Nach Absturz: Wie gefährlich sind Germanwings-Flieger?

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Köln - Nach dem tragischen Absturz einer Germanwings-Maschine in Südfrankreich kommt die Frage auf, wie sicher die Flugzeuge der Lufthansa-Tochter wirklich sind. Vorfälle gab es schon früher:

Airbus A319, Airbus A320, Airbus A330 und Bombardier CRJ900 NextGen: Das sind die Flieger der Germanwings/Eurowings-Flotte, wobei der betroffene A320 das größte Flugzeug ist. Laut Angaben der Lufthansa wird die Technik und die Wartung regelmäßig auf dem neuesten Stand gehalten, Angestellte stetig geschult und kontinuierlich für einen modernen Bestand gesorgt.

Nach dem Absturz der Germanwings Airbus A320 über Südfrankreich sind die Fragen über die Sicherheit der Flieger allerdings groß. Der abgestürzte Flieger war nach Informationen der Website Airfleets.net am 6. Februar 1991 an die Lufthansa ausgeliefert worden. Ihren Jungfernflug hatte sie am 29. November 1990. Kann die Ursache daher ein technischer Mängel aufgrund des Alters sein?

Auch Fakt ist, dass es nicht der erste Zwischenfall einer Germanwings-Maschine war.

Laut einem Bericht von Spiegel-Online kam es 2010 beispielsweise fast zu einem Absturz über Köln. Germanwings hatte den Vorfall über lange Zeit jedoch geheim gehalten. Angeblich soll in einem Flieger vom Typ Airbus A319 Giftgas in das Cockpit gelangt sein. Daraufhin sei der Co-Pilot für kurze Zeit komplett außer Gefecht gewesen. Laut dem Bericht von Spiegel-Online sei der Mann für ein halbes Jahr ausgefallen. Germanwings habe laut Spiegel-Online die Dramatik der Ereignisse verschwiegen - die Untersuchung sei deshalb erst mit fast einem Jahr Verspätung in Gang gekommen.

2011 kam es zu einer Luftkollision mit einem Wetterballon über England. Bei diesem Vorfall wurden große Schäden jedoch genauso vermieden wie bei einer gefährlichen Begegnung mit einem Geschäftsreisejet im Schweizer Luftraum im gleichen Jahr.

Mehrere ältere Modelle vom Typ A320 wurden in den Bestand der Flugflotte von Lufthansa und Eurowings mit eingebunden.War das unter Umständen die falsche Entscheidung? Zumal vor der Einbindung das gesamte Flottenalter knapp über dem Durchschnitt lag und mit der Eingliederung der älteren Maschinen das Alter drastisch anstieg.

Allgemein hatten die A320 Flieger nicht unbedingt den besten Ruf: Im November 2008 stürzte ein A320 der deutschen Fluggesellschaft XL Airways ins Meer. Dabei starben zwei deutsche Piloten und fünf Neuseeländer. 2008 gab es bei einer mit 130 Menschen besetzten A320 einen Unfall bei der Landung. Der Flieger der salvadorianischen Fluggesellschaft XL Airways schoss über die Landebahn hinaus und krachte in mehrere Autos. Es starben fünf Menschen.

Im Juli 2007 gab es 199 Todesopfer bei einer Landung in eine Tankstelle und ein weiteres Gebäude. Das Unglück ereignete sich in Sáo Paulo.

Bis zum tragischen Vorfall am Dienstag kam es bei Germanwings jedoch seit der Gründung vor zwölf Jahren weder zu einem tödlichen Unfall noch zu einem Flugzeug-Totalverlust. In den vergangenen Jahren gab es nur sehr wenige ernstere Vorfälle im Flugbetrieb. Bis die genaue Absturzursache geklärt ist, kann also nur spekuliert werden, inwieweit die Sicherheit bei den Germanwings-Fliegern gewährleistet ist.

Quelle: rosenheim24.de

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