Kampf gegen den IS

Dieses Facebook-Foto löst Shitstorm aus

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Berlin - Die Linken-Bundestagsabgeordnete Christine Buchholz steht auf Facebook und Twitter derzeit "unter Beschuss". Grund ist ein vermeintlich pazifistisches Plakat.

Ein am Freitag auf Facebook veröffentlichtes Foto löst derzeit einen regelrechten Shitstorm gegen die Linken-Bundestagsabgeordnete Christine Buchholz (43) aus.

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Buchholz ist Sprecherin für Verteidigungspolitik ihrer Fraktion im Bundestag. Wohl in dieser Funktion postete sie dieses Foto auf ihrem Facebook-Profil: "Solidarität mit dem Widerstand in Kobane. US-Bombardement stoppen".

Für viele Facebook-User ist diese Forderung unlogisch, widersinnig, ja paradox, und sie reagieren aufgebracht. So schrieb ein Facebook-Nutzer als Kommentar unter diesem Beitrag: "Die von den IS-Mörderbanden bedrohten Selbstverteidigungskräfte fordern seit Tagen eine Intensivierung der Luftangriffe auf den IS und Waffenlieferungen. Beides lehnen die Linkspartei und Christine Buchholz ab und halten lieber moralisierende Schildchen hoch."

Ein anderer meint: "Die dort dem IS hilflos ausgelieferten Kurden fordern seit Monaten Hilfe an, weil sie den Angriffen nicht standhalten können und Sie zeigen sich 'solidarisch', in dem Sie das Abschlachten der Kurden befürworten? Mit diesem dummen Plakat machen Sie sich unter den Kurden einige Feinde. Sie sind eine einzige Schande!" 

Ein weiterer Faceboook-Nutzer zieht gar sarkastisch einen historischen Vergleich mit dem Kampf gegen die Nationalsozialisten: "'Solidarität mit dem Warschauer Ghetto, Auschwitz, Bergen Belsen! Alliiertenvormarsch stoppen!', würde in den 1940ern auf dem Schild stehen." Zu diesem historischen Vergleich wurde über die sozialen Netzwerke auch schon dieses Bild verbreitet:

Das Foto wurde mittlerweile bereits hundertfach auf Facebook geteilt und kommentiert.  Natürlich wird es aber auch auf Twitter rege diskutiert, auch wenn es noch keinen eigenen Buchholz-Hashtag gibt. So mutmaßt ein Twitter-Nutzer:

Christine Buchholz will derweil an ihrer Position festhalten und bringt sie am Samstag auch auf dem hessischen Landesparteitag der Linken als Antrag ein.

Sie plädiert nicht für einen militärischen Strategiewechsel, etwa für den Einsatz von Bodentruppen. Im Gegenteil: Sie ist ebenso gegen Waffenlieferung an die Kurden. Auch einen vom UN-Sicherheitsrat völkerrechtlich legitimierten Krieg würde sie ablehnen, teilt Buchholz auf ihrer Homepage mit. Ein UN-Mandat würde "nichts am Charakter der Bombenangriffe verändern, sondern einzig der Verschleierung der tatsächlichen Motive dahinter dienen". 

Der IS könne "nur von unten, aus der irakischen und syrischen Gesellschaft heraus geschlagen werden", von politisch linken Kräften wie der PKK. Der kurdische Widerstand sei Teil "dieses Kampfes gegen die herrschenden Klassen in der Region", heißt es in ihrer Stellungnahme. Das klingt nach marxistischer Ideologie, die "Bourgeoisie" und der "westliche Imperialismus" als eigentlicher Gegner - und nicht etwa fanatische Islamisten. 

mg/ro24

Quelle: rosenheim24.de

Rubriklistenbild: © Facebook Screenshot

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