Viele Unfälle nach Wintereinbruch

Schnee verwandelt Straßen in Rutschbahnen

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Schnee bedeckt sind in Hamburg die Bürgersteige und Fahrzeuge.

Hamburg - Deutschland versinkt zumindest in Teilen wieder im Schnee. Der erneute Wintereinbruch hat beinahe bundesweit zu unzähligen Unfällen geführt. Nur ein Bundesland blieb bislang verschont.

Der Winter lässt dem meteorologischen Frühling keine Chance: Mit Frost und Schneefall ist er in weiten Teilen Deutschlands zurückgekehrt. Vor allem im Norden verwandelten Schnee und Eis am Wochenende die Straßen in Rutschbahnen, es gab zahlreiche Unfälle mit mehreren Leichtverletzten.

In Hamburg und Schleswig-Holstein lag am Sonntag eine bis zu 20 Zentimeter dicke Schneedecke. In der Hansestadt, wo es am meisten Schnee gab, krachte es rund 50 Mal - es blieb aber meist bei Blechschäden, teilte die Polizei mit. Rund 1000 Hilfskräfte und 300 Fahrzeuge der Hamburger Stadtreinigung waren am Sonntagmorgen im Einsatz und räumten bis zum Mittag die Hauptverkehrstraßen.

In Schleswig-Holstein hatten die Autofahrer wegen des starken Windes auch mit Schneeverwehungen zu kämpfen. In der Region Ostholstein und dem Kreis Herzogtum-Lauenburg sowie in Neumünster und im Kreis Rendsburg-Eckernförde zählte die Polizei zusammen 70 Unfälle, mehrere Menschen seien dabei leicht verletzt worden.

Allein im Westen Mecklenburg-Vorpommerns krachte es 60 Mal

Der Deutsche Wetterdienst (DWD) warnte für den gesamten Sonntag vor Wind- und Sturmböen in ganz Schleswig-Holstein. Auch auf der Nordseeinsel Helgoland habe es wenige Zentimeter geschneit, obwohl die dort milden Wassertemperaturen meist Schneefall verhinderten, erklärte Wetterexperte Frank Böttcher vom Institut für Wetter- und Klimakommunikation.

In Mecklenburg-Vorpommern reichte die Schneedecke bis zu 14 Zentimeter. Im Westen des Bundeslandes krachte es nach Angaben der Polizei in Rostock bis zum Sonntagvormittag rund 60 Mal. Es gab einige Leichtverletzte.

Auch in Niedersachsen blieb es auf den Straßen meist bei Blechschäden. „Wir haben hier etwa zehn Zentimeter Schnee“, sagte ein Polizeisprecher in Lüneburg. Das befürchtete Chaos blieb zunächst aus. Im Raum Oldenburg krachte es rund 30 Mal, dabei wurden vier Menschen leicht verletzt. Bei Osnabrück kam es am Sonntagvormittag auf einer Autobahnbrücke der A1 allerdings zu einem Unfall, bei dem ein Autofahrer schwer verletzt wurde.

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Weitgehend unbehelligt vom erneuten Wintereinbruch blieb dagegen Bayern. Am Wochenende lagen dieTemperaturen noch teils bei mehr als zehn Grad. Der Frost werde aber am Montag auch im Norden des Freistaats ankommen und sich bis spätestens Mittwoch bis zu den Alpen vorgearbeitet haben, sagte ein Sprecher des Deutschen Wetterdienstes.

Kälte bis nächstes Wochenende

Die Kälte mit Nachtfrösten wird mindestens bis zum nächsten Wochenende andauern. Schuld daran sind das alte Tief "Yorick" und das neue Tief "Xaver". Beide spielen mit einer Luftmassengrenze zwischen kalter und milder Luft quer durch die Republik, wie es am Sonntag beim Deutschen Wetterdienst (DWD) in Offenbach hieß. Tagsüber würden es die Temperaturen zuweilen in den Plusbereich schaffen - vor allem am kommenden Wochenende. „Eine Rückkehr des Frühlingswetters scheint damit aber noch nicht verbunden zu sein“, warnte die DWD-Meteorologin Simon Trippler.

dpa

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