So feiert Prien den "UDo"

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Prien - Ganz Prien war am Unsinnigen Donnerstag fest in den Händen der Narren. Nicht einmal die Polizeiinspektion blieb verschont:

Schwungvoll ging am gestrigen unsinnigen Donnerstag die Priener Faschingsgesellschaft in die letzte Runde. Die Prienarria absolvierte wie in jedem Jahr ihre Auftritte im Rathaus, im Tourismusbüro sowie in der Polizeiinspektion und feierte im Zelt am Wendelsteinparkplatz so richtig ab.

Der unsinnige Donnerstag in Prien

"Achtung, Weidezone", "Halten Sie unbedingt Distanz", "Muttertiere schützen ihre Jungen", "Betreten und Mitführen von Hunden auf eigene Gefahr" oder "Weidetiere pflegen unsere Landschaft" war schon an der Eingangstüre zum Rathaus zu lesen. Und die "Gmoa" selbst präsentierte sich als "urige Alm". Selbst die Schilder an den Toiletten waren mit "Dirndln" und "Buam" gekennzeichnet.

Tannen umsäumten die große Bar und Tannenzweige schmückten die Treppe zum oberen Stockwerk. Dorthin hatte sich sogar ein Wilderer gewagt mit rußigem Gesicht, einem zünftigen Hut mit Tannenzweiglein und einem großen Rucksack, aus dem ein kleiner Tannenbaum spitzte. Doch bei genauem Hinsehen entpuppte sich der Wilderer als Bürgermeister Jürgen Seifert.

Es war schon recht lustig anzusehen, wie der Wilderer mit der Prinzessin einen Walzer hinlegte. Gar nicht wild und furchterregend, sondern ganz zahm und lieb. Prinz Tobias I. hob den Wilderer in die Höhe, als Dank dafür, dass er seiner Prinzgemahlin, Martina II., kein Leid zugefügt hatte.

Die zum Großteil maskierten Rathausbesucher zeigten sich angetan vom vollen Programm der Prienarria und stimmten bei deren Ruf, "Auf die Priener Gmoa ein dreifaches Hoch" begeistert mit ein. Und die kleinen Maschkeras vergnügten sich mit der Kuh "Rosi", die sie sogar "zeitln" durften. Hatte doch "Rosi" ein riesiges Euter, aus dem Wasser anstatt Milch in eine Plastikwanne tropfte.

Richtig vornehm ging es dagegen in der Kurverwaltung zu. Dort lautete das Thema "Sommerfrische zur Jahrhundertwende". Liegestühle aus Stoff, Schwimmreifen und Schwimmflügerl standen für die Gäste bereit, die von feinen Damen in Kostümen aus der Jahrhundertwende und weißen Sonnenschirmchen empfangen wurden. Besonders elegant kam Mitarbeiter Rainer Winzek im weißen Anzug und Strohhut als feiner Sommerfrischler aus der Stadt daher, begleitet von einem schwarzen Kurschatten. Den Vogel hatte der Chef der Tourismusgesellschaft, Bertram Vogel, mit seiner Kostümierung abgeschossen. Er hatte sich als Wiese verkleidet und auf seinem grünen Outfit war zu lesen: "Betreten des Rasens verboten".

Der Chef der Polizeidirektion, Rudi Kick, hatte auf ein Faschingskostüm verzichtet. Trotzdem verlieh ihm Prinzessin Martina II. einen Orden samt Küsschen. Dafür schnitten sie Peter Frenzl die grüne Polzeikrawatte ab, wie es sich an einem unsinnigen Donnerstag gehört.

Die Priener Jugend tummelte sich im weißen Zelt, das heuer erstmals auf dem Wendelsteinparkplatz und nicht auf dem Marktplatz aufgebaut war. Da steppte tatsächlich der Bär und es ging die Post ab. Es war wirklich erstaunlich, wieviel Mühe sich die jungen Leute mit ihren Kostümen gemacht hatten, vom wilden Affen mit Warnzeichen bis zum edlen Ritter. Auch vor dem Zelt herrschte eine Bombenstimmung. Und selbst zufällig vorbeikommende Passsanten profitierten vom Marsch der Gardemädchen und dem Prinzenwalzer mitten auf dem Wendelsteinparkplatz.

Ein Maskenball am heutigen Freitag im großen Kursaal und der Gaudiwurm am Faschingsdienstag werden den diesjährigen Fasching beenden, der zwar kurz, aber umso intensiver war.

Gertie Falk (Chiemgau-Zeitung)

Quelle: rosenheim24.de

Rubriklistenbild: © amf

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