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Chemiehändler versorgte "Sauerland"-Gruppe

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Die vier Islamisten der Sauerlandgruppe.

Verden - Die Sauerlandgruppe plante 2007 den größten Terror-Anschlag in der deutschen Geschichte. Ein Chemielieferant half den Terroristen bei ihrem Plan. Sein Geständnis vor Gericht:

Chemikalienlieferant der “Sauerland“- Terroristen hat beim Auftakt seines Prozesses den Handel gestanden. Er habe aber nicht vermutet, dass die neun 65-Kilo-Kanister Wasserstoffperoxid zur Herstellung von Sprengstoff benutzt werden sollten, erklärte der 39-Jährige am Dienstag vor dem Landgericht im niedersächsischen Verden.

Der Terrorprozess gegen die Sauerlandgruppe

Die Bilder vom Terrorprozess gegen die Sauerlandgruppe

Bewaffnete Polizisten sichern die Eingänge des Oberlandesgerichts in Düsseldorf. Hier findet der Prozess gegen die Sauerlandgruppe statt.
Bewaffnete Polizisten sichern die Eingänge des Oberlandesgerichts in Düsseldorf. Hier findet der Prozess gegen die Sauerlandgruppe statt. © dpa
Der Prozess findet in einem extra abgesicherten Saal statt.
Der Prozess findet in einem extra stark abgesicherten Saal statt. © ap
Die Anwälte der Terrorverdächtigen Rosenkranz und Pausch auf dem Weg ins Gericht.
Die Anwälte der Terrorverdächtigen, Rosenkranz und Pausch, auf dem Weg ins Gericht. © dpa
Journalisten und Zuschauer warten auf den Einlass ins Gericht.
Journalisten und Zuschauer warten auf den Einlass zu einem der größten Terrorprozesse in der Bundesrepublik seit Jahren. © dpa
Im Gerichtssaal sitzen die Angeklagten von Polizisten bewacht hinter dickem Sicherheitsglas.
Im Gerichtssaal sitzen die Angeklagten von Polizisten bewacht hinter dickem Sicherheitsglas. Mit ihren Anwälten sprechen sie durch die Scheibe. © dpa
Adem Yilmaz
Die Angeklagten werden ins Gericht geführt, hier Adem Yilmaz. Anschlagsziele waren vor allem amerikanische Gebäude. © dpa
Atilla Selek im Gerichtssaal.
Atilla Selek umringt von Polizisten. Die Angeklagten wollten, dass so viele Menschen wie möglich sterben. © dpa
Fritz Gelowicz und die drei weiteren Angeklagten sitzen hinter Sicherheitsglas im Gericht.
Fritz Gelowicz und die drei weiteren Angeklagten sitzen hinter Sicherheitsglas im Gericht. © dpa
Terrorprozess gegen Sauerlandgruppe
Der Angeklagte Daniel Schneider spricht mit seinem Anwalt. © dpa
Offenbar hat Daniel Schneider beim Terrorprozess Grund zu lachen.
Offenbar hat er beim Terrorprozess noch Grund zu lachen. © dpa
Hinter Gittern, Mauern und kameraüberwacht wird den Terrorverdächtigen der Prozess gemacht.
Hinter Gittern, Mauern und kameraüberwacht wird den Terrorverdächtigen der Prozess gemacht. © dpa
Richter Ottmar Breidling führt die Verhandlung gegen die Sauerlandgruppe.
Richter Ottmar Breidling führt die Verhandlung gegen die Sauerlandgruppe. © dpa
Allein die Anklageschrift umfasst 40 Seiten. Hier die Ermittlungsakten.
Allein die Anklageschrift umfasst 40 Seiten. Hier die Ermittlungsakten. © dpa
In diesem Ferienhaus in Oberschledorn wurden die Terrorverdächtigen festgenommen.
In diesem Ferienhaus in Oberschledorn im Sauerland wurden die Terrorverdächtigen festgenommen. © ap
Im September 2007 wird ein Verdächtiger abgeführt.
Im September 2007 wird einer von ihnen abgeführt. © ap
Die Polizei stellte bei der Festnahme mit Chemikalien gefüllte Kanister sicher.
Die Polizei stellte bei der Festnahme mit Chemikalien gefüllte Kanister sicher. © ap

Wegen der Planung der größten Anschläge in der Geschichte der Bundesrepublik hatte das Oberlandesgericht Düsseldorf im März vier Islamisten zu Haftstrafen zwischen fünf und zwölf Jahren verurteilt.

In ihrer einstündigen Anklageverlesung warf die Staatsanwaltschaft dem Chemikalienhändler aus Hodenhagen mehr als 200 Einzelfälle aus den Jahren 2007 bis 2009 vor. Er habe über das Internet zahlreiche Substanzen vertrieben, deren Verkauf an sich zwar nicht illegal sei. Strafbar sei dabei aber, dass er aufgrund seiner großen Vorkenntnisse habe wissen müssen, dass die Chemikalien zur Herstellung von Sprengstoff oder Betäubungsmitteln geeignet waren.

Die Verfahrensbeteiligten einigten sich auf einen Kompromiss, um den Prozess abzukürzen. Wenn der Beschuldigte ein glaubhaftes Geständnis ablegt, wird ein Teil der Vorwürfe fallengelassen. Ihm droht dann eine Freiheitsstrafe von mindestens zwei Jahren und neun Monaten, aber höchstens drei Jahren und neun Monaten.

Im Jahr 2007 sei der Terrorist Fritz Gelowicz mehrmals bei ihm gewesen und habe die bestellten Kanister abgeholt, berichtete der Angeklagte. Er habe keinen Verdacht geschöpft. Der Kunde habe “ordentlich ausgesehen, war umgänglich“. Zudem könne Wasserstoffperoxid auch zur Desinfektion oder zum Blondieren von Haaren benutzt werden.

Ein anderer Käufer hatte mit der erhaltenen Ware eine Rohrbombe gebaut, wieder andere stellten Amphetamine her. Insgesamt hatte der Online-Händler rund 3000 Kunden. Der Prozess wird an diesem Donnerstag fortgesetzt.

dpa

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