Schambehaarung angezündet

Ehefrau quält ihre Männer in der Wetterau - Gatte Nummer vier verscharrt im Wald gefunden

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Eine Frau in der Wetterau quält ihre Ehemänner brutal. Die Leiche ihres vierten Gatten ist in einem Wald in Rodgau gefunden worden.

Weil sie ihren früheren Ehemann gequält und schwer verletzt haben soll, muss eine 40-Jährige aus der Wetterau hinter Gitter. Ihr vierter Gatte wurde verscharrt im Wald gefunden. 

Friedberg - Die vor dem Friedberger Schöffengericht am Dienstag abgeurteilten Taten lösten bei allen Beteiligten Erstaunen und Kopfschütteln aus: Die 40-jährige Angeklagte muss drei Jahre ins Gefängnis. Geschahen die Taten, die der Frührentnerin aus Bad Nauheim zur Last gelegt werden, aus ritueller Besessenheit oder lag dem eine Krankheit zugrunde? Darüber musste das Gericht unter der Leitung von Richter Dr. Markus Bange nicht befinden. Vielmehr galt es, die Taten abzuurteilen, die die Angeklagte ihren Ehemännern in den vergangenen zwölf Jahren angetan hatte. 

Die Staatsanwaltschaft ist dem Handeln der Angeklagten nur durch Zufall auf die Spur gekommen. Ein 46-jähriger Rockenberger hatte im vergangenen Jahr die Polizei auf einen im Wald bei Rodgau verscharrten Toten hingewiesen, über den Fall berichtete op-online.de*. Er erschien auf der Wache, machte Selbstanzeige gegen sich und seine ehemalige Ehefrau, die jetzige Angeklagte, und schilderte ihr gemeinsames Vorgehen lediglich als Ablegen einer Leiche im Wald. Der Tote, bei dem wegen des fortgeschrittenen Verwesungsprozesses die Todesursache nicht mehr festgestellt werden konnte, soll nach Aussage des 46-Jährigen in der Wohnung seiner Ex-Ehefrau in Büdingen eines natürlichen Todes gestorben sein. Man habe keinen Arzt verständigt, weil die Angeklagte wegen eines schweren Körperverletzungsdeliktes bereits eine längere Haftstrafe hinter sich gehabt habe. 

Wetterau: Frau quält Mann mit heißen Löffeln

Die polizeilichen Ermittlungen wegen eines Tötungsdeliktes gegen den Rockenberger und seine Ex-Frau wurden mittlerweile eingestellt. Trotzdem muss sich die 40-jährige Frührentnerin nun vor Gericht verantworten. Als die beiden nach der Aussage des Rockenbergers vorübergehend in Untersuchungshaft genommen wurden, stellten die Ärzte erhebliche Wunden und Narben am Körper des 46-Jährigen fest. Zwar behauptete er zunächst, sie sich selbst zugefügt zu haben, doch teilte er dann nach und nach mit, dass es seine Ex-Frau, die Angeklagte, gewesen sei. Die habe ihn in der Ehe gedemütigt, gequält und geschlagen. Mit heißen Löffeln soll sie seine Haut verbrannt, seine Schambehaarung angezündet und ihn immer wieder mit dem Besenstiel verhauen haben. Er habe das alles ertragen, weil er sie über alles geliebt habe und ihr hörig gewesen sei – und Angst gehabt habe, sie zu verlieren. 

Das Opfer war der zweite von insgesamt vier Ehemännern. Die Quälerei des ersten Ehemannes endete 2006 in einer Aburteilung wegen schwerer Körperverletzung zu drei Jahren Haft. Es folgten Scheidung und erneute Heirat. Diesmal mit dem Rockenberger. Die Ehe hielt bis 2012. Doch der Mann konnte nicht von ihr lassen und folgte ihr auf Schritt und Tritt, auch in ihre neuen Beziehungen. Möglicherweise verweigerte er deshalb in diesem Prozess auch seine Aussage, die die Frau unweigerlich hinter Gitter gebracht hätte. So musste das Gericht auf die Aussagen der anderen Zeugen vertrauen. Darunter Ehemann Nummer drei. Der schilderte ähnliche Vorkommnisse wie zuvor der Rockenberger vor dem Untersuchungsrichter. Oftmals sei er in den Keller eingesperrt worden oder habe Kot und Urin verzehren müssen, nur weil er sich angeblich nicht richtig die Hände gewaschen habe oder seine Frau angeblich angelogen habe. Auch er sei der Angeklagten verfallen gewesen und habe deshalb, aus Angst sie zu verlieren, alles erduldet. 

Wetterau: Ehemänner machen Demütigungen freiwillig mit

Ehemann Nummer vier konnte nichts mehr aussagen, weil ihn ein früher Tod ereilt hatte. 

Auch die Nachbarn schilderten die Angeklagte als unbeherrscht, aufbrausend und streitsüchtig. Sehr oft habe die Polizei den Streit in der Ehe schlichten müssen. Unter Tränen schilderte dann die Angeklagte genau das Gegenteil. Sie habe Angst vor ihren Ehemännern und vor allem vor dem Rockenberger gehabt. Dieser habe immer gedroht, ihrem jeweiligen Arbeitgeber die Wahrheit über ihren Gesundheitszustand und ihren jeweiligen Partnern den sexuellen Missbrauch ihres Bruders an ihr verraten zu wollen. 

Die 40-Jährige hat einen ihrer Ex-Ehemänner laut Gericht unter anderem mit heißen Löffeln die Haut verbrannt. 

Da sich alle Taten in den vier Wänden der Ehewohnungen abgespielt hatten, also eigentlich Fälle häuslicher Gewalt waren, und der Hauptbelastungszeuge nun überraschenderweise schwieg, stand nun Aussage gegen Aussage. Verschwörungsabsprache der misshandelten Partner oder eindeutiges Verbrechen der Frau? Während die Verteidigung Freispruch forderte, weil kein Mensch solche Demütigungen freiwillig hinnehme und alles nach einem Komplott aussehe, forderte Staatsanwalt Thomas Hauburger – ihm folgte später auch das Gericht – drei Jahre Haft wegen schwerer Körperverletzung in minderschwerem Fall. Ihre Ehemänner hätten die Demütigungen freiwillig mitgemacht. Es sei ein Puzzle aus vielen Einzelteilen und Indizien, wie Aussagen der Nachbarn oder medizinische Gutachten, die nur den Schluss zuließen, dass die Angeklagte voll verantwortlich die Taten begangen habe. Gegen das Urteil kann nun noch Berufung eingelegt werden. ​

Derweil sorgt ein Video aus der Wetterau aktuell für Diskussionen: Der 23 Sekunden lange Clip geistert derzeit durchs Internet. Darauf zu sehen: Eine nächtliche Massenschlägerei in der Bad Nauheimer Reinhardstraße. Nun äußert sich die Polizei, berichtet wetterauer-zeitung.de*.

Von Jürgen W. Niehoff

*op-online.de und wetterauer-zeitung.de sind Teil des bundesweiten Ippen-Digital-Redaktionsnetzwerks.

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