"Über viele Treppen in den Himmel" 

  • schließen
  • Weitere
    schließen

Siegsdorf - Ein Museum der besonderen Art, das das ganze Jahr Interessierte lockt: 200 Objekte und ihre Geschichten zum Thema Christkind:

Das Christkindmuseum in Siegsdorf ist nicht nur eine Attraktion zur Weihnachtszeit, sondern auch ein Wallfahrtsmuseum, welches das ganze Jahr über interessant ist. Wallfahrsorte zum „gnadenreichen Jesuskind“ wurden das ganze Jahr über besucht. Man konnte sein Anliegen dem Jesuskind zu Füßen legen. Vor der Säkularisation 1803 gab es allein an die hundert Gnadenorte in Deutschland. Die Siegsdorferin Rosi Bauer hat sich über Jahre mit diesem Thema befasst und eine Ausstellung dazu erarbeitet. Dabei hat sie die heute noch belebten Wallfahrtsorte aus 5 europäischen Ländern bearbeitet.

Im zweiten Stock des Alten Feilhauses sind ca. 200 Objekte ausgestellt und deren Geschichte dargestellt. Mühsam geht es die vielen Treppen in den 2. Stock. Aber der Weg in den Himmel ist nun mal mühsam meint Frau Bauer bei einer Führung.

Man betritt einen Gang und sieht am Ende schon einen leuchtenden Stern. Auf einen Sockel mit der Aufschrift "der Stern blieb stehen wo das Kind war" steht ein barocker Schrein mit einem Bethlehemitischen Jesuskind - eine Gnadenbildkopie aus einer Wallfahrt in der Nähe von Kempten. Auf beiden Schultern ein kleines Steinchen mit der Aufschrift „Bethlehemgrotte und Grabeskirche“, wie beim Original.

Der Besucher fragt natürlich: Warum Gnadenbildkopie? Kaum noch jemand kennt Jesuskindwallfahrten. Wie in den Marienwallfahrtsorten konnte man über die Jahrhunderte Nachbildungen des Gnadenbildes erwerben. Als Haussegen, für die Kapelle oder die Dorfkirche. Es gab viele Anlässe für die man sich ein Jesuskind angeschafft hat. Erkennbar war es meist an der Statur und wie Mariendarstellungen an den Attributen. Das Erscheinungsbild war meist dem Zeitgeschmack angepasst. In einem Wallfahrtsort konnte man aber auch Votivgaben und Wallfahrtsandenken erwerben. Oft war es ein „Zubrot“ aus Klosterwerkstätten, welche diese kunstfertigen Arbeiten herstellten. Nicht selten grenzte es an Aberglauben, da diesen Dingen, wenn sie geweiht waren, höchste Wunderkraft zugeschrieben wurde.

All das und vieles mehr hat Rosi Bauer in 40 Jahren zusammengetragen und seit nunmehr einen Jahr mit Unterstützung der Gemeinde der Öffentlichkeit zugänglich gemacht. Sie selbst wird in der Advents- und Weihnachtszeit täglich von 13 – 17 Uhr für Fragen zur Verfügung stehen.

Das Christkindmuseum

Eindrücke aus dem Christkindlmuseum

Quasi als Dreingabe sind schöne Krippenkästen des erst kürzlich verstorbenen Künstlers und Bühnenarchitekten Gerd Krauss ausgestellt. Zusätzlich eröffnet sie am 1. Dezember im Museum ein kleines Weihnachtsstandl, wo man von ihr selbst gefertigte Fatschnkindl und Weihnachtsschmuck erwerben kann. Übrigens: Man wird Rosi Bauer am Hl. Abend im Bayrischen Fernsehen zwischen 16 und 17 Uhr in der Sendung "Weihnachten mit Carolin Reiber" bei ihrer Arbeit als Kunsthandwerkerin über die Schulter schauen können. Der Eintritt in die Christkindl-Ausstellung und in die im selben Haus befindliche Ernst v. Dombrowski-Ausstellung ist frei.

kaf

Quelle: rosenheim24.de

Rubriklistenbild: © Kaf

Zurück zur Übersicht: Christkindlmärkte

  • schließen
  • Weitere
    schließen

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Live: Top-Artikel unserer Leser