Totaler Ausnahmezustand in Feldkirchen

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Ainring/Feldkirchen - Über 250 Freunde der „5. Jahreszeit“ trafen sich in Feldkirchen, um die erste Faschingshochzeit des Dorfes mitzufeiern. Erst weit nach Mitternacht war alles vorbei.

Die ehr- und tugendhafte Jungfrau Alexandra von der Alm und der wohlerzogene Elsbert von der Geppinger Höh gaben sich das Ja-Wort. Das närrische Spektakel, hervorragend von der Dorfgemeinschaft organisiert, wurde zum unvergesslichen Erlebnis.

Schon vor der Trauungszeremonie trafen sich zahlreiche Ehrengäste an der Trachtenhütte. Sie warteten dort bei anregendem Geplauder und voll großer Erwartung auf das Eintreffen des Brautpaares, das schließlich im Pulverdampf der Salutschüsse der Böllerschützen Feldkirchen standesgemäß auf einem Oldtimer-Traktor vorfuhr. Bei einem gemütlichen Weißwurstfrühstück hatte das Brautpaar letztmals die Gelegenheit, es sich doch noch anders zu überlegen, was aber nach gutem Zureden zur Erleichterung aller und der sichtbaren Dominanz der Braut nicht eintrat.

Zwischenzeitlich hatte sich auf dem geschmückten Dorfplatz eine stattliche Anzahl an Hochzeitsgästen, darunter auch einige Fahnenabordnungen, eingefunden, und wartete unter den Klängen der Trachtenkapelle Feldkirchen auf den Beginn der Zeremonie. Ausnahmslos alle waren dem Motto „De Männer gehen als Weiberleut, und de Weiber san de Männer heut“ gefolgt und entsprechend zünftig verkleidet. Für eine gelungene Überraschung sorgten Freunde aus Siezenheim: Sie marschierten mit eigener Blasmusik und begleitet von der extra für diesen Festtag gegründeten Schnalzerpass „Siezenheim sex“ ein.

Schwungvoll begrüßte Hochzeitslader Sepp Schnarcher (Marina Krug) die Gäste. Nur die hohe Geistlichkeit ließ auf sich warten. Mit etwas Verspätung bog Weingeistlicher Rat Don Promillo (Anna Sommerauer) schließlich mit einem alten, durch bunte Luftballons etwas aufgemotzten Drahtesel, auf dem Dorfplatz ein - und es konnte zum Gaudium des amüsierten und dicht gedrängten Publikums losgehen.

Fotos von der 1. Feldkirchener Faschingshochzeit:

1. Faschingshochzeit in Feldkirchen

Braut Alexandra von der Alm (Alexander Fellner) und Bräutigam Elsbert von der Geppinger Höh (Elisabeth Kern) mussten sich so manch schrägen Spruch von Don Promillo anhören, bis sie sich endlich, nach erfolgreichem Trauungsritual, die Hand zum Bunde und unter dem Beifall der Gäste küssen durften. Auch Braut- und Bräutigamseltern fielen sich erleichtert in die Arme, dass sie ihre bereits in die Jahre gekommenen „Sprösslinge“ endlich unter die Haube gebracht hatten.

Symbolisch wurde die Braut noch mit einer farbigen Klopapierrolle eingewickelt, was beim körperlichen Umfang gar nicht so einfach war. Gleich mehrere Messdiener mussten die standhaft Lächelnde umkreisen, mit der Erkenntnis, dass eine Rolle von Brusthöhe bis nach unten nicht reichte. Wichtig war eben das Happyend und viele beglückende Gesichter.

Das illustre Feld der Zeugen des Trauungsaktes erhielt schließlich mit einem kräftigen Wasserspritzer aus einem Behälter, der sehr an den Nachttopf des wackeren „ausdauerknienden“ Mesners erinnerte, noch den „Segen“ Don Promillos. Musikalisch trugen die Feldkirchner Dorfschnepfen einige Stücke aus dem Zyklus „Lieder, die die Welt nicht braucht“ zur fröhlichen Zeremonie bei.

Angeführt von der spontan gebildeten Gemeinschaftskapelle mit Musikanten aus Feldkirchen und Siezenheim marschierte der prächtige Hochzeitszug - im Spalier der Zaungäste - anschließend zum Gasthaus Gumping, und wieder krachten Saluts rund um das größte Gaudium, das Feldkirchen jemals in der „5. Jahreszeit“ erleben durfte. Und weil das Schnalzen in Feldkirchen ein wesentlicher Bestandteil des Freizeitsports ist, nahm eine rotbemützte Pass Aufstellung.

Traditionell wurde von den als „ledige Burschen“ verkleideten jungen Damen ein Wettlauf um die Kranzljungfrau (Hansi Datz) veranstaltet. Der Kranzljungherr (Bianca Sommerauer), einen Kopf kleiner und bei weitem nicht so muskulös wie seine Kranzljungfrau, konnte das Rennen in einem hart umkämpften Finish für sich entscheiden und durfte somit den Tag an der Seite der „netzbestrumpften Sünde“ verbringen.

Zünftig wurde der Ehrentag im brechend vollen Saal des Gasthauses gefeiert. Nachmittags spielte die Trachtenkapelle Feldkirchen zum Tanz auf. So manche gelungene Einlage trug zur glänzenden Unterhaltung bei. Da gabs Dirndln in Lederhosen, die gekonnt Plattler vorführten, Burschen in Dirndlgewand und mit Gretlfrisur, die sich zum „Zwoasteirer“ drehten.

Kontrastreich dazu konnte eine Tanzbegeisterte eine Reihe von „Weibern“, also Männer, dazu animieren, gemeinsam mit ihr die Hüften zu heißen Zumba-Rhythmen zu schwingen. Und auch Gesangseinlagen vom „kleinen grünen Kaktus“ bis hin zum „Riesenneger im Nieselregn“ brachten das Publikum zum Lachen. Nicht nur die Gäste, auch die Fenster schwitzten, als am Abend Alleinunterhalter Klaus per bester Musikauswahl die Menge richtig zum Kochen brachte. So dauerte es bis weit nach Mitternacht, bis sich die letzten Nimmermüden der Faschingsgesellschaft auf den Heimweg machten.

schl / bit

Quelle: BGland24.de

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