber gegen eine Monatspauschale Erotikfilme anschauen. 80 Prozent der Gebühren gingen als Spende an Regenwaldprojekte in Südamerika. Ein Viertel der Umfrageteilnehmer bei JOYclub.de können sich vorstellen, nach diesem Vorbild als Protagonisten in einem solchen Film mitzuwirken. Das ist Hingabe an Mutter Natur!

Pressemeldung Joy Club

Quelle: rosenheim24.de

Rubriklistenbild: © dpa

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