Aufnahmen kursieren im Internet

Stuttgart-Krawallen: Skandalöse Tonaufnahme eines Polizisten kursiert

Die Polizei in Stuttgart ermittelt im Rahmen der Ausschreitungen vom Wochenende auch in den eigenen Reihen. Grund dafür ist eine Sprachnachricht mit rassistischem Inhalt. 

  • Nach den Krawallen von Stuttgart* am Wochenende ermittelt die Polizei nun auch in den eigenen Reihen.
  • Grund dafür ist eine Sprachnachricht mit rassistischem Inhalt, die im Internet kursiert, und von einem Polizisten stammen soll. 
  • Die Staatsanwaltschaft in Stuttgart hat sich der Sache nun angenommen.

Update vom 26. Juni: Nach den Krawallen am vergangenen Wochenende kündigte die Polizei Stuttgart nun stärkere Präsenz durch Beamte am Freitag und Samstag an.


Stuttgart-Krawallen: Skandalöse Tonaufnahme eines Polizisten kursiert

Erstmeldung vom 25. Juni:

Stuttgart - Nach den Ausschreitungen in der schwäbischen Metropole Stuttgart am Samstag stehen die Mitglieder der örtlichen Polizei wohl zu Recht im Zentrum der Aufmerksamkeit. Die Krawalle, bei denen die Beamten im Einsatz unter anderem mit Steinen beworfen und getreten wurden, lösten im gesamten Land Diskussionen über die Stellung der Polizei in der Gesellschaft aus. Auch Bundesinnenminister Horst Seehofer drohte zwischenzeitlich mit einer Anzeige* gegen eine Kolumnistin der taz, die in einem satirischen Beitrag Polizisten als „Müll“ bezeichnet hatte. 


Stuttgart: Nach Ausschreitungen am Wochenende - Polizei ermittelt in den eigenen Reihen

Wie am Mittwoch bekannt wurde, ermittelt die Staatsanwaltschaft in Stuttgart jedoch auch gegen einen Polizisten, der sich während der Ausschreitungen rassistisch geäußert haben soll. Wie die Stuttgarter Zeitung berichtet, soll der Anhaltspunkt dafür eine Sprachnachricht sein, die im Internet kursiert. In dieser schildert ein Mann, bei dem es sich wohl um einen Polizeibeamten handeln soll, die Situation in der Stuttgarter Innenstadt. „Das ist Krieg. Wenn du hier Uniform trägst, gute Nacht. Da bist du nur Opfer“, hört man den Mann sagen. 

Der vermeintliche Polizeibeamte bezeichnete weiter die Verantwortlichen für die Krawalle als „Kanaken“ und „das, was ihr geholt habt“. Diese Aussagen sind auch relevant für die Ermittlungen der Staatsanwaltschaft. Die Stuttgarter Polizei hat sich bereits zu der Sprachnachricht geäußert. „Es gibt keinen Grund, davon auszugehen, dass es nicht echt ist“, sagt Stefan Keilbach, der Pressesprecher des Polizeipräsidiums Stuttgart.


Stuttgart: Rassismusvorwurf gegen Polizeibeamten? „Ganz sicher nicht unser Stil“ 

Inwieweit der Beamte für die Aussagen belangt werden kann, soll nun geprüft werden. „Unabhängig vom Ausgang der Überprüfung ist es ganz sicher nicht unser Stil und nicht in Ordnung, so über Menschen mit Migrationshintergrund zu sprechen“, führt Keilbach weiter aus. Unklar ist auch, wie die Sprachnachricht, die wohl an einen Bekannten des mutmaßlichen Polizisten gerichtet war, an die Öffentlichkeit gelangte. 

Baden-Württembergs Ministerpräsident Kretschmann wird das nicht gefallen können. Schlimmes bekam er auf Facebook allerdings im Sekundentakt zu hören. Hass-Kommentare und Verschwörungstheorien überfluteten sein Profil so lange, bis er schließlich löschte.

Bei den Ausschreitungen in der Stuttgarter Innenstadt * am Wochenende wurden 20 Polizeibeamte verletzt*. Der entstandene Sachschaden soll im siebenstelligen Bereich liegen. Einen Übergriff auf einen Polizisten gab es auch in Thüringen. Ein Mann entzog sich einer Polizeikontrolle, indem er den Beamten überrollte - mehrmals.  (fd)

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Rubriklistenbild: © dpa / Christoph Schmidt

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