Altbackenes

So wird aus Brotresten Suppe, Salat und Kuchen

Ruckzuck ist aus altem Brot ein Brotsalat gemacht. In Italien wird er Panzanella genannt und ist meist aus geröstetem Ciabatta, roten Zwiebeln, Tomaten und Basilikum. Foto: Larissa Veronesi/Westend61/dpa-tmn
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Ruckzuck ist aus altem Brot ein Brotsalat gemacht. In Italien wird er Panzanella genannt und ist meist aus geröstetem Ciabatta, roten Zwiebeln, Tomaten und Basilikum. Foto: Larissa Veronesi/Westend61/dpa-tmn
Das Prinzip "Arme Ritter" beruht auf Toast- oder Weißbrotscheiben, die in einer Mischung aus Eiern und Milch getunkt werden, um sie später in einer Pfanne auszubacken und mit Zucker und Zimt zu servieren. Eine asiatische Note bekommen die Scheiben mit Kokosnussmilch und einem Apfel-Mango-Salat mit Lemongrass-Limetten-Dressing. Foto: Jens Kalaene/dpa-Zentralbild/dpa-tmn
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Das Prinzip «Arme Ritter» beruht auf Toast- oder Weißbrotscheiben, die in einer Mischung aus Eiern und Milch getunkt werden, um sie später in einer Pfanne auszubacken und mit Zucker und Zimt zu servieren. Eine asiatische Note bekommen die Scheiben mit Kokosnussmilch und einem Apfel-Mango-Salat mit Lemongrass-Limetten-Dressing. Foto: Jens Kalaene/dpa-Zentralbild/dpa-tmn
Aus alten Brötchen oder Weißbrot kann man mehr machen als Paniermehl. Sie eignen sich auch für eine Brotsuppe oder sogar im Kuchen. Foto: Christin Klose/dpa-tmn
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Aus alten Brötchen oder Weißbrot kann man mehr machen als Paniermehl. Sie eignen sich auch für eine Brotsuppe oder sogar im Kuchen. Foto: Christin Klose/dpa-tmn
Benno Sasse ist Küchenmeister in Solingen und Landesjugendwart für Nordrhein-Westfalen im Verband der Köche Deutschland (VKD). Foto: Benno Sasse/dpa-tmn
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Benno Sasse ist Küchenmeister in Solingen und Landesjugendwart für Nordrhein-Westfalen im Verband der Köche Deutschland (VKD). Foto: Benno Sasse/dpa-tmn
Kurt Henkensmeier ist Küchenmeister in Ludwigshafen und Jugendwart im Landesverband Rheinland-Pfalz des Verbands der Köche Deutschlands (VKD). Foto: Hilke Opelt/dpa-tmn
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Kurt Henkensmeier ist Küchenmeister in Ludwigshafen und Jugendwart im Landesverband Rheinland-Pfalz des Verbands der Köche Deutschlands (VKD). Foto: Hilke Opelt/dpa-tmn
Helene Brandstätter ist Kochbuchautorin aus dem österreichischen Tragwein. Foto: Helene Brandstätter/dpa-tmn
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Helene Brandstätter ist Kochbuchautorin aus dem österreichischen Tragwein. Foto: Helene Brandstätter/dpa-tmn

Es ist wie verhext mit altem Brot. Paniermehl draus zu machen, ist eine gute Idee. Aber wer braucht kiloweise Semmelbrösel? Dann doch lieber etwas Leckeres aus den Brotresten zaubern.

Wieder eine Scheibe zu viel abgeschnitten? Oder zwei? Wie oft bleibt nach einer Mahlzeit Brot übrig. Die Reste kommen wieder in den Schrank. Nach ein paar Tagen sind sie steinhart. Was nun?

Ist das Brot etwas trocken oder hart geworden, kann man es in Scheiben schneiden und diese mit Wasser befeuchten. «Kommen sie in den Toaster, schmeckt das Brot wie frisch», sagt der Ludwigshafener Küchenmeister Kurt Henkensmeier, der auch Jugendwart im Landesverband Rheinland-Pfalz des Verbands der Köche Deutschlands (VKD) ist.

Altes Brot verwerten: Mit Liebstöckel und Mixer zur Brotsuppe

Einem bereits richtig harten Brotbrocken rückt man am besten mit einem Sägemesser oder der Brotmaschine zu Leibe. Es lässt sich zwar nicht mehr unbedingt in Scheiben schneiden, sondern zerfällt in Stücke - aber das kann für die Weiterverarbeitung geradezu ideal sein, etwa bei einer Brotsuppe.

Hierfür hat Brandstätter ein Rezept: Zweieinhalb Scheiben altes Mischbrot oder alternativ zwei alte Brötchen grob zerteilt in einen Topf mit einem Liter Wasser, einem Suppenwürfel, etwas Salz und einem Zweig Liebstöckel geben. Alles etwa acht bis zehn Minuten kochen.

Die Suppe mit dem Mixstab pürieren und mit Salz und Pfeffer abschmecken. Wer will, kann in die Suppe ein paar Scheiben Frankfurter Würstchen geben. Vor dem Servieren mit fein gehackter Petersilie bestreuen - und fertig ist die Brotsuppe. «Kinder lieben sie», sagt Brandstätter.

Auch zu einem Salat lässt sich altes Brot verarbeiten. Hier empfiehlt Henkensmeier sein Rezept für einen Pfälzer Brotsalat: 500 Gramm nicht zu festes Brot, das etwa vier Tage alt ist, in zwei mal zwei Zentimeter große Würfel schneiden. Eine Knoblauchzehe fein hacken sowie eine rote Zwiebel in Ringe schneiden. Einen kleinen Bund Thymian zupfen.

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Altes Brot verwerten: Mit Zwiebelringen und Weintrauben zum Brotsalat

Die Brotwürfel in einer Pfanne mit 20 Milliliter Olivenöl und Thymian unter ständigem Rühren goldgelb rösten, kurz vor dem Ende den Knoblauch sowie 50 Gramm Oliven dazugeben. Parallel 400 Gramm reife Strauchtomaten sowie 200 Gramm getrocknete Tomaten würfeln und mit 20 Gramm gehacktem Basilikum und einem Bund Blattpetersilie mischen.

Beides wird zusammengemixt und mit einem Dressing aus 30 Milliliter Olivenöl, 20 Milliliter Balsamico- oder Himbeeressig, zehn Gramm Feigensenf sowie Salz und Pfeffer verrührt. Schließlich wird der Brotsalat für vier Personen nur noch auf Tellern angerichtet, mit Zwiebelringen sowie 100 Gramm entkernten Weintrauben dekoriert.

Sie mögen es lieber süß? Dann sind Arme Ritter ein gutes Rezept. Das Grundprinzip beruht auf Toast- oder Weißbrotscheiben, die in einer Mischung aus Eiern und Milch getunkt werden, um sie später in einer Pfanne auszubacken und mit Zucker und Zimt zu servieren. Wem das zu einfach ist, der sollte sich ruhig an einen Rezept von Benno Sasse herantrauen: Aprikosen-Brot-Kuchen mit Mandeln.

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Altbackenes Brot verarbeiten: Mit Aprikosen und Amaretto zum Brotkuchen

Dafür werden zehn Scheiben altes Toastbrot oder auch alte Brötchen in etwa fünf Millimeter große Würfel geschnitten. Sie werden mit 750 Gramm angewärmter flüssiger Sahne übergossen. Nun 250 Gramm getrocknete Aprikosen in kleine Würfel schneiden und zum Weißbrot geben. 100 Gramm Vanillezucker, 50 Gramm Amaretto, 50 Gramm gehobelte und geröstete Mandeln und 120 Gramm Eigelb (von acht Eiern) dazugeben.

240 Gramm Eiweiß (von acht Eiern) zu Schnee schlagen und unter die Masse heben. Alles in eine Form füllen und bei 160 Grad Umluft etwa 30 bis 35 Minuten backen. Den Kuchen schließlich mit Puderzucker bestreuen. «Dazu passt wunderbar eine Kugel Vanilleeis oder auch eine Vanillesauce», verrät Sasse.

Service:

Das Rezept von Helene Brandstätter stammt aus dem Buch «Kochen mit Brotresten. Altes Brot und Gebäck schmackhaft verwerten», Leopold Stocker Verlag, 144 Seiten, 14,95 Euro, ISBN-13: 9783702014117.

Weiterlesen: Probieren Sie mal French Toast mit Schokofüllung – süßes Deluxe-Frühstück aus altem Brot.

Pfeifen Sie auf das MHD: So erkennen Sie, ob ein Lebensmittel verdorben ist

Brot, das schimmelt, gehört in den Müll. Hartes Brot können Sie dagegen noch retten.
Kennen Sie die Regel, dass ein fauler Apfel den ganzen Korb verdirbt? So ähnlich ist es mit Brot auch. Wenn Sie an einem Brotlaib oder auch nur an einer Brotscheibe Schimmel entdecken, sollten Sie das gesamte Brot in den Müll werfen. Brot ist so porös, dass die Schimmelsporen ganz leicht und rasend schnell alles durchdringen. Ist das Brot dagegen nur abgelaufen, hart oder trocken, müssen Sie nicht gleich Abschied nehmen. © picture alliance/dpa
Eier Haltbarkeit erkennen
Je älter ein Ei ist, desto mehr Luft konnte durch die poröse Eierschale ins Innere gelangen. So entsteht ein Luftpolster zwischen Eigelb und Schale. Wenn Sie das Ei in ein Glas mit Wasser legen, schwimmt deshalb die Seite mit der Luftblase oben. Wenn es schließlich an der Oberfläche schwimmt, ist das Ei mit höchster Wahrscheinlichkeit verdorben. © picture alliance/dpa
Fisch Haltbarkeit erkennen
Wenn Sie ihn an der Fischtheke gekauft haben, bleiben Ihnen noch maximal drei Tage, lieber weniger. Sobald der Fisch schlecht ist, wird seine Haut und das Fleisch schleimig und der typische, unangenehme Fischgeruch steigt Ihnen in die Nase. Finger weg! © Holger Hollem/dpa
Fleisch Haltbarkeit erkennen
Frisches, rohes Fleisch hat einen eigentümlichen Geruch, den ungeübte Nasen schon mal falsch interpretieren können. Dabei verströmt fauliges Fleisch einen Gestank, dem man sich kaum nähern kann. Ist das Fleisch außerdem noch schleimig oder klebrig, lassen Sie bitte die Finger davon. Farbveränderungen sind zwar nicht per se ein Hinweis auf verdorbenes Fleisch, aber gräulich sollte es nicht aussehen. © picture alliance / Oliver Berg/d
Joghurt Haltbarkeit erkennen
Wenn das Mindesthaltbarkeitsdatum abgelaufen ist, ist das aber noch lange kein Grund, den Joghurt wegzuschmeißen. Meist ist er noch völlig in Ordnung und genießbar. Die enthaltenen Bakterien funktionieren dabei wie ein natürliches Konservierungsmittel. Erst, wenn sich auf der Oberfläche ungewöhnlich für Flüssigkeit bildet und der Joghurt auch unten im Becher flüssig ist, sollten Sie ihn entsorgen. © picture alliance / dpa
Käseplatte mit Wein
Je weicher und feuchter der Käse, desto leichter wird er schlecht. Er fängt dann an, unangenehm sauer zu riechen. Auch bei Schimmelbefall sollten Sie Weichkäse in die Tonne werfen, da dieser die feuchte Käsemasse sehr schnell durchdringt und dabei nicht unbedingt sichtbar ist.  © crisper85/Imago
Käse Haltbarkeit erkennen
Das gilt natürlich nicht für Sorten mit Edelschimmel, wie Gorgonzola, Brie oder Roquefort. Hartkäse wie Parmesan hat eine deutlich längere Haltbarkeit. Hier können Sie Schimmel an den Außenseiten ruhig großzügig wegschneiden und den Rest des Laibes ohne schlechtes Gewissen genießen. © Harald Tittel/dpa
Milch Haltbarkeit erkennen
Schlechte Milch müssen Sie nicht in jedem Fall wegschütten. Schmeckt oder riecht die Milch schlecht oder ist sie klumpig geworden, dann müssen Sie sie entsorgen. Das gilt aber nicht für unbehandelte Milch. Daraus können Sie noch einiges zaubern.  © picture alliance/dpa
Olivenöl Haltbarkeit erkennen
Olivenöl muss fruchtig riechen, dann können Sie es jahrelang genießen. Altes, schlechtes Öl riecht dagegen ranzig, teilweise sogar wie Motoröl. Lagern Sie das Öl am besten dunkel und dicht verschlossen, dann kann es sich viele Jahre halten. © Lorenzo Carne/dpa
Wurst Haltbarkeit erkennen
Sie haben Wurst an der Fleischertheke gekauft? Dann sollten Sie sie so schnell wie möglich verbrauchen, am besten innerhalb der nächsten drei Tage. Fängt die Wurst an, seltsam zu riechen und schleimig zu werden, haben Bakterien ganze Arbeit geleistet. Dauerwurst, wie Salami, hält sich länger, wie der Name schon verrät. © picture alliance / Patrick Pleul

Rubriklistenbild: © Larissa Veronesi

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