Gildeball in der Aschauer Festhalle

+

Aschau - In der Aschauer Festhalle trafen sich zum Gildeball acht Prinzen mit ihren Prinzessinnen und Gefolge. Die Aschauer Festhalle bleibt somit die Faschingshochburg im Chiemgau.

Acht hochansehnliche Garden trafen sich mit ihren Prinzenpaaren, dem Hofstaat, den Orden und ihren Trägern und allem, was eine Faschingsgilde sonst noch so braucht, in Aschau und erwiesen den beiden Hoheiten - seiner Tollität Prinz Sebastian II., „edler Ritter zu Schloss Hohenaschau“ und ihrer Lieblichkeit Prinzessin Marianne III., „kreative Botanikerin aus dem Paradies des Rosenzaubers“ - ihre Referenz. Noch nicht einmal der sprichwörtlich letzte Platz war noch frei in der großen Halle, bunt kostümiertes Faschingsvolk bevölkerte die Tische und Gänge, die Bar und die Raucherlounge, bewegte sich zu den Rhythmen von „Zwoa moi zwoa“ auf der Tanzfläche, bestaunte die Prinzenpaare und vor allem die Showtänze der Garden. Immer noch bunter, immer schriller und immer lauter, wer da glaubt eine Steigerung der Lautstärke in der Halle über die Schmerzgrenze hinaus sei nicht mehr möglich, wurde eines besseren belehrt – die Leistungsfähigkeit der Lautsprecher ist nach oben offen! Die halbe Welt, die Halbwelt und die Filmwelt waren unter den Ballbesuchern im Saal vertreten, das Tragen von Hörnern schien verpflichtend, zahllose Teufelinnen und Teufel, Wikinger und Schwarz-Buntes Rindvieh tanzten und bevölkerten die Bar. Die 50er Jahre waren mit Tupfenkleidern, Petticoats und Hochsteckfrisuren gleich mehrfach vertreten. Viele Fernsehgestalten aus den Serien aller Kanäle erschienen leibhaftig, dazu Piraten, Untote und Vampire und ihre weiblichen Gegenstücke, dazu auch viele süße Engel und reizende Feen, wie beim Kinderfasching. Viel Haut und tiefe Einblicke in die Kostüme boten sich den Betrachtern, doch auch hier galt oft „mehr Schein als Sein“ und nicht alles hielt, was es versprach.

Höhepunkt der Faschingssaison

Und dann ging es Schlag auf Schlag: die Aschauer Faschingsgilde besetzte die Bühne in voller Stärke, mit dem ganzen Elferrat und dem sturmerprobten roten Gardekorps. Prinz Sebastian II. und seine liebreizende Prinzessin Marianne III. brachten ihren Prinzenwalzer; sie sind jetzt am Ende der überlangen Session voll aufeinander abgestimmt und schweben in den letzten tollen Tagen - bis in die letzte Bewegung miteinander vertraut - über das Parkett. Das Aschauer Gardekorps stand den beiden in keiner Weise nach und brachte den Gardemarsch nach den vielen Auftritten der letzten Wochen flott und exakt bis ins letzte Detail. Gardemajor Monika Ruhsamer hat ihre Mädels fest im Griff: da stimmt einfach alles. Mit rauschendem Beifall dankten die Aschauer ihrer Faschingsgilde, die sie in den Faschingswochen überall im Chiemgau so gut vertreten hatte. Souverän führte seine Rustikalität Hofmarschall (h.c.) Sebastian Bichler durch den Abend.

Mit viel Temperament und rockiger Oper zu Falcos „Amadeus“ kam die Faschingsgilde Vogtareuth mit Prinzessin Katrin I., gekürte Miss aus dem Schloss der blauen Taler, und Prinz Bernhard I., edler Regent über Maschinen und Erdreich. Die Prienarria folgte mit Prinz Marco I. und Prinzessin Michaela II. Danach fegten die Priener Gardistinnen zu allseits bekannten ohrenbetäubenden Klängen über die Bühne. Staunend sahen die Zuschauer, wie sie es fertig brachten die Gesetze der Schwerkraft aufzuheben und die Mädchen über die Bühne fliegen und schweben zu lassen. Dazwischen brachten Sebastian II. und Marianne III. und die Aschauer Gardistinnen ihren Schautanz aus dem Leben der wilden Krieger. Wer vieles bringt, wird manchem etwas bringen.

Direkt aus dem Varasdin der Operette und aus der magyarischen Puszta zwischen Plattensee und Debrecen kamen die Chiemseenixen aus Bernau mit ihrem Prinzenpaar Prinzessin Katrin I. und Prinz Stephan II. Mit sehr viel Paprika und Gulaschsaft war die Show der Nixengarde gewürzt, fast war die Halle zu niedrig für die Reiterstafetten der ungarischen Post. Das Prinzenpaar wirbelte mitsamt den Gardemädchen übers Parkett und bot den Ballbesuchern eine leidenschaftliche Show direkt aus dem Land der Piroschka. Und dann war da noch die Garde aus Vagen mit Prinz Michael III. und seiner lieblichen Prinzessin Andrea I. und ihrem hocheleganten Prinzenwalzer, dazu dem Vierer-Fanfarenzug, dem einsamen Trommler und den beiden Kasperles.

Zwischen den Auftritten der Garden kam auch das Publikum immer wieder zum Tanz und „„Zwoa moi zwoa“ heizte den Tänzern richtig ein. Entgegen dem sonstigen Trend bei Bällen und Tanzfesten war die Tanzfläche stets gut gefüllt, gar mancher maskierte Ballbesucher im Teddybär- und Straßenkater-Ganzkörperdress beneidete die Tänzerinnen der Garden um ihre luftigen Kostüme. Die Bar war ständig umlagert, gar manches Paar musste nach dem Tanz den Flüssigkeitspegel durch geistige Getränke unter vollständigem Verzicht auf E 10 und anderes biologisches Beiwerk wiederherstellen.

Und dann kamen die Endorfer mit den unvergleichlichen Hurricanes und die Pruttinger und jede Show war einzigartig und beeindruckend, vor der Halle stauten sich nach Mitternacht die Busse und in der Halle ging es Schlag auf Schlag weiter. Ans Heimgehen dachte bei diesem Programm niemand und so endete der Ball für die meisten ziemlich spät.

reh

Quelle: rosenheim24.de

Zurück zur Übersicht: Fasching

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Live: Top-Artikel unserer Leser