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So wirkt Musik auf unseren Körper

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Musik kann uns in kürzester Zeit aufheitern.

München - Wer kennt das nicht? Im Radio wird der Lieblingssong gespielt, man singt automatisch mit und wird gut gelaunt. Wir haben nachgefragt: Welche Musikrichtung wie auf unseren Körper wirkt:

Neurophysiologische Untersuchungen zeigen, dass Musik die für die Emotionsverarbeitung zuständigen Hirnareale beeinflusst. Dass Musik wirklich gesund und glücklich machen kann, hat die Deutsche Krankenversicherung Central nun anhand von zehn Charthits analysiert. Die Experten zogen dazu klinische Erfahrungsberichte aus Deutschland und den USA zurate und untersuchten den Wohlfühlfaktor anhand von Musiktempo und Herzrhythmus.

So wirkt Musik auf unseren Körper

So wirkt Musik auf unseren Körper

Musikwirkung auf den Körper
Elektropop (z.B. Lady Gaga, Alejandro):  Bei einem Tempo über 72 bmp haben Musikstücke insbesondere auf Frauen aufputschende Wirkung. Frequenz: 80 Hz. © dpa
Musikwirkung auf den Körper
Rock/Pop (z. B. U2 – Beautiful Day): Gut für Männer, da sie häufig zu höheren Blutdruck als Frauen neigen. Ihre Leistung wird durch hohe motorische Erregung beeinträchtigt. Aus diesem Grund führen bei Männern tendenziell ruhigere, fließende Klänge zu einer Steigerung der Leistungsfähigkeit. Frequenz: unter 72 Hz. © dpa
Musikwirkung auf den Körper
Akustik/Folk/Blues (z. B. Jack Johnson – Wasting Time): Ruft stärkste Reaktion des Körpers hervor, da das Tempo einem verlangsamten Herzrhythmus ähnlich dem Schlafzustand entspricht. Dabei kommt es beim Zuhörer zur größten Entspannung, zur Beruhigung der Atmung und zur Entkrampfung der Muskulatur. Frequenz: 60 Hz. © dpa
Musikwirkung auf den Körper
Klassik (z. B. Wolfgang Amadeus Mozart – „Lacrimosa“ aus dem Requiem):  Die klassischen Klänge im langsamen Tempo helfen bei Schlafstörungen und lösen körperliche Verspannungen. Daher wird heute häufig in Zahnarztpraxen oder OP-Sälen klassische Musik zur präoperativen Angstreduktion der Patienten abgespielt. Frequenz: 65 Hz. © dpa
Musikwirkung auf den Körper
Oper (z. B. Guiseppe Verdi – „Triumphmarsch“ aus der Aida): Kann die Konzentrationsfähigkeit fördern und sich positiv auf den Blutdruck auswirken. So führte Verdis emotional mitreißende Opernmusik aus Aida in wissenschaftlichen Untersuchungen zu einer Blutdrucksenkung um durchschnittlich 5 mmHg bei den Zuhörern. Frequenz: 100 Hz. © dpa
Musikwirkung auf den Körper
Heavy Metal (z. B. Metallica – Enter Sandman): Das Lied beschleunigt die Herz-Kreislauf-Aktivität, da das Tempo dem Herzschlag während höherer Belastungen entspricht. Daher kommt es zu einer aufputschenden Wirkung. Frequenz: über 120 Hz. © dpa
Musikwirkung auf den Körper
Hard Rock (z. B. AC/DC – Highway To Hell): Hard Rock-Musik im schnellen Tempo wie dieser Klassiker kann zum Abbau von Aggressionen beitragen und helfen, Ängste und Frustrationen zu überwinden. Frequenz: im Mittel bei ca. 120 Hz. © dpa
Musikwirkung auf den Körper
Latino-Pop (z. B. Shakira – Waka Waka): Der beschwingte, lateinamerikanische Rhythmus im schnellen Tempo bringt das Herz-Kreislauf-System in Schwung und kann helfen, melancholische Augenblicke zu überbrücken. Frequenz: ca. 125 Hz. © dpa
Musikwirkung auf den Körper
Chanson (z. B. Beispiel: Udo Jürgens – Aber bitte mit Sahne): Hat einen anregenden Effekt, hilft gegen Müdigkeit. Hat eine Stimmung-aufhellende Wirkung und verbessert die Leistungsfähigkeit. Frequenz: 120 Hz. © dpa
Musikwirkung auf den Körper
Schlager (z. B. Jürgen Drews – Ein Bett im Kornfeld): Das mittlere Tempo erzeugt Ausgeglichenheit und hilft gegen Stress-Symptome. Kann darüber auch motivationssteigernd wirken. Frequenz: 110 Hz. © dpa

Normale Körperfunktionen des Menschen laufen demnach bei 72 Herzschlägen pro Minute ab. Bei einem Musiktempo von mehr als 72 Beats pro Minute (bpm) wirkt Musik aufputschend. Popsongs, etwa von Lady Gaga, steigern so die Leistung. Lieder über 120 bpm, darunter der AC/DC-Klassiker Highway to Hell würden zum Abbau von Aggressionen beitragen. Songs mit weniger als 72bpm, v.a. klassische Musik, wirken beruhigend. Wer seine Lieblingslieder hört, baue Stresshormone ab, entkrampfe die Muskulatur und könne je nach Musikrichtung seinen Blutdruck senken oder anregen.

An den positiven Effekt von Musik auf Körper und Geist glaubt auch Ute Rentmeister (44) vom Isar-Amper-Klinikum in Haar. „Musik kann einen Zugang zu Menschen öffnen, der mit Worten nicht erreichbar ist“, erklärt die Musiktherapeutin. „Über Musik kann man sich in Laune bringen, man denke nur an die Hintergrundmusik im Kaufhaus.“ Allerdings könne man die Wirkung nicht nach Musikrichtungen oder Tempo einteilen. So empfänden ältere Menschen Techno oft als störend, während Jugendliche Schlager der 1950er-Jahre generell negativ bewerteten. „Außerdem kann Mozart ganz anders klingen als Liszt, dabei ist beides Klassik.“ Wie Musik auf den Körper wirkt, hänge von vielen Faktoren ab – „vom Alter, von den Textinhalten, die auch etwas über den Hörer mitteilen, von der Grundstimmung oder auch, welche Musikvorlieben man in seiner Sozialisation entwickelt hat, also welche Musik im Elternhaus gehört wurde und welche Erinnerungen man damit verbindet.“

ISP

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